Ephesus / Efes (Türkei)

Die einzigartig gut erhaltene Römische Stadt in der Westtürkei

Kurzer geschichtlicher Abriss, wichtigste Sehenswürdigkeiten und praktische Besuchertipps zum antiken Ephesus.

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Überblick / Lage

Ephesus war eine der wichtigsten und grössten Städte im römischen Anatolien und Hauptstadt der Provinz Asia. Die ausgezeichnet erhaltenen Ruinen in der Nähe von  Selçuk  sind heute eine der beliebtesten Touristenattraktionen der Türkei.
Die Überreste liegen sehr schön auf einem kleinen Hügel und erstrecken sich den Hang hinunter zum ehemaligen Hafen. Anstelle des dazugehörenden längst zugeschütteten Meeresarms sieht man heute eine fruchtbare und intensiv bewirtschaftete Ebene.

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Übersichtskarte mit Sehenswürdigkeiten und Plan 


Geschichte

Ephesus wurde ca. 1000 v. Ch. gegründet und in den folgenden Jahrhunderten unzählige Male geplündert wieder neu aufgebaut sowie mehrere Male vom versandenden Fluss weg Richtung Meer verlegt. Grosse Bedeutung hat es als Sitz des Artemis Tempels, eines der sieben Weltwunder der Antike. Überregionale Bedeutung erlangte es erst in der römischen Periode als es Pergamum als grösste Stadt in Anatolien und Hauptstadt der Provinz Asien ablöste.

Hellenistische Periode

Nach der Befreiung Kleinasiens von den Persern im Jahre 334 v. Chr., wurde Alexander der Grosse im Triumph empfangen. Er offerierte die Finanzierung des Wiederaufbaus des zwischenzeitlich zerstörten Artemistempels, gegen das Anbringen einer Widmung auf seinen Namen. Die Bewohner wiesen das Angebot zurück indem sie klugerweise argumentierten, dass es sich für einen Gott nicht ziemt für einen anderen Gott einen Tempel zu bauen. 
Nach Alexanders Tod in 332 v. Chr. und der Aufteilung des Reiches unter seine Generäle wurde Ephesus zunächst von Lysimachus regiert. In dieser Zeit musste die Stadt verlegt werden, weil der Fluss Cayster den Hafen verschlammen, und eine malariaverseuchte Sumpflandschaft entstehen liess. Der neue Standort blieb unverändert und die Basis der heute zu sehenden Ruinen.
In der Folgezeit geriet Ephesus in den Einflussbereich der Seleukiden (281 v. Chr.), der Ptolemäer (263 v. Chr.), wiederum der Seleukiden (197 v .Chr.) und schliesslich, mit römischer Unterstützung, des König von Pergamum um 190 v. Chr. Eunemes II von Pergamum verstarb ohne Thronfolger und vermachte sein Reich der Römischen Republik.

Römische Periode

Im Jahre 27 v. Chr. machte Augustus Ephesus zur Hauptstadt der Provinz Asien, d. h. für den westlichen Teil von Kleinasien. Die Stadt blühte auf entwickelte sich zu einem einflussreichen Handels- und Wirtschaftszentrum mit über 300'000 Einwohnern im Jahr 100 n. Chr. In dieser Zeit wurden viele repräsentative Bauten erstellt, deren gut erhaltene Überreste man noch heute bewundern kann. Die Stadt hatte eine fortschrittliche Wasserver- und entsorgung, öffentliche Bäder, Theater, Brunnen und ein grosses Amphitheater, das ca. 25'000 Zuschauer Platz bot. Die Plünderung der Stadt 263 n. Chr. durch die Goten markiert das Ende dieser Glanzperiode

Byzantische Periode

Im Byzantischen Reich blieb Ephesus bis auf weiteres die grösste und wichtigste Stadt in Kleinasien. Nach einem verheerenden Erdbeben 616 n. Chr. und der erneuten Verschlammung des Hafens, der auch auch mit grossem Aufwand nicht mehr freigehalten werden konnte, setzte ein unaufhaltsamer Niedergang ein. Ohne den lukrativen Seehandel verlor die Stadt zunehmend an Bedeutung und Bevölkerung. 700 n. Chr. und 716 n. Chr. wurde sie von arabischen Eindringlingen geplündert und versank anschliessend in völlige Bedeutungslosigkeit. 


Besuch

Die meisten Touristen werden von den Bussen zum oberen Eingang am Magnesischen Tor gefahren, besichtigen dann die Anlagen entlang der Hauptstraße den Hang hinunter und werden anschliessend unten wieder "eingeladen".

Das erste Gebäude auf der rechten Seite ist das relativ gut erhaltene Odejon (Ratskammer) mit den halb-kreisförmig angeordneten Sitzen und das Prytaneion (Rathaus), wo die beiden Artemisstatuen gefunden wurden.

Auf der marmornen und säulengesäumten Kuretenstraße geht es durch das Herkulestor zum Hadrianstempel, dessen Bogeneingang vom Kopf der Glücksgöttin Tyche gekrönt wird. Auf der anderen Seite sieht man ein grosses Metallgerüst, dass die so genannten Terassenhäuser schützt. Diese bieten einen spannenden Einblick in das Privatleben in römischer Zeit. Leider werden die meisten Besucher durch separat zu erstehende Ticket abgeschreckt.



Anschliessend
auf der linken Seite kommt man an der eindrücklichen, in den 1970er Jahren vom Österreichischen Archäologischen Institut renovierten, Fassade der Bibliothek vorbei. In den Nischen in ihren Wänden wurden 12'000 Schriftrollen aufbewahrt.



Weiter auf der Hauptstrasse gelangt man zum, in den Hügel recht eingepassten Großen Amphitheater. Die riesigen Zuschauerränge boten 25'000 Zuschauern Platz, die dank der fantastischen Akustik die Vorführung auch auf von den obersten Rängen einwandfrei verstehen konnten. Von hier hat man ausserdem einen herrlichen Blick auf den Arkadenweg, die säulenbestandene ehemalige Hauptstraße , die nachts mit Öllampen beleuchtet wurde. An ihrem Ende ist von dem alten, mittlerweile längst versandeten Hafen allerdings nur noch eine mit Gestrüpp verwachsene Bodensenke übrig geblieben.


Tipps und Tricks

  • Während die Anlage tagsüber mit Besuchern überschwemmt wird, ziehen am späteren Nachmittag die meisten Gruppen ab um rechtzeitig in Kusadasi (Kuşadası), dem grossen Kreuzfahrtschiffhafen, zu sein. Es ist deshalb ratsam erst am Nachmittag hinzugehen, zudem dann zumindest im Sommer auch die Temperaturen angenehmer sind.
  • Wer sich keinen Touristenführer leisten will, kann sich nach den Ticket-Schaltern für 10 YTL und Hinterlassen eines Ausweises auch einen Audio-Guide ausleihen. Achtung, die Ausgabe- und Annahmestellen schliessen früher als die Gesamtanlage. Wer wie empfohlen spät eintritt und beim Schliessen noch nicht wieder oben zurück sein will, kann anstatt des Ausweises auch ein Depot hinterlegen, dass er auch bei der unteren Annahmestelle zurück erhält.
  • Anstatt einen Führer zu bezahlen, kann man sich auch einer Gruppe anschliessen. Vor allem bei kleineren Gruppen haben die Guides meistens nichts dagegen - sind aber natürlich einer kleinen Entschädigung nicht abgeneigt.
  • Die Wegweiser führen alle zum unteren Parkplatz, der pro Tag 5 YTL kostet. Fährt man aber etwa 5km weiter um den Hügel herum (siehe Karte oben), kommt man zum oberen Eingang, wo man den Wagen gratis stehen lassen kann.
  • Die Parkplätze werden nachts vom Militär kontrolliert. Campingfahrzeuge werden weg gewiesen. Besser ist es in Selçuk, auf dem Parkplatz vor dem Eingang zur Johanneskirche zu stehen.

Anreise

Die meisten Besucher kommen wie gesagt in geführten Gruppen per Bus aus Antalya oder von einem vor (Kusadasi) Kuşadası ankernden Kreuzfahrtschiff. Ephesus ist aber auch per Flugzeug gut erreichbar. Der  Adnan Menderes Flughafen von Izmir ist ca. 50km entfernt und bietet Direktflüge nach Frankfurt, London, Berlin, München, Düsseldorf, Wien, Stuttgart, Paris, etc. an.  Rucksackreisende werden wohl in Selçuk einen Dolmuş zum unteren Eingang nehmen wollen. Viele Hotels und Pensionen bieten bei Übernachtung auch einen Gratisbus nach Ephesus an. Autoreisende fahren von Selçuk kommend Richtung Kuşadası und folgen nach Stadtausfahrt den deutlich plazierten Wegweisern.


Referenzen

Die hier präsentierten Informationen habe ich nach einem Besuch in Ephesus im Oktober 2008 aus den dort erhältlichen Quellen sowie Informationen aus dem Lonely Planet zusammengestellt. Jahreszahlen und Daten habe ich aus aus Wikipedia übernommen.


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Christian Aurel Schmid
Christian Aurel Schmid
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Last edited: Jan 24, 2009 11:25 AM.

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