August Heyn wurde am 18.01.1879 in Reetz in der Neumark, Kreis Arnswalde (heute Polen) geboren. Nach seiner Lehrerausbildung in Friedberg tritt er 1899 in den öffentlichen Schuldienst ein. Hier wird er im Vorstand des Neuköllner Lehrervereins tätig, der auch 1914 seine Forderung unterstützt, Öd- und Bauland mit Jungen und Mäd-
chen gärtnerisch bearbeiten zu dürfen. So wollte er dem Hunger der Kriegsjahre begegnen und die Jugend von der
Straße holen. Im Frühjahr 1915 war es dann soweit, auf 10 Morgen (25000 Quadratmeter) konnte er die so genannten Kriegskolonien oder Schulkolonien einrichten welche 1916 dann der Schulverwaltung unterstellt wurden. Noch 1918 wurde August Heyn in den Krieg eingezogen aus dem er gegen Ende des selben Jahres unversehrt Heimkehrte. Nach dem Krieg musste er feststellen das die Schulverwaltung erst einmal andere Sorgen hatte und das Interesse an den Schulkolonien zunächst verloren war. Dieses hielt August Heyn jedoch nicht von
der Wiederbelebung seiner Idee ab. Er wird Mitglied im Bund entschiedener Schulreformer, zu denen u.a. auch Fritz Karsen und Anna Siemsen gehörten.
Als SPD-Abgeordneter der Neuköllner Stadtverordnetenversammlung unterstützt er leidenschaftlich die Idee der Arbeitsschule und fordert die Einrichtung einer Gartenarbeitsschule. Der damalige Stadtschulrat Dr. Arthur
Als SPD-Abgeordneter der Neuköllner Stadtverordnetenversammlung unterstützt er leidenschaftlich die Idee der Arbeitsschule und fordert die Einrichtung einer Gartenarbeitsschule. Der damalige Stadtschulrat Dr. Arthur
Buchenau dem späteren Begründer der Neuköllner Volkshochschule wird zum intellektuellen Kopf der Idee August Heyn´s. Er setzt am 23.10.1919 im Magistrat den Beschluss durch, eine Gartenarbeitsschule einzurichten. Das Bezirksparlament beschließt am 31.03.1920 die Eröffnung zum 1.04.1920 und damit die Geburtsstunde der ersten Gartenarbeitsschule in Neukölln am Teltowkanal.
Dr. Arthur Buchenau setzt August Heyn als ersten Leiter ein. Er wird beauftragt die Schule nach seinen Vorstellungen zu führen. Trotz heftigsten Widerstandes durch das Bezirksparlament wird August Heyn zum Rektor der 5. Gemeindeschule im Mariendorfer Weg 69/73 der er als Leiter der Gartenarbeitsschule zugeordnet war, ernannt und bezahlt.
1921 erscheint in Breslau sein Buch „Die Gartenarbeitsschule“ eine der bedeutenden Veröffentlichungen aus der Zeit Reformpädagogik.
In diesem Buch beschreibt er ganz ausführlich, was alles neu war an dieser Art des Unterrichts.
So verbrachten die Schüler z.B. 10 Stunden pro Woche in der Gartenarbeitsschule. Zwei Vormittage mit jeweils fünf Stunden wurden in der Gartenarbeitsschule abgehalten: Vier Stunden Naturkunde, zwei Stunden Raumlehre und vier Stunden Turnen und Spiel. Natürlich fanden auch Fächer wie u.a. Physik, Chemie, Mineralogie und Geometrie statt.
Die Lage am Teltow-Kanal ermöglichte den Schülern Schülerinnen zu beobachten und durch Gespräche mit den Schiffern deren Lebenswelt und Nöte erfahren. Heute würde man das fächerübergreifenden Unterricht nennen.
In den so genannten Frankfurter Leitsätzen hat August Heyn übergeordnete Ziele formuliert.
Dort wird u.a. genannt:
Gleichberechtigte Anerkennung körperlicher
und geistiger Arbeit;
Überbrückung der Kluft zwischen Stadt und Land;
Richtige Berufswahl der Kinder;
Stärkung des Schönheitsgefühles, der Natur- und Heimatliebe, der
Vaterlands- und Menschenliebe
Vaterlands- und Menschenliebe
Zum Teil sind es auch Begriffe, die im Laufe der Nationalsozialistischen Geschichte schrecklich
pervertiert wurden wie z.B. der Begriff Heimatliebe.
August Heyn ging es um die Erziehung durch Arbeitsunterricht in Gemeinschaften zu gesunden,
schaffenden, sozial denkenden, fühlenden und handelnden Menschen. Er sagt: „Wir brauchen
Menschen mit sozialem Empfinden“.
Neben seiner sehr intensiven Arbeit, hält August Heyn Vorträge zum Thema Gartenarbeits-
schulen, schreibt Artikel und trägt dazu bei, dass sehr bald in den anderen Bezirken wie z.B.
in Wilmersdorf und Schöneberg ähnliche Einrichtungen entstehen. Auch in Neukölln entstanden
sieben weitere Gartenarbeitsschulen:
1. Januar 1922 in Britz, Chausseestr. 136-137
1.April 1922 in der Geygerstraße
1.Mai 1922 neben der Schule Rütlistr. 41-42
1.Oktober 1922 an der Wussowstraße in Britz
1.November 1922 in der Saalestraße
1.Januar 1923 in der Donaustr. 88-90
1.April 1923 am Körnerpark
Am 01.05.1924 wird August Heyn mit 45 Jahren in den Ruhestand versetzt. Da dieses auch
jüngeren Kollegen geschah, ist zu vermuten das der Grund hierfür in der großen Finanznot der
Kommune zu suchen ist.
Im gleichem Jahr leistet August Heyn einen neunmonatigen freiwilligen Militärdienst in Potsdam
ab.
1925 zog August Heyn mit seiner Familie nach Reppen wo er auf seinem eigenen Grundstück
Obst- und Spargel anbaute um ihn anschließend zu verkaufen, unterbrochen 1927
1945 wurde sein Grundstück in Reppen aus strategischen Gründen von SS-Einheiten requiriert.
Man zwang die Familie wieder zurück nach Berlin zu ziehen wo 1950 seine Frau starb. Aus dieser
Ehe gingen zwei Kinder hervor. Ein Sohn Hellmut geboren 1908 und eine Tochter geboren 1904.
August Heyn selber starb 80jährig am 13.12.1959 in Berlin Ihm zu Ehren wurde am 27. Juni 1995 die letzte noch erhaltene Gartenarbeitsschule in Neukölln in August-Heyn-Gartenarbeitsschule Neukölln umbenannt.
Sie befindet sich in der Fritz-Reuter-Allee 121 in 12353 Berlin
Sie befindet sich in der Fritz-Reuter-Allee 121 in 12353 Berlin





Erik Preusker
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Andreas Kemper
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Hallo August Heyn
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einem größeren Publikum bekannt machen. Momentan befindet sich Knol noch in der Beta-Phase und insbesondere nicht-englischsprach
Lieben Gruß
Andreas Kemper
Danke,
Andreas Kemper
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