Raja Yoga - Ernährung

Der Kundalini Prozess - Yogische Ernährung

Alles, was wir essen, beeinflusst den Geist, alles, was wir denken und erleben, beeinflusst die Physis. Jede Erfahrung wird verstoffwechselt und so in das Geist/Körper-System integriert. Insofern ist die Lösung von Stoffwechselschlacken auch Ablösung von mentalen Inhalten, eben den mentalen Schlacken.


Der Kundalini-Prozess / Ernährung



Wenn man den Kundalini-Prozess durch die Meditation beginnt, dann beginnt auch in diesem Moment die Reinigung, wobei es schwer ist, den rein physischen Reinigungsprozess von dem psychischen zu trennen, so eng sind diese beiden miteinander verwoben.
Alles, was wir essen, beeinflusst den Geist, alles, was wir denken und erleben, beeinflusst die Physis. Jede Erfahrung wird verstoffwechselt und so in das Geist/Körper-System integriert. Insofern ist die Lösung von Stoffwechselschlacken auch Ablösung von mentalen Inhalten, eben den mentalen Schlacken. Und genauso häuft der Körper physische Schlacken an, wenn man lebenslang die geistigen Schlacken in sich hegt und pflegt.
 

Die Reinigung des Körpers ist eine Reinigung des Geistes
 

Die Reinigung des Körpers ist eine Reinigung des Geistes – man muss sich nicht wundern, wenn alleine schon durch die Umstellung der Ernährung der Geist beginnt, feinere Wahrnehmungen zu haben. Die Meditation wird um vieles leichter und angenehmer, der Weg in die Tiefe freier, der Blick in die Realitäten des Selbst ist unverstellt.
Zur Ernährung:
Eine gewisse innere Reinheit, physische innere Reinheit, ist die Voraussetzung, um Erfahrungen mit dem Selbst machen zu können.
Wenn sie sich Sand in die Augen streuen, dann können sie nichts mehr sehen – wenn man die  subtilen inneren Wahrnehmungsorgane durch Alkohol oder Nikotin verschmutzt, dann muss man sich nicht wundern, wenn der "Erfolg" der Meditation auf sich warten läßt. Dann bleibt man in der Meditation immer in einer Unklarheit und oftmals auch Dumpfheit gefangen, in der man feinstofflichen Erfahrungen oder Wahrnehmungen nur schwer realisieren kann. Sie können keine innere Klarheit erwarten, solange Unreinheiten das Geist/Körper-System verstopfen.
Die der Meditation förderliche Ernährung besteht aus sattvischen Nahrungsmitteln wie z.B. Reis, Gemüse etc.
 
Bei den vielen unterschiedlichen Ernährungsformen und -lehren kann man sich grob an folgender Richtlinie orientieren: Wenn der Körper übersäuert ist, also das Säure- Basengleichgewicht gestört ist, dann braucht man mit anderem gar nicht erst anfangen. Dieses Gleichgewicht ist die Grundlage! Es nützt wenig, sich nach ayurvedischen Gesichtspunkten zu ernähren, wenn man sich durch Mengen von weißem Reis ständig übersäuert. Dann verbraucht der Körper all seine Energie, um das Gleichgewicht wieder herzustellen, das für den normalen Ablauf der physiologischen Prozesse unabdingbar ist. Beginnen sie also mit dem Säure-Basengleichgewicht. In vielen Büchern zur Trennkost sind diese Zusammenhänge gut dargestellt; eine Empfehlung zu genau diesem Thema wäre: „Das Selbsthilfe-Programm. Übersäuerung“ von Norbert Treutwein, Südwest Verlag.
Darauf kann dann die Umstellung auf eine ayurvedische Ernährung erfolgen. Als Buchtipp: „Ayurveda. Eine leise Medizin für eine laute Zeit“, Dr. Ulrich Bauhofer, Lübbe-Verlag.


Grundsätzlich erzeugen alle Substanzen eine gewisse Gewöhnung

 
Allerdings sollte man bei der Umstellung Folgendes bedenken: Grundsätzlich erzeugen alle Substanzen eine gewisse Gewöhnung.
Der Körper stellt ein chemisches Gleichgewicht her und nachdem es sich einmal eingependelt hat, versucht er es auch aufrecht zu erhalten. So stellt sich immer ein Gefühl des Mangels ein, wenn man auf gewohnte Nahrungsmittel verzichten muss und das beschränkt bei weitem nicht auf Nikotin oder Alkohol: Wenn sie Fleischkonsum gewohnt sind, wird es ihnen nach ein paar Tagen fehlen, das ist auch eine Abhängigkeit und sie werden merken, dass es in ihnen irgendwie "zieht", dass sich innere Signale einstellen, die nach Fleisch verlangen.
Auf diese Weise ist man bis zu einem gewissen Grad abhängig von allen möglichen Trivialitäten, das ist das gewohnte Frühstücksbrötchen genauso wie die Tasse Tee dazu. Insofern müssen sie sich nicht wundern, wenn es anfangs schwer fällt, die Ernährung umzustellen.
 
Ihr Körper wird sich immer wieder mit seinen Bedürfnissen melden und jeden Trick anwenden, um sie zur Wiederaufnahme der alten Gewohnheiten zu überreden. Das Schema ist jedoch immer das gleiche: Eine leichte Ahnung, ein leichtes Unwohlsein, man spürt hauchfein, dass einem etwas fehlt, aber dieses Spüren dringt kaum in das Bewusstsein, da hat man sich schon das Bedürfnis erfüllt. Man hält wie selbstverständlich den Kaffeebecher oder die Zigarette in der Hand.
Wenn sich das Bewusstsein dazwischen schaltet, wird das Bedürfnis schnell deutlicher und drängender. Dann beginnt der innere Monolog: Der Körper sagt: "Rauchen!" und ihr Bewusstsein, das eigentlich nicht rauchen will, gibt nach einigen Diskussionen, auf und sucht den Aschenbecher. Oder bei der vegetarischen Mahlzeit kommt ein Gedanke wie aus dem Nichts, wie schön es wäre, mal wieder ein saftiges Steak zu essen. Beobachten sie einmal für einen gewissen Zeitraum, wie sich diese Dinge melden, es ist wirklich wie buchstäblich aus dem Nichts und es nimmt bei der Nicht-Erfüllung des Wunsches eine ganz erstaunliche Intensität an.
So ist es auch nicht ratsam, radikale Änderungen von seinem Körper zu verlangen, sie kommen gegen die Signale "aus dem Nichts" ohnehin nicht an. Gewaltkuren enden fast immer damit, dass sie sich ins Gegenteil verkehren.
Reduzieren sie nach und nach ihren Fleischkonsum, verzichten sie nach und nach auf Nikotin und Alkohol, stellen sie allmählich ihre Ernährung auf sattvische Nahrung um.
 

Empfohlene Nahrungsmittel
 

Empfohlen:
Frische Lebensmittel in kleinen kleine Portionen:
Reis
Gemüse (2/3 gekocht, 1/3 Rohkost)
Obst (bevorzugt süßes Obst)
Ghee
Butter
Milch, Sahne
Mandeln
Quark
Rote Linsen
Süße Speisen
Sesam
Weizen
Mungbohnen
Kokosnüsse
Datteln
Honig

 
Zu meiden:
Alkohol
Nikotin
Fisch
Fleisch
Eier
Käse
Erdnüsse
Konserven
Reste, Abgestandenes und Aufgewärmtes
 

 
Maß halten:
Kartoffeln
Pilze
Zwiebeln
Kaffee
Tee

 
Reis: Basmati-Reis (Wer bei "Reis" an eine nach nichts schmeckende, klumpende Masse denkt, und dabei verständlicherweise komplett den Appetit verliert, der sollte sich Basmati-Reis (Duftreis) in guter Qualität besorgen.)
Ghee: Butterfett. Besorgen sie sich fünf/sechs Pakete Butter und geben sie diese in einen Topf. Bei sehr niedriger Temperatur lassen sie diese schmelzen und bei niedrigster Stufe des E-Herdes vor sich hin schmurgeln. Schöpfen sie den weißen Schaum von Zeit zu Zeit ab, bis es in dem Topf nur noch eine klare, gelbliche Flüssigkeit zu sehen ist. Auch setzen sich am Boden des Topfes Rückstände ab, kratzen sie diese nicht ab.
Die Flüssigkeit gießen sie dann durch ein Tuch zum Filtern in Gefäße und lassen sie abkühlen.
Dieses reine Butterfett nennt man Ghee, man kann es ohne Kühlung lange aufbewahren und anstelle von Öl oder Butter verwenden.

 
Süße Speisen: Das soll keine Aufforderung sein, sich mit Industriezucker voll zustopfen.
Sesam: Wenn sie bisher ihr Brot mit Käse oder Wurst-Aufschnitt belegt haben, dann ist Gomasio (gibt es im Reformhaus) mit Tomatenscheiben ein guter Ersatz. Gomasio besteht aus gehacktem Sesam mit Salz.
Milch: Ist schwer verdaulich, sie sollte vor dem Verzehrt gekocht werden.
Honig: Ein natürlicher Süßstoff, den man allerdings auf keinen Fall stark erhitzen darf. Um seinen Tee damit zu süßen oder zum Kuchenbacken ist er nicht geeignet.
 
 

Die Nahrung muss vollständig verdaut werden, es muss ein Hungergefühl spürbar sein, bevor die nächste Mahlzeit eingenommen wird
 

Die Nahrung muss vollständig verdaut werden, es muss ein Hungergefühl spürbar sein, bevor die nächste Mahlzeit eingenommen wird, andernfalls ruinieren wir unserer Verdauung. Ständige Häppchen zwischendurch sind ebenso wenig gut, wie sich beim Mittag zu überessen und dann erst am nächsten Tag wieder Hunger zu haben – wenn das Hungergefühl sich überhaupt so bald wieder einstellt. Die empfohlene Nahrungsmenge entspricht ungefähr der Menge, die in zwei Hände passt bei täglich drei Mahlzeiten.
 
Es gibt Diäten, die fünf Mahlzeiten täglich empfehlen, was das Aufkommen eines echten Hungergefühls verhindert und die Verdauung in einem stetigen Belastungszustand hält. Bis auf wenige Ausnahmen ist so eine Ernährungsweise schädlich.
Wenn sie am Nachmittag merken, dass ihre Belastungsfähigkeit nachlässt, dann führen sie die schöne britische Gewohnheit des Fünf-Uhr-Tees ein und essen sie dazu ein paar Kekse.


Getränke:
Trinken sie den Tag über heißes Wasser anstelle von Kaffee. Dazu kochen sie das Wasser ca. 15min und füllen es in eine Thermoskanne. Aus dieser können sie sich im Laufe des Tages immer mal eine halbe Tasse Wasser nehmen und dieses so heiß als möglich in kleinen Schlückchen trinken. Das reinigt das System und verhindert unechte Hungergefühle.
Kaltes Wasser und kalte Getränke löschen das Verdauungsfeuer – Alkohol ist Gift und ebenso Nikotin. Es geht sofort in die Blutbahn und vernichtet Ojas.

 

Ojas:

Diese Form der Ernährung fördert den Aufbau von Ojas im Körper. Durch Ojas wird der materielle Anteil des Körpers mit der Intelligenz der Shakti verbunden, einer Substanz auf der haarfeinen Grenzlinie zwischen Materiellem und Immateriellem.
Beim Aufbau der verschiedenen Gewebe des Körpers (Blutzellen, Knochen, Fett, Nervensystem etc.) aus der Nahrung übernimmt Ojas die ordnende Funktion und führt die Nahrungsbestandteile den einzelnen Gewebearten zu und ordnet dadurch den stetigen Prozess des Neuaufbaus des Körpers.
Doch "Nahrung" umfasst nicht nur das Materielle, sondern für Ojas ist alles Nahrung, was in das Geist/Körpersystem Eingang findet: Hören, Sehen, Schmecken, Riechen, Tasten, all das ist für Ojas Nahrung; das Sehen angenehmer Dinge ist Nahrung und das Hören schöner Musik, Ideen, die wir aus dem Gedankenaustausch mit anderen aufnehmen sind Nahrung, die gute oder schlechte Atmosphäre in unserer Umgebung ist Nahrung - und alles wird in der einen oder anderen Form verstoffwechselt.
Stellen sie sich das stetige Strömen von Einflüssen in ihr System vor, tauchen sie tief in diese Erfahrung ein und dabei werden sie sehen, wie tief der eigene Körper mit allem verwoben ist und wie sie dann die Grenzen der Person wesentlich weiter ziehen, als es der gewohnten Anschauung entspricht.
Wenn viel Ojas im System enthalten ist, dann leuchtet man förmlich von innen, die "Schönheit, die von innen kommt", wird erzeugt von Ojas. Alle warmherzigen Gedanken, Güte, Nächstenliebe, Freundlichkeit verstärken Ojas.

OM

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