Webkataloge und Webverzeichnisse

Funktion, Nutzen sowie Vor- und Nachteile

Eine allgemeine Beschreibung von Webkatalogen und deren Sinn und Zweck sowohl für Besucher als auch für Seitenbetreiber.

Webkatalog, Webverzeichnis, Linkliste, Linkkatalog, Linksammlung

Was ist ein Webkatalog?


Die Basis bildet eine (fundierte) Linksammlung. Aufs Wesentliche beschränkt spiegelt ein Webkatalog Linksammlungen zu verschiedenen Themenbereichen wieder. Folglich stellt er in der einfachsten Form eine sortierte Kollektion von Internetadressen dar. Vergleichbar mit dem Nutzen eines Telefon- oder Branchenbuchs, lassen sich mittels eines solchen Verzeichnisses thematisch kategorisierte Webseiten finden.

Der Großteil der im Internet verfügbaren Webkataloge wird von Redaktionen betreut, die die Pflege ihrer Präsenzen von Hand erledigen. Das bedeutet, dass nützliche Internetseiten durch eine manuelle Recherche gefunden, beschrieben und folglich in ein entsprechendes Verzeichnis thematisch sinnvoll einsortiert werden. Im Idealfall entsteht so mit der Zeit eine hochwertige Quellsammlung zu Fachthemen, inklusive Querverweisen zu verwandten oder weiterführenden Rubriken.
Je nach Aufwand und Detailgrad eines Webverzeichnisses führen Kategoriebeschreibungen in entsprechende Themen ein und bieten einen kurzen Ausblick über die zu erwartenden, eingetragenen Seiten.


Vorteile / Nutzen


  • Für Besucher:

    • Qualitativ hochwertige Ergebnisse
      • Webkataloge von hoher Güte [1] bieten spezifizierte, meist von Hand selektierte, hochqualitative Eintragungen zu speziellen Themen (die mit der Anzahl an gelisteten Treffern von Suchmaschinen aber nicht vergleichbar ist). Je nach Engagement der Betreiber können sie somit eine Hilfe in bestimmten Fachgebieten sein und Besuchern viel Recherchearbeit sparen.
    • Interaktivität
      • Durch das allgemeine Prinzip von Webverzeichnissen ist in es in der Regel jedem Besucher gestattet Seiten vorzuschlagen, unabhängig davon, ob es sich dabei um einen selbst betreuten Internetauftritt handelt oder nicht.
      • Die immer beliebter werdenden Community-Funktionen halten langsam auch in Webkatalogen Einzug, sodass nicht nur einzelne Seiten vorgeschlagen werden, sondern bereits existierende Einträge ebenso bewertet werden können.


  • Für Seitenbetreiber:

    • Promotion / Steigerung des Bekanntheitsgrades
      • Durch die Eintragungen in ausgewählte Webkataloge kann man nachhaltig den PageRank-Wert und damit verbunden die Linkpopularität eines Internetauftritts optimieren. Bei Suchmaschinen führt diese Maßnahme zu einer Verbesserung der Platzierung in entsprechenden Ergebnislisten.[2]
      • Je nach Nutzeranzahl und Ausrichtung eines Webkatalogs, kann ein dort gesetzter Verweis zur Verbesserung der Reichweite eines Internetauftritts sowie zur Generierung von themenorientierten Besucherströmen beitragen.



Nachteile / Probleme


  • Die enorme Vielzahl an Webverzeichnissen [3]
    • Die schiere Menge an Webkatalogen macht es in vielen Fällen unmöglich, einen passenden Kandidaten zu finden, der auch auf eine gewisse Qualität und Aktualität Wert legt. Folglich kann die Suche nach einem nutzbringenden Webverzeichnis schnell mehr Zeit in Anspruch nehmen, als die eigentliche Recherche zum entsprechenden Fachgebiet als Solche.
    • Ein Großteil der im Internet vertretenen Webkataloge wird nicht mehr aktualisiert bzw. die Betreiber stecken keinen großen Aufwand in die Pflege dieser Internetauftritte. Zu erklären ist dieser Umstand dadurch, dass es eine schier unübersichtliche Vielzahl an Projekten gibt und viel Aufwand nötig ist, Besucherströme zu generieren, um eine hochwertige Linksammlung rentabel zu machen.

  • Benutzerfreundlichkeit
    • Je nach Design und Platzierung von Werbeinhalten kann die Benutzerfreundlichkeit leiden. Somit kann es, je nach Erfahrungsgrad einzelner Besucher, einige Zeit in Anspruch nehmen, bis man sich in einem Webkatalog zurechtfindet.
    • Die Gliederungsstruktur einzelner Verzeichnisse ist meist sehr individuell und für den einen oder anderen Besucher schwer zu durchschauen. In der Regel ist die Qualität eines Webkatalogs von der Funktionalität und Flexibilität einer guten, benutzerfreundlichen Suchfunktion abhängig.

  • die Trefferanzahl
    • Die Anzahl der gelisteten Seiten ist mit dem Ergebnis einer Suchmaschine nicht zu vergleichen. Dafür muss die damit verbundene Vielzahl entsprechender Treffer in Eigenregie gesichtet und einer Prüfung unterzogen werden.

  • kommerzielle Webkataloge
    • Kommerzielle Webkataloge bieten oftmals hervorgehobene Eintragungen gegen eine Gebühr an, was es in manchen Fällen schwierig macht, empfehlenswerte, redaktionelle Inhalte von kommerziellen Einträgen zu unterscheiden.

  • eingeschränkter Nutzen seit einiger Zeit
    • Der Nutzen hinsichtlich der Steigerung des PageRanks ist durch Eintragungen in Webkatalogen nicht mehr so deutlich gegeben wie noch in der Vergangenheit [4]. Dieser Umstand ist unter anderem auf Änderungen am Berechnungsalgorithmus Googles zurückzuführen.



Beispiele zu Webkatalogen


  • Web.de
    • Mitte der 90er Jahre eines der ersten, umfassendsten und damit führenden Webverzeichnisse Deutschlands. Mittlerweile wurde es zu einem umfangreichen Internetportal ausgebaut, und Neueintragungen sind nur noch gegen Gebühr möglich.

  • Sharelook.de
    • Zeichnet sich insbesondere durch seine regional angelegte Struktur aus und bietet somit ein nach entsprechende Gegenden aufgestelltes Verzeichnis.

  • 2WiD.net
    • Bietet nicht die breite Masse an Eintragungen und tauchte im Vergleich zu führenden Webkatalogen erst spät in Erscheinung. Ein besonderer Nutzen entsteht dafür durch zahlreiche Komfortfunktionen und thematisch hochwertige Fachkategorien.

  • Sonderfall: Das Open-Directory-Project (ODP) / dmoz (Directory Mozilla)
    • Durch die Flut vieler qualitativ extrem schwankender Webverzeichnisse entstand im Laufe der Zeit das Open-Directory-Project, welches sowohl in englischer als auch in vielen weiteren Sprachen und für verschiedene Länder verfügbar ist. Als Ziel haben die Betreiber ausgegeben, das umfangreichste von Menschen geschaffene Internetverzeichnis zu erstellen [5]. Wichtig zu erwähnen ist dabei, dass die Editoren, ganz im Sinne der Open-Source-Gemeinde, ihre Recherchen zum Wohle der Allgemeinheit einpflegen, ohne finanziell dafür vergütet zu werden [6]. Analog dazu lassen sich auch keine kommerziellen Eintragungen finden und die Daten des Projektes stehen jedem kostenlos zur Verfügung, sofern er die Lizenz zur freiwilligen Nutzung akzeptiert.

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Last edited: Nov 26, 2008 6:32 AM.

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