Poker
Allgemeine Begriffsdefinition
Poker ist der Name einer Gruppe von beliebten Kartenspielen, die mit Pokerkarten eines anglo-amerikanischen Blattes gespielt werden. 52 Karten ergeben ein Blatt, von denen fünf Karten ein Hand machen. Die Spieler setzen, ohne exakt das Blatt des Gegners zu wissen, mit Wertmarken (Chips), Bargeld oder anderen Wertgegenständen auf die Siegeschancen seiner Hand. Die gesammelten Chips fallen dem Spieler mit der stärksten Hand zu, oder dem einzigen, der übrig bleibt, wenn alle anderen nicht bereit sind den Einsatz mit zu gehen und zu erwidern (oder zu erhöhen). So besteht auch die Möglichkeit mithilfe von „Bluffen“ mit vermeidlichen schwachen Karten zu gewinnen. Ziel des Pokers ist es möglichst viel Geld bzw. Chips von anderen Spielern zu gewinnen.
Es gibt verschiedene Spielweisen, die es auf unterschiedliche Art und Weise erlauben eine Hand zu bilden bzw. zu bekommen. Ebenfalls variieren die Spielmodi, sodass die höchsten oder die niedrigsten Karten gewinnen oder die Spieleranzahl abweicht.
Geschichte des Pokers
Die ersten Spielkarten wurden wohl von den Chinesen im 13. Jahrhundert entwickelt.Das erste Poker ähnliche Spiel wurde im 15. Jahrhundert erstmals gespielt und hieß „Primero“ (span.). Poker stammt wohl vom franz. Poque bzw. Poch (dt.), das Verb wurde mit „to“ poke übersetzt. So entstand daraus das Spiel Poker.
Im 19. Jahrhundert wurde das Spiel von französischen Siedlern in die USA gebracht, wo es nicht nur seinen grandiosen Aufstieg erlebte, sondern auch die Blütephase, in der Hochkultur des Poker. Das Spiel breitete sich vor allem zu Bürgerkriegszeiten stark aus und später wurde dann zusätzlich noch z.B. der Flush eingeführt.
In den Sezessonskriegen, von 1861-1865 wurde auch die meisten Pokervarianten erfunden und gespielt. Anfang des 20. Jahrhunderts kamen dann auch erste Versionen des Texas Hold'em auf.
Der Pokerboom begann 1970, als die ersten World Series of Poker ausgetragen wurden. Zumindest kam der Aufschwung und Poker wurde nicht als betrügerisches Glücksspiel betrachtet, sondern mit mehr Respekt vor strategischen Elementen behandelt. Als 2003 der Amateurspieler Chris Moneymaker die World Series of Poker 2003 gewann, war der Pokerboom endgültig ausgelöst.
Poker ist seitdem mehr als nur salonfähig, es spielen junge wie alte Menschen von der ganzen Welt, ob im Internet oder Privatveranstaltungen. Oder sie schauen es im Fernsehen, wo viel Werbung für Poker gezeigt wurde.
Ablauf eines Pokerspiels
In der folgenden Spielerklärung wird der Ablauf eines Texas Hold'em Spiels beschrieben, einer der bekanntesten und meist verbreitetsten Versionen des Pokerspiels. Andere Spielversionen unterscheiden sich vom Spielablauf oft nur geringfügig.
Bestimmung des Kartengebers
Der Kartengeber (Dealer) wird bestimmt, indem vor dem Spielbeginn jeder Mitspieler eine aufgedeckte Karte zufällig zugeordnet bekommt. Die höchste Karte zeigt den Kartengeber an, bei Gleichstand gibt es ein Stechen, oder die Spielfarbe entscheidet (Pik vor Herz, Karo und Kreuz). Der Geber wird durch einen großen Chip, den Dealer-Button, gekennzeichnet, der mit den Runden rumwandert. So ist jeder Spieler mal der Dealer. In Kasinos gibt es in der Regel Kartengeber, die abseits vom Spielgeschehen für einen flotten und reibungslosen Spielablauf sorgen.
Mindesteinsätze
Bei den Mindesteinsätzen, den sog. Blinds, die die ersten zwei Spieler nach dem Dealer erbringen müssen, bevor die Karten ausgeteilt werden. Üblicherweise werden erst der Small Blind und dann der Big Blind gelegt. Der Small Blind entspricht der Hälfte des Big Blinds, welcher wiederum dem Mindesteinsatz entspricht, um am Spiel teilzunehmen.
Der Spieler nach dem Big Blind ist als erster an der Reihe und kann seinen Spielzug frei wählen. Die Blinds müssen gelegt werden, sie sind ein Pflichteinsatz. Der Big Blind ist der letzte Spieler. Die Spieler haben nun der Reihe nach die Wahl den Big Blind mit zu gehen (schieben), ihn zu erhöhen oder aus dem Spiel aus zu steigen (für die Runde). Wird der Einsatz erhöht, gelten die üblichen Spielbedingungen. Wer mit geht, der muss den Einsatz bringen oder weiter erhöhen, sonst ist er raus. Die Reihenfolge ist oft für den Dealer vorteilhaft, da er am Setzverhalten der weiteren Spieler sein Spiel auslegen kann. Darum wandert der Dealer-Button auch immer herum.
Sind nur noch zwei Spieler - „heads up“- an einem Tisch, so ist der Small Blind gleichzeitig Dealer. Vor dem Flop ist hier nun der Small Blind als erster an der Reihe, nach dem Flop wird der Big Blind zuerst gefragt.
Die Höhe der Blinds beim Poker Spiel hängt von den Spielumständen, hauptsächlich aber 2 Faktoren ab: Die Art des Turniers und die Dauer des Tisches, also wie lang an einem Tisch bereits gespielt wurde. Bei großen Turnieren wird mit recht kleinen Blinds begonnen. In Fernsehturnieren sind die Blinds oft recht hoch und steigen schnell weiter an. Blinds werden Anfangs oft verdoppelt, später dann um 20-40 % erhöht. Sind keine passenden Chips verfügbar, wird der Wert abweichend und am besten passend gewählt.
Bei manchen Spielweisen gibt es zusätzlich den Ante Wert. Dies ist ein Betrag, den jeder Spieler zu Beginn einer Runde vor dem Austeilen der Karten setzen muss.
Bei Cash Games wird der Ante oft gar nicht erhoben, die Blinds werden auch nicht erhöht, dafür ist der buy in auf ein Vielfaches des Big Blind festgelegt.
Ablauf der Spielrunde
Nachdem die Blinds gesetzt sind, erhalten die Spieler die Karten und können entscheiden, wie weiter gespielt werden. Ein Spieler hat nun die Wahl, ob er mitgehen (call), erhöhen (raise) oder raus gehen (fold) will. Hat in der aktuellen Spielrunde noch kein Spieler einen Einsatz erbracht, so kann „gecheckt“, aber auch gesetzt werden (bet).
Um mit zu spielen muss der höchste Einsatz erbracht werden, der von einem Mitspieler auf den Tisch gelegt wird. Ist kein Einsatz vorhanden, kann gecheckt werden. Zu Beginn des Spiels ist der Big Blind der Mindest-Spieleinsatz. Bietet ein Spieler mehr als ein anderer, wird solange geboten, bis ein Spieler aussteigt oder beide den identischen Wert setzen. Ist eine Spielrunde vorüber, werden Karten gezeigt. Nach den Blinds kommt der Flop, dann der Turn und schließlich der River. Steigen alle Spieler vorzeitig aus, gehört der Pot dem verbliebenem, der den höchsten Einsatz brachte, welcher nicht erwidert wurde.
Showdown
Als Showdown bezeichnet man das Aufdecken bis dahin verschlossen und geheim gehaltenen Karten. Entweder entsteht ein Showdown, weil sich einer der Spieler im Spielverlauf dazu entscheidet seine gesamten Chips zu sammeln und mindestens eine Person mitgeht (call), oder wenn nach dem River, der fünften Karten, die finale Spielrunde abgeschlossen ist und die Einsätze gleich hoch sind. Der Spieler mit der stärkeren Hand gewinnt den Pot – es sei denn beide Spieler haben eine gleich starke Hand. In diesem Fall wird der Pot exakt unter den Gewinnerpartein aufgeteilt.
Kartenkombinationen / Wertigkeit
Eine Hand wird beim Poker nach der Kombination bewertet. Dabei gilt: Je geringer die Wahrscheinlichkeit für ein Ereignis, desto höher ist die Wertung dafür. Sollten zwei Spieler die identische Kombination haben, so entscheidet der „Kicker“. Diese Karte ist, neben der betreffenden Kombination, das Kriterium für die höhere Hand. Beispiel:
Zwei Paare mit 5en und 9en haben zwei Spieler, allerdings hat einer noch einen König, ein anderer nur einen Buben auf der Hand. Die Hand mit dem König gewinnt, da alle 5 Karten zu einer Hand zählen und gewertet werden. Die Farbe der Spielkarten ist hierbei egal, es sei denn es handelt sich um einen Flush (s.u.).
| Name | Bedeutung | Kriterium | Wahrscheinlichkeit bei 5 Karten | Wahrscheinlichkeit bei 7 Karten |
| Höchste Karte (High Card) | Keine der unteren Kombinationen | Höhe der einzelnen Karten | 50,12 % | 17,41 % |
| Ein Paar (One Pair) | Zwei Karten gleichen Wertes | Höhe des Paars und der Beikarten | 42,26 % | 43,83 % |
| Zwei Paare (Two Pair) | Zwei Paare | Höhe der Paare und der Beikarte | 4,75 % | 23,50 % |
| Drilling (Three Of A Kind) | Drei Karten gleichen Wertes | Höhe des Drillings und der Beikarten | 2,11 % | 4,83 % |
| Straße (Straight) | Fünf Karten in einer Reihe | Höchste Karte | 0,392 % | 4,62 % |
| Flush | Fünf Karten in einer Farbe | Höhe der einzelnen Karten | 0,197 % | 3,03 % |
| Full House | Ein Drilling und ein Paar | Höhe des Drillings und Höhe des Paars | 0,144 % | 2,60 % |
| Vierling (Four Of A Kind) | Vier Karten gleichen Wertes | Höhe des Vierlings und der Beikarte | 0,0240 % | 0,17 % |
| Straight Flush | Straße in einer Farbe | Höchste Karte | 0,00139 % | 0,028 % |
| Royal Flush | Straße in einer Farbe mit Ass als höchste Karte | Split Pot | 0,000154 % | 0,0032 % |
Straßen dürfen mit einem Ass beginnen oder enden. Eine Straight von 10 bis Ass ist also erlaubt, genauso wie eine Straight von Ass (als 1) bis 5. Nicht erlaubt sind Straßen von König bis Vier o.ä., also muss eine Straße immer entweder eine 5 oder 10 enthalten.
Eine detaillierte Anleitung, die auf viele bekannte Problemfälle eingeht, findet ihr bei den Pokerregeln!
Spielarten
Man unterscheidet zwischen drei Poker – Varianten im Kartenpoker.
Die erste Variante ist das Hold'em. Dazu gehören neben dem äußerst beliebten und bekannten Texas Hold'em auch die Spielform des Omaha Hold'em. Charakteristisch für diese Spielversion sind die „community cards“, die „Gemeinschaftskarten“. Bei den beiden genannten Versionen gibt es fünf Gemeinschaftskarten, aus denen sich jeder Spieler seine Hand auswählen und kombinieren kann. Dies geschieht gemeinsam mit den Karten, die ein Spieler auf der Hand hat. Die verbreitetste Variante ist das No Limit Hold'em, bei dem in jeder Setzrunde der gesamte Chipstapel eingesetzt werden kann. Omaha wird dagegen oft mit Pot Limit gespielt, bei dem nicht mehr gesetzt werden darf, als der aktuelle Potbetrag ist. Der Grund für die weite Verbreitung von Texas Hold'em ist die einfache Erlernung der Spielregeln und die trotzdem hohe Schwierigkeit. Es dauert lange, um ein guter Pokerspieler zu werden, das Glück kann aber auch den Unerfahrenen hold sein.
Beim Stud Poker erhält jeder Spieler sowohl offene als auch verdeckte Karten. Häufig wird Seven Card Stud gespielt, nur noch seltener andere Versionen. Stud wird in der Regel mit Ante und Fixed, also vorgeschriebenem Limit gespielt. In Casinos war Seven Card Stud oft die einzige Spielweise, die angeboten wurde. Heutzutage wird jedoch Texas Hold'em immer häufiger auch in Spielbänken angeboten.
Die dritte Variante ist das Draw. Diese Version wird als älteste Pokervariante angesehen. Je nach Spielart bekommt hier jeder Spieler eine feste Anzahl an Karten, in die nur er Einsicht hat. Dies ist die einzige Variante, bei der nur die eigenen Karten gesehen werden, bis es zum Showdown kommt. Der Glücksfaktor ist dadurch auch höher, als bei Stud oder Hold'em Poker. Die bekannteste Spielart ist das Five Card Draw. Diese in vielen Filmen (s. Wester, Oceans Eleven) propagierte Version des Pokers ist lange Zeit die beliebteste Pokervariante gewesen. Hier können die Karten auf der Hand gegen unbekannte getauscht werden, um die Hand zu verbessern. Setzrunden gibt es natürlich ebenso, wie bei anderen Pokerarten.
Weiterhin gibt es einige Pokerversionen in Casinos, die angeboten werden, sonst aber kaum gespielt werden. Dazu zählt zum Beispiel auch das Easypoker oder „Let it ride“. Würfelpoker (Dice Poker) existiert bereits seit 1880. Würfelpoker gibt es ebenfalls in verschiedensten Varianten, die aber kaum bekannt sind und gespielt werden.
Setzstruktur
Sie Setzstruktur ist essentiell beim Poker, da sie entscheidet, welcher Spieler wann wie viel setzen darf und wie hoch der Pot dementsprechend werden kann. Unterschieden wird hier zwischen:
- No Limit: Jeder Spieler darf jederzeit – natürlich nur, wenn er dran ist – seine gesamten Chips setzen. Tut er dies, so ist er „all in“.
- Pot Limit: Beim Pot Limit dürfen nur so viele Chips gesetzt werden, wie bereits im Pot liegen. Der Einsatz wird sofort zum Pot hinzugerechnet.
- Fixed Limit: Oft auch nur als „Limit“ bezeichnet schreibt diese Variante die Höhe der Einsätze und Erhöhungen direkt für jede einzelne Setzrunde vor.
Weitere kleinere Spielarten tauchen vereinzelt auf, allgemein anerkannt ist allerdings die Regel, dass der Mindesteinsatz bei einer Setzrunde dem Big Blind mindestens entsprechen muss.
Wertungsvarianten & Sonderregeln
Die klassische Variante der Wertung ist „High“. Bei dieser Version gewinnt die beste Hand, ein Royal Flush ist also die höchste Hand, während eine High Card die kleinstmögliche Kombination der Karten darstellt.
Beim „Low“ bzw. „Lowball“ gewinnt nach dem gleichen System die niedrigste Hand. Doch „Low“ ist nur ein Überbegriff für viele weitere Spielarten des Poker, die heutzutage jedoch nicht mehr verbreitet sind. Es gibt hierbei mehrere Varianten, die teilweise auch nicht mit allen 52 Karten gespielt werden. Auf spezielle Varianten soll hier jedoch nicht weiter eingegangen werden.
Auch bei Cash Games können Sonderregeln angewandt werden, diese treten in Kraft, wenn alle am Tisch spielenden Teilnehmer dieser Regeländerung zustimmen. Beispielsweise können Karten zu Jokern erklärt werden oder als Wildcards eingefügt werden. Diese können dann auch zu einem Fünfling verhelfen, der oft auch den Royal Flush schlägt. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass beide Ereignisse auf eine Spielrunde fallen, sehr, sehr klein. Spielvarianten, wie das Speedpoker oder Royal Hold'em sind auch für das Omaha oder Texas Hold'em bekannt.
Spieltheorie und -philosophie
Spieltheorie
Viele Pokerentscheidungen lassen sich spieltheoretisch begründen. In der Spieltheorie geht es darum durch mathematische Beweggründe sein Spiel zu gestalten. Vor allem im Onlinepoker wird die Entscheidung erschwert, da sich hier keine Mimik oder Reaktionen der Gegenspieler erkennen lassen. Eines der wichtigsten Werke dieser Problematik hat David Slansky veröffentlicht und heißt „The Theory of Poker“. Aus theoretischer Sicht ist es daher auch besser, eine kleinere Wahrscheinlichkeit zu spielen, die mehr Input bringt, als eine größere Wahrscheinlichkeit mit größerem Risiko.
Wichtig ist es außerdem, die eigene Position so genau wie möglich bestimmen zu können. Hierfür sollte man ungefähr einschätzen können, wie groß die eigenen Siegeschancen sind und welche Karten noch kommen können.
Psychologie und Poker
Ein professioneller Spieler kann aus dem Bewegungsablauf und dem Verhalten seines Gegners erahnen, welche Spielweise er verfolgt. So kann er außerdem schätzen, welche Karten der Gegenüber auf der Hand hat. Es kann anhand der Gestik und Mimik einiges über einen Spieler ausgesagt werden. Beispielsweise gilt die Faustregel: Je länger das Blatt angestarrt wird, desto besser ist die Hand. Auch, weil Augen, Mund, Hände und Körperhaltung Ausschluss über die Karten geben können, tragen zum Beispiel viele Turnierspieler eine Sonnenbrille. Sollte kein Anzeichen preisgegeben werden, so spricht man von einem Pokerface. Dies erfordert eine sehr starke Disziplin, da sich Regungen bei uns Menschen schon unterbewusst ausprägen. Verbale Attacken oder Redereien sind ebenfalls erlaubt, wodurch der Gegner verunsichert oder abgelenkt werden kann. Heute ist es schon bald eine größere Kunst, die Mimik und Gestik perfekt zu beherrschen, als des Kartenspielens mächtig zu sein.
Gefahren
Wie so viele Glücksspiele, vor allem die, die Geldeinsätze erfordern, birgt Poker eine Gefahr der Abhängigkeit. Das Spiel erweckt bei Anfängern, dass aufgrund des einfachen Regelwerks und der schnellen Erlernbarkeit ebenso schnelle Erfolge gefeiert werden können. Dazu kommen die oft kleinen Beträge der Onlinecasinos, die zum Spielen verleiten. Doch genau dies macht es so gefährlich: Die kleinen Beträge können sich sehr schnell zu großen addieren, das wissen auch die Profis, die auf die Anfänger an den Tischen warten.
Der Onlinepoker schafft darüber hinaus keine weiteren sozialen Kontakte sondern sorgt für Isolation. Bei den meisten Glücksspielsüchtigen ist aber zu beobachten, dass Poker nur der Einstieg ist und später die Automaten o.ä. herhalten müssen.
Verbreitung
Homegames
So werden Unterhaltungspartien zwischen Freunden oder Bekannten genannt, die zu Hause stattfinden. Die Einsätze sind deutlich geringer als im Casino, aber oft ein wichtiger Teil des Pokerabends. Der Stellenwert dürfte heute circa bei Skat oder Schafkopf liegen, welche in Deutschland recht beliebt sind. Oft werden Draw Games gespielt, seit dem Pokerboom aber auch Texas Hold'em. Homegames sind oft kleine Privatturniere, die mit dem Gewinn aller Chips eines Spielers endet.
Öffentliche Pokerräume
In einigen US-Staaten ist das Einrichten von öffentlichen Pokerräumen legal. Hier werden Tische, Geber und Karten zur Verfügung gestellt, der Geber leitet dabei das komplette Spiel. Er verteilt auch die Gewinne und nimmt das Geld ein, das anfällt. Ein öffentlicher Pokerraum finanziert sich durch die Abgabe eines Teil des Pots bzw. durch das Einsammeln von Abgaben pro Runde usw.
Gutes Benehmen wird hier ebenso, wie in Casinos groß geschrieben. Mit dem Toke können bei größeren gewonnen Pots Trinkgelder an den Geber gegeben werden, wie es auch im Casino beim Roulette üblich ist.
Casinos
Die Casinos der Deutschen sind die Spielbanken, die einzig legalen Orte für Glücksspiel in Deutschland. Seit Jahren wird hier auch Poker angeboten, oft nach gleichen, bekannten Regeln. Die größten und bekanntesten Pokerturniere der Welt werden ebenfalls in Casinos ausgetragen. Die World Series of Poker genauso wie die European Poker Tour. Auch in Deutschland gibt es Turniere, diese werden allerdings nur mit Sachpreisen honoriert, die ausschließlich von Sponsoren finanziert sein müssen.
Onlinepoker
Im Internetzeitalter wird das Spielen über den Computer immer beliebter. Die meisten Spieler suchen dabei die Verknüpfung zu Spielern auf der ganzen Welt, mit denen sie gemeinsam spielen können. Das Pokerspiel profitiert durch das Internet extrem, selten wurde es so intensiv und oft gespielt wie im Internet.
Die Vorteile sind vielseitig: Zu jeder Uhrzeit lässt sich ein Tisch mit Spielern finden, es gibt verschiedene Spielmodi und das Spielen mit Spielgeld wird zudem meist kostenlos angeboten. Das Spielen mit Freunden war noch nie einfacher und bedarf keines teuren Equipments mehr. Leider entsteht durch Onlinepoker jedoch auch ein Hang zum Spielen im Internet mit Freunden, wodurch eine soziale Isolation entstehen kann. Außerdem locken viele Onlinepoker Anbieter ihre Kunden mit gratis-Games und Gutscheinen, um sie möglichst dauerhaft an den Pokerraum zu binden. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass das Pokerspiel durch das Internet einiges an Glanz und Anspruch verliert, da viele Komponente aus dem richtigen Spiel fehlen, wie eine psychologische Komponente und das Auslesen der Gestik / Mimik des Gegners.
Finanzieren tun sich die Onlinepoker-Räume mit Abgaben der Pots. Die Abgaben pro Pot sind so klein, dass sie scheinbar nicht auffallen. Doch die enorme Masse an gespielten Händen und Spielern lässt viele kleine Beträge zu einem großen Berg anwachsen. Besonders bei größeren Blinds, die von 2¢ bis zu 2.000 $ reichen können, verdient der Anbieter gutes und einfaches Geld.
Die Rechtslage verbietet Onlinepoker in Deutschland prinzipiell. Da es um reelles Geld geht, sind die Anbieter dazu gezwungen ihr Angebot offiziell nicht in Deutschland anzubieten, trotzdem können Spieler aus aller Welt am Pokerspiel teilnehmen, unabhängig von der Gesetzeslage des Staates.
Einer der bekanntesten Onlinepoker-Anbieter, Partypoker, nehmen laut pokerolymp.de täglich eine Summe zwischen 600.000 – 700.000 $ ein. Nachdem die USA das Gesetz erlassen hatten, dass es verbot Geld auf Konten von Pokeranbietern zu überweisen, waren die Umsätze täglich um circa 20% gefallen, erholten sich jedoch in den letzten Monaten wieder.
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| Bild eines bekannten Online-Pokerdienstes |
Professionelles Poker
Es gibt einige Pokerspieler, die diesen Sport professionell betreiben und davon leben können. Dazu gehören jedoch nur die aller wenigsten. Diese Spieler haben circa den gleichen Stundenlohn eines Durchschnittarbeitnehmers. Beliebt sind bei Profis die Spieltische / -weisen, bei denen möglichst wenig vom Gewinn abgegeben werden muss und möglichst nicht zu viele variable Faktoren mit in den Spielverlauf einfließen.
Einnahmequellen
Ein Gros der (semi-)professionellen Pokerspieler machen ihr Geld im Onlinepoker. Das Internet bietet den ultimativen Vorteil, dass die Zeiten sehr flexibel einteilbar sind und so der normale Tagesablauf kaum behindert wird. Die Option auf ein normales, geregeltes Arbeitsleben ist also stets da und wird von vielen Pokerspielern als Standbein genutzt. Allerdings finden öfter Turniere statt, die zu bestimmten Uhrzeiten gespielt werden. Durch die bereits aufgeführten Nachteile des Onlinepokers ist die Chancengleichheit bereits größer als im reellen Poker. Ebenso rücken so die Spielstärken aller Spieler enger zusammen. In „Cash Games“ machen die meisten Profipokerspieler ihr Geld. Das Risiko ist hier kleiner als sonst wo, da man jederzeit vom Tisch aufstehen kann, um den Gewinn zu sichern.
Turnierspieler sind nur die wenigsten Profis. Das Turnierpoker unterscheidet sich maßgeblich vom Onlinepoker, hier stehen alle psychologischen Tricks zur Verfügung, die Spielweise ist oft aggressiver und die Spieltage stressig. Bei vielen Turnieren sind die Preisgelder jedoch sehr gut, die World Series of Poker stellt jährlich immer Millionenbeträge als Preisgelder zur Verfügung.
In den Jahren 2003-2006 gewannen übrigens Amateurspieler die WSOP, was beweist, dass Poker immer noch ein Glücksspiel ist und das Profis in einzelnen Turnieren auch gut geschlagen werden können.
Bedeutende Spieler
Da Poker ein Glücksspiel ist und so viele unterschiedliche Varianten und Pokerlocations existieren ist es schwer zu sagen, wer denn nun der oder die besten Spieler sind. In den letzten Jahren gab es jedoch einige Namen, die immer wieder für Aufsehen sorgten und mit bedeutenden Siegen auftrumpfen konnten.
David „Chip“ Reese war zum Beispiel einer der besten Allrounder des Pokerspiels. Er unterstrich diesen Titel mit dem Gewinn eines Turniers, welches mit einem Mix aus fünf Pokersorten gespielt wurde. Heute wurde eine seiner größten Trophäen nach ihm benannt, da Chip Reese im Jahr 2007 verstarb.
Der erfolgreichste Pokerspieler dürfte heute noch Phil Hellmuth, der von 1987 bis 2007 elf Turniersiege verbuchen konnte. Es folgen Doyle Brunson und Johnny Chan mit jeweils 10 Siegen.
Zu großer Bekanntheit kam auch Jamie Gold, der mit dem Sieg der WSOP 2006 12 Millionen $ gewann. Der Kanadier Daniel Negreanu und US-Amerikaner Allen Cunningham sind beiden mit etwa 10 Millionen US-Dollar Preisgeldern ebenfalls mehr als feste Größen im Profipoker.
Künstliche Intelligenz beim Poker
Ebenso wie beim Schach versuchten KI-Forscher einen Computer zu bauen, der es mit menschlichen Rivalen aufnehmen konnte. Dabei mussten jedoch viele Faktoren, wie das Bluffen und dem Setzverhalten des Gegners, mit eingerechnet werden.
Im Jahr 2006 wurden die ersten Pokercomputer vorgestellt, 2007 dann wurde Polaris vorgestellt, der jedoch im selben Jahr noch ein Testspiel in zwei Heads up Matches gegen Pokerprofis knapp verlor. Im Jahr 2008 wurde mit weit mehr Spielern und erhöhten Blinds getestet und Polaris ging mit einem Plus von 195000 $ vom Tisch.
Leider sind Teile der Software von Hackern geknackt und in Pokerbots untergebracht worden, gegen die sich Onlinepoker-Anbieter kaum wehren können und mit denen gute Gewinne erzielt werden können.
Poker in den Medien
Videopoker
Videopoker ist eine einfache Version des Pokerspiels Five Card Draw. Es werden fünf Karten ausgegeben, die nur einmal getauscht werden dürfen. Bei einer Mindesthand von einem Paar Buben findet eine Auszahlung statt. Die positive Resonanz führte dazu, dass die erstmals 1970 eingeführten Geräte sich rasch in den Casinos verbreiteten und bis heute, wenn auch in deutlich kleineren Ausmaßen noch recht beliebt sind.
Videospiele
Im Zuge der Popularitätswelle des Pokerspiels entstanden natürlich auch einige Videospiele für jede Plattform. Entscheidend ist hierbei vor allem die Künstliche Intelligenz (KI) der Softwaregegner. Eines der bekanntesten Spiele ist „World Series of Poker“ (und die dazugehörige Serie) von Activision.
Poker im Fernsehen
Seit einigen Jahren, als der Boom des Texas Hold'em begann, war Poker im Fernsehen noch ein seltener Gast. Seitdem sich der Pokersport immer größerer Beliebtheit erfreut, werden mehr Turniere ausgetragen und im Fernsehen gezeigt.
Besonders am Fernsehpoker ist, dass durch spezielle Kameras die Einsicht in die Karten der Spieler möglich ist, die ihre Karten auf Glasplatten auf dem Tisch liegen, die von unten von Kameras gefilmt werden und dem Fernsehpublikum zur Verfügung steht. So ist es möglich die Spielweisen und das Setzverhalten der Profis nach zu vollziehen und daraus zu lernen. Außerdem kommentieren Moderatoren die Spiele und erklären unklare Fachausdrücke oder Sonderregeln.
In Deutschland übertragen Das Vierte und DSF die meisten Pokerspiele im TV. Weiterhin ist TV Total mit der von Stefan Raab eingeführten, periodischen wiederkehrenden Pokerrunde mit Prominenten und einem Online-Qualifikanten, eine erwähnenswerte Pokerveranstaltung im Fernsehen.
Auch in Opern, Ballett und Spielfilmen jeder Art ist Poker immer wieder ein Thema (gewesen). In bekannten TV Serien wie auch in klassischen Werken (La fanciulla del West, Giacomo Puccini) behandeln Poker und setzen sich damit auseinander, bekanntestes Werk der letzten Jahre, in dem Poker im Vordergrund stand, könnte Casino Royal sein, der aktuelle Teile der James-Bond-Reihe.
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Andre
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