Kerze

Kerze, Kerzen, Kerzenwachs

Kerzen sind Lampen, bzw. Lampenersatz, die zur Gewinnung von Licht und Wärme genutzt werden. Heutzutage werden Kerzen hauptsächlich in Kirchen, zu feierlichen Anlässen oder zur Entspannung genutzt.

Kerzen existierten früher nur unter dem Wort Licht. Daher entsteht auch der Plural „Lichte“, der sich bei „Teelichte“ statt „Teelichter“ verdeutlicht.


Kerze 

Allgemeine Begriffsdefinition 

Kerzen sind Lampen, bzw. Lampenersatz, die zur Gewinnung von Licht und Wärme genutzt werden. Heutzutage werden Kerzen hauptsächlich in Kirchen, zu feierlichen Anlässen oder zur Entspannung genutzt. 

Kerzen existierten früher nur unter dem Wort Licht. Daher entsteht auch der Plural „Lichte“, der sich bei „Teelichte“ statt „Teelichter“ verdeutlicht. 
 

Funktion 

Die Kerze besteht meist nur aus seinen beiden essentiellen Bestandteilen: dem Wachs und dem Docht.

Der Docht sollte aus einem brennbaren, jedoch nicht schmelzbarem Material bestehen, dass Flüssigkeiten gut aufsaugt. Dies sind meist geflochtene Baumwollfäden. Sie sind von niedrigschmelzdendem Wachs umgeben, dass beim Entzünden des Dochtes verdampft, vom Baumwollfaden aufgenommen wird und so dann die Flamme ergibt. Die Verbrennung findet allerdings nur zusammen mit Sauerstoff statt, darum gibt es einige „Vorschriften“ für gute Kerzen.

Steigen die Verbrennungsgase auf, gibt es eine „Konvektion“, so wird die Flamme mit unverbrauchter Luft versorgt und es entsteht die typische Flammenform. Die Kerze erlischt, wenn weniger als 16% Sauerstoff in der Luft enthalten sind. 

Beginnt eine Kerze zu rußen, also schwarze Partikel abzugeben, dann kann das Wachs nicht vollständig verbrennen. Grund ist der Docht, der zu lang ist. Daher ist der Docht heute in der Regel asymmetrisch geflochten und hängt so auch immer etwas runter. Früher musste der Docht gekürzt werden. Damals war es nötig den Docht öfter zu „schneuzen“, damit sich kein Ruß bildete. 

Ein interessanter Effekt lässt sich im Weltraum, in der Schwerelosigkeit erfahren: Die Kerzenflamme bildet eine Kuppel um den Docht, die Flamme wird nicht durch Wind, Schwerkraft oder Luftverunreinigungen beeinflusst. Die Verbrennung ist eingeschränkt, da das Wachs in den Docht diffundieren muss, um verbrannt werden zu können. 
 

Kerze mit Muenze

Geschichte  

Die Vorgänger der Kerzen waren Tag- oder Öllampen. Wachsfackeln waren die ersten moderneren Formen, sie kamen ab dem 3 Jh. v. Chr. auf. Erste Talg- oder Wachskerzen wurden im 2. Jh. nach Chr. von Römern verwendet. Während den Griechen Kerzen weitesgehend unbekannt waren, wurden sie, nicht zuletzt aufgrund des hohen Bedarfs der Kirche, in Europa im angehenden Mittelalter zu einem wichtigen Handelsgut geworden.

Zu diesen Zeiten wurden aber auch weitere Kerzenformen geschaffen. Da Bienenwachs als Handelsgut teuer war, wurden auf dem Land „Unschlittkerzen“ geschaffen, aus Rinderfett oder Hammeltalg. Dementsprechend rußten und vor allem rochen die Kerzen auch. 

In Frankreich bildete sich im 11. Jahrhundert die erste Innung der Lichtzieher, im 14. Jahrhundert eine Kerzengießerinnung in Hamburg. In den folgenden Jahrhunderten wurde dann auch Waltran als Kerzenstoff erkannt und für Edelkerzen verarbeitet. 

Ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Kerzen ist das Stearin. Dieser biologisch abbaubare Stoff ist ein Nebenprodukt von Palmenöl und kann hervorragend zur Verarbeitung von Kerzen oder Seife genutzt werden. Heutzutage ist circa jede 10.-12. Kerze aus Stearin, Tendenz klar steigend. 

Kultur 

Das Entzünden einer Kerze ist für viele mehr als nur das pure Anmachen einer Lichtquelle. Sie hat einen kulturellen, spirituellen und vor allem religiösen und symbolischen Wert, der nicht unterschätzt werden sollte. Aus dem christlichen Glauben, aber auch aus anderen, ist die Tradition bekannt, Kerzen zu entzünden um zu symbolisieren, dass z.B. der Sieg über den Tod gefeiert wird, wie an Ostern zur Auferstehung Jesu. Auch in nordischen bzw. germanischen Kulturen lag der Wert der Kerze deutlich höher als viele wissen. Noch heute kommen wir dem braucht nach, vor dem Julfest Kerzen zu entzünden – heutzutage allerdings unter dem Banner des christlichen Advents und anstehendem Weihnachtsfestes.

An Gräbern werden, vor allem zu Allerheiligen, Kerzen auf dem Grab aufgestellt. Diese Kerzen sollen Grablichter darstellen.  

Materialien 

Eine Kerze ist nicht gleich einer Kerze. Schon damals waren die Herstellungsmöglichkeiten vielfältig, heute ist dies natürlich weiterhin der Fall. Die meisten Kerzen wurden aus Bienenwachs hergestellt, heute wird dazu immer häufiger Stearin oder Paraffin verwendet, Abfallprodukte von Palmenöl bzw. Erdöl. Deren Schmelzpunkte liegen bei circa 60 °C, eignen sich also recht gut für die Verwendung als Kerzen. 

Stearin wird hauptsächlich aus natürlichen Fetten, aber auch aus tierischen Fetten gewonnen. Seit 1811 ist das Verfahren bekannt, Paraffin wird seit 1830 aus Erdöl gewonnen Stearin verursacht beim Abbrennen nur wenig Ruß und ist recht umweltfreundlich, negativ ist allerdings das Roden von Regenwaldflächen zum Anbau von Palmenflächen auf. Paraffin kann beim Abbrennen giftige Gase freisetzen. 

Weiterhin werden natürlich oft Farbstoffe beigesetzt, die Kerzen in vielen Farben erzeugen können. Außerdem ist das bekannte Wachsgel, welches kein echtes Wachs ist, immer beliebter. 
 

Die Kerzenflamme 

Das Licht der Kerze ist etwas ganz besonderes, es ist nicht nur atmosphärisch und spirituell anziehend, sondern auch eine interessante physikalische Form. Sie ist ein Paradebeispiel für das Kirchhoffsche Strahlungsgesetz. Anders als erwartet, liegen die heißesten Punkte einer Kerzenflamme außerhalb der gelben, hell leuchtenden Bereiche.  

Die Flamme einer Kerze

Die Flamme kann in vier Bereiche geteilt werden. Der untere, schwach blau leuchtende ist „nur“ 600°-800° C heiß. Hier wird das Wachs nur teilweise verbrannt, daher ist die Temperatur niedriger als in den anderen Bereichen. Rund um den glühenden Docht findet sich eine weiter Zone, die etwas dunkler glüht. Hier finden sich Temperaturen um 1000°C. Bis zu 1200°C heiß wird dann der große gelbe Bereich der Flamme. Hier kann das Wachs vollständig verbrennen und so seine ganze Energie entfalten. Die aktivsten Bereiche sind die außerhalb der gelben Flamme, an denen das Wachs genug Sauerstoff findet um ideal zu verbrennen. Hier wird mit 1400°C die größte Hitze erreicht, dieser Bereich ist dafür aber arm an Licht.


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Erik Preusker

Kommentare

Kerzen sind vielfältiger

Der Begriff ist nicht auf Licht festgelegt, sondern eine Kerze kann auch eine Turnfigur oder eine Blütenform sein.

Zuletzt bearbeitet 03.12.2008 13:24
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Erik Preusker
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