
Schwarzer Faden Nr 0
Erste Ausgabe
Geschichte

Erste Ausgabe
Gegründet wurde der Schwarze Faden auf der Gegenbuchmesse 1979 von MitarbeiterInnen des Trotzdem Verlags in Reutlingen, des Verlags Büchse der Pandora aus Münster, sowie Vertretern der I-FAU und der Zeitschrift Graswurzelrevolution.
Der Vertrieb erfolgte durch den Trotzdem Verlag, die Redaktionstreffen fanden zunächst in Reutlingen, später in Grafenau bei Stuttgart statt. 1983 rief die SF-Redaktion das anarchistische Forum für libertäre Informationen (FLI) ins Leben, das jahrelang ein oder zwei überregionale anarchistische Diskussionstreffen organisierte. Im FLI sollten die Inhalte der Zeitschrift vordiskutiert werden. 1988 zog sich jedoch die Redaktion aus dem FLI wieder zurück.
Seit Mitte der achtziger Jahre öffnete sich die Redaktion zunehmend auch anderen linksradikalen Strömungen, was kontrovers diskutiert wurde. Von 1986 bis zum Ende trug der Schwarze Faden den Untertitel Zeitschrift für Lust und Freiheit. Zur Diskussion über die Öffnung schrieb die Redaktion:
- "Zunächst halten wir die Autonomen nicht ausschließlich für Marxisten, sondern gehen davon aus, daß sich sehr viele anarchistisch-gesinnte Menschen unter ihnen befinden. Anders ausgedrückt: die Autonomen sind unserer Meinung nach für verschiedene Theorieansätze offen, darunter auch für den anarchistischen. Als Anarchisten haben wir deshalb ein natürliches Interesse in die Diskussion mit Autonomen und über ihre Inhalte zu kommen." (zitiert nach Bernd Drücke Zwischen Schreibtisch und Straßenschlacht)
1990 erreichte die Zeitschrift ihren publizistischen Höhepunkt, die Auflage war von 900 auf 3000 Exemplare kontinuierlich angestiegen. Die Vertriebsstruktur erreichte zahlreiche linken Buchläden, Wiederverkäufer und Wiederverkäuferinnen, die Abonnentenzahl war auf fast 1000 angewachsen. Vor diesem Hintergrund übernahm der SF übernahm eine "Patenschaft" für die anarchistische Zeitschrift Revista Agitacion in Argentinien.
2004 erschien vom Schwarzen Faden die (vorerst?) letzte Ausgabe.
Ziele und Inhalte der Zeitschrift
Der Schwarze Faden wollte ein Diskussionsforum verschiedener libertärer Ansätze werden und auf diese Weise die Theorie des Anarchismus aktualisieren. Des weiteren sollte die Geschichte des Anarchismus, Gegenkultur, Patriarchat, Antipädagogik, Libertäre Pädagogik, Neoliberalismus und Medienkritik eine wichtige Rolle spielen.
Vom Schwarzen Faden erschienen 78 reguläre Ausgaben sowie die Sondernummern
- "Verfall der Arbeit",
- "Feminismus-Anarchafeminismus 1",
- "Feminismus-Anarchafeminismus 2" und
- "Nostalgie-Ausgabe" (mit Beiträgen aus den ersten, schnell vergriffenen Ausgaben).
Neben der Direkten Aktion der FAU und der Graswurzelrevolution war der Schwarze Faden die wichtigste Zeitschrift zum Thema Anarchismus.
Literatur
- Bernd Drücke: Zwischen Schreibtisch und Straßenschlacht? Anarchismus und libertäre Presse in Ost- und Westdeutschland, Ulm: Verlag Klemm & Oelschläger, 1998 ISBN 3-932577-05-1
Weblinks
- Homepage des Schwarzen Faden
- Text von Bernd Drücke über den Schwarzen Faden
- Anarchopedia über den Schwarzen Faden
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