Ich beziehe mich mit diesem Knol eindeutig auf 11 Gründe wieso Google mit Knol keine Wikipedia Konkurrenz ist. Ich habe die Zusammenstellung sehr gerne gelesen und stimme einigen Aspekten durchaus zu, allerdings sehe ich eine Entwicklung, die deutlich auf eine Konkurrenz, wenn auch vielleicht nicht auf einen Konkurrenzkampf, hinausläuft. Eine friedliche Koexistenz? Einige Überlegungen, die dagegen sprechen:
(Kursiv die Ausgangsthese, darunter meine Überlegungen)
1. Knol polarisiert und unterstützt individuelle Sichtweisen und Einschätzungen von Autoren, während Wikipedia eine Neutralität zu schaffen versucht, indem mehrere Autoren gemeinsam an einem Artikel arbeiten.
Google schafft mit Knol eine vollkommen neue Sichtweise von Wissenssammlungen. Erstmals wird in einer Ansammlung von Wissen nicht mehr ein allgemeingültiges Ziel gesucht, sondern eine Annäherung an die Realität durch eine Vielzahl an Autoren. Viele Autoren garantieren viele Meinungen, viele Sichtweisen und Einstellungen.
Einerseits erlaubt Knol es, von dem Lexikon / der Enzyklopädie Abstand zu nehmen und so mehr als nur die "einzig wahre Wahrheit" zu bieten. Der Aufwand der Recherche und des Zusammensuchens aus verschiedenen Quellen ist zwar hoch, allerdings gibt es wenigstens die Möglichkeit, nach mehr als einer Wahrheit zu suchen.
Andererseits bietet Knol die Möglichkeit - zumindest steht es den Autoren frei - neutrale Artikel zu verfassen. Eine Wertung ist nicht zwingend, es kann also neben vorgefassten Meinungen auch eine neutrale Zusammenfassung der Fakten (Wikipedia) veröffentlicht werden.
2. Knol lockt mit Geld - ein Anreiz für gute Arbeit, aber auch ein gelungenes Fressen für Möchtegerne und Goldgräber.
Der Anreiz für gute Arbeit gutes Geld zu verdienen, ist hoch. Noch höher ist der Anreiz, für wenig Arbeit gutes Geld zu verdienen. Daher ist es verständlich, dass Knol ein potentielles Ziel für Möchtegerne bietet, die mit wenig Aufwand an die ganz großen Fische kommen. Dieser Fakt sollte allerdings den Verantwortlichen ebenso bekannt sein, darum würde es mich stark wundern, wenn Google darüber im Vorfeld nicht ausgiebig debattiert hat - mit hoffentlich entsprechendem Ergebnis.
Außerdem: Wer für gleiche Arbeit bei Knol und Wikipedia mit Knol (lebenslang) dazu verdienen kann, der braucht ein großes Herz oder viel Stolz, um trotzdem unentgeltlich für Wikipedia zu publizieren.
Wikipedia baut auf gute Eigenschaften, Google auf Geld. Sie können es sich halt leisten, die Leute mit ihrer ewigen Gier nach Geld zu locken.
3. Die Vernetzung zwischen Wikipedia-Artikeln ist vorbildlich, Knol hinkt dieser Struktur deutlich hinterher.
Wikipedia schafft es, aus einer kleinen Recherche zum Thema "Senf" eine Geschichtsstunde zu machen, wenn genug Zeit und Lust vorhanden ist. Die Verlinkung der Wikipedia-Artikel ist genial; wer will, kann sich quasi endlos von Thema zu Thema klicken. Unterstützt wird dieses System durch die Singularität der Artikel.
Knol tut sich hier schwer, da jeder Artikel zum Thema "Bratwurst" mit dem Senf-Knol verknüpft werden könnte/müsste.
Hier geht Knol bisher einen anderen Weg. Während Wikipedia zu einer Vernetzung zwingt, lässt Knol dies frei. Vielleicht entwickeln sich Kategorien, wie "subjektive" bzw. "neutrale" Knols und "objektive" Einträge, die das Problem auf andere Art lösen. Trotz aller Freiheit steht fest: Bisher ist das Knol-System nicht auf eine ideale Vernetzung von Wissen ausgelegt. Aber dies hat nicht zu heißen, dass sich dies nicht ändert bzw., dass nicht eine andere Möglichkeit gefunden wird. Wir kennen ja Google.
4. Die Themenrelevanz lässt nach, die Auswahl an freien Inhalten wird bei Knol steigen.
Knol präsentiert sich bisher als freies Medium, indem quasi jeder über alles schreiben kann. Dies fördert die Themenvielfalt ungemein, schwächt aber die großen, ernsten Themen. Oder?
Wer weiß jetzt schon, wie Knol in einem Jahr aussieht? Es würde schon stark wundern, wenn Google nur eine Spielwiese erschafft, auf der sich jeder, der des Tippens mächtig ist, auslässt. Google stand schon immer für Simplizität und Fixierung auf das Wesentliche, warum sollte sich das bei Knol ändern? Ich bin davon überzeugt, dass Knol eine ganz besondere Wertung für die Relevanz von Themen findet. Basieren könnte dies auf einem intelligenten Mix eines Logarithmus' und der Community, die sich selbst überwacht und bewertet.
5. Knol bietet die Möglichkeit über Nischen und "Unwichtigkeiten" zu berichten, die bei Wikipedia sofort wieder aussortiert würden.
Dies ist ein Fakt. Ein Fakt, der Wikipedia das Genick brechen könnte. Google bedient weit mehr als nur das allgemeine Bedürfnis nach Wissen, Bildung und Aufklärung, sie arrangieren es mit dem Trieb nach Unterhaltung und der Liebe zum Detail. Wer bei Knol nach einem pakistanischen Spitzenpolitiker und weiterhin noch ein geeignetes Senfdressing-Rezept (entschuldigt meine Affinität zu Senf) für den Grillabend sucht, der wird - nach einer gewissen Aufbauzeit, die Knol braucht - sicherlich fündig. Der Vorteil: Google bietet beides in einem Portal an. Wikipedia hält an seinem starren Konzept fest, Google bindet Knol in seine Konzipierung ein und so werden wir Knol auch in Zukunft immer öfter begegnen, wenn wir das Internet mit einem Googledienst nutzen.
Ob Wikipedia dann auch die erste Wahl bei Recherchen bleibt, das bleibt abzuwarten. Solange das Wissen nur in gebündelter Form auf Wikipedia verfügbar ist, wird Wikipedia genutzt. Wenn die gleichen Infos auf Knol verfügbar sind, könnten düstere Zeiten für das Wiki aufkommen.
6. Wikipedia ist in den Suchergebnissen sehr stark und hat eine gewisse Vormachtstellung. Allerdings ist ihr "Gegner" niemand geringeres als Google.
Stichpunkt: Suchmaschinenoptimierung (SEO).
Wikipedia ist extrem stark in Suchmaschinen platziert, pusht sich intern selbst und wird "von außen" weiter gestärkt. In Google ist Wikipedia hervorragend vertreten, kaum eine andere Seite schafft es bei konkreten Keywords und starken Keyword-Kombinationen vor Wikipedia zu landen. Doch auch wenn Google stets auf eine unabhängige und neutrale Wertung pocht und den Logarithmus ständig anpasst, wird es wohl niemanden verwundern, wenn Google eigene Projekte extrem gut in den Ergebnissen unterbringt. Wenn irgendwer die perfekte Google-Optimierung schafft, dann wohl Google selbst.
Daraus resultiert: Geben wir ein Keyword, das in Knol und Wikipedia vertreten ist, bei Google ein, wird Knol früher oder später höher ranken. Dementsprechend dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis Knol einen weltweiten Bekanntheitsgrad erlangt und Wikipedia als Wissensquelle Nr. 1 ablöst.
Fazit
Ein großer Teil meiner Argumentation beruht auf Suchmaschinenoptimierung, bzw. Suchmaschinenresultaten und die Vormachtstellung Googles auf diesem Gebiet. Google ist momentan auf einem guten Weg von einer Suchmaschine zu einem Softwareriesen zu mutieren, der uns weit mehr als nur eine Suchleiste bietet. Google sucht den Weg hin zum Allrounder, einem Internetmogul, der sich nicht nur mit dem Indexieren zufrieden gibt. Wikipedia wird genauso darunter leiden, wie viele kleine Firmen bzw. Einrichtungen es bisher schon mussten und noch werden müssen. Die großartige Arbeit, die Wikipedia die letzten Jahre lang nach vorne gebracht hat, wird der Belagerung durch das große G allerdings einige Zeit standhalten. Zwei Fragen werden dann über den Verbleib von Wikipedia entscheiden:
Die erste Frage ist in meinen Augen, wann Wikipedia seinen Platz auf dem Olymp des Wissens für Google Knol frei machen muss.
Die zweite Frage, eher ein Konglomerat aus Fragen, lautet: Und Wikipedia? Wird Wikipedia sich wehren? Wird es Änderungen oder Anpassungen geben? Akzeptiert Wikipedia eine scheinbare Koexistenz und findet sich mit seinem Schicksal ab, oder wenden die Jungs aus San Francisco (Wikimedia) das Blatt irgendwie?
Herzlichen Dank und Gruß gehen an Oliver Ueberholz, der mich mit seinem qualitativ hochwertigem Beitrag zu diesem Knol inspiriert hat.




Klaus Rohde
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Unbenannt
http://knol.google.c
http://knol.google.c
Klaus
Anonym
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Dann der Jemand, der unter diversen Pseudonymen seine Roulette-Systeme und Finanzierungs-Ideen hier publiziert. Recht geschickt, denn bald kann er KNOL als Referenz für die Richtigkeit seiner Geschäfte angeben.
Leider auch hier lediglich lieblos kopiert, wobei sogar mitten im Satz aufgehört wird.
Wenn KNOL hier nicht aufpasst, endet es wie LycosIQ, das mit hehrem Anspruch als Wissensplattform antrat und eben als Konglomerat ungeprüften Wissens abstürzt.
stimmt, über den Roulette-Menschen (Dieter Selzer) mit Pseudonym Selzer-McKenzie hab ich mich schon mal informiert. Ich denke, dass man den melden wird und da mal was passiert.
Andererseits hast du natürlich recht. Es ist erstaulich, wie viel "Bullshit" hier schon zu finden ist. Daher hoffe ich auf eine clevere Lösung von Google, die sich darüber sich schon Gedanken gemacht haben.
Mal sehen. ;)
Grüße,
Erik
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habe viele der o.g. Artikel gemeldet und detailliert angegeben, weshalb dies reine Werbung und unsinnig sind. Leider hat niemend darauf reagiert. Deshalb mein Vergleich mit LycosIQ, das daran erstickte.
Werde Knol gut analysieren, bevor ich mich hier engagiere.
Ein Kollege hat bei Lycos gute Antworten gegeben, aber wurde langfristig vom System blamiert, weil gegenteiliger Unsinn als TOP bewertet wurde und sein Wissen als nicht hilfreich angesehen wurde. So wird der Mainstream als Wissen verkauft...
Ratlose Grüsse
G.
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kalle schwarz
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google wird knol früher oder später höher ranken
ich jedenfalls wäre an wikipedia fast erstickt und freue mich nun umsomehr, dass ich hier bei knol frei atmen kann
und im übrigen hat google neben dem besseren ansatz sowieso die besseren programmierer und wird
sich somit als standard durchsetzen .
Hallo kalle,
genau diese Aussage trifft es wunderschön auf den Punkt. Danke für den Kommentar!
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z.b. http://knol.google.c
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Das iss es!
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