Allgemeine Begriffsdefinition
Eine Schule ist eine Bildungs- oder Lehranstalt, die ausschließlich auf das Lehren und Lernen ausgelegt ist. Das Wort „Schule“ stammt vom lat. „schola“, was wiederum aus dem griechischen stammt und ursprünglich „freie Zeit“ oder „Müßiggang“ hieß, später „Studium“ oder „Vorlesung“.
Auftrag und Funktion von Schulen
Schulen haben in Deutschland, dank des Schulgesetzes, einen gewissen Auftrag. Sie sollen die Schüler zu mündigen und verantwortungsvollen Personen formen. Bildung soll gezielt vermittelt werden, sodass den Kindern und Jugendlichen Wissen, Fähigkeiten und Werte und Normen mitgegeben werden, die sie im Leben einsetzen können und müssen. Weiterhin hat die Schule auch einen erzieherischen Auftrag, der sich vor allem auf Respekt und Achtung der Umwelt, zukünftiger Generationen und anderen Menschen bezieht.
Die Persönlichkeitsbildung ist ein weiterer großer Aspekt, den die Schule stark beeinflusst. Hieran erkennt man jedoch auch, dass die Schule die Eltern keineswegs von Aufgaben entbindet, weiterhin ist der Erziehungsapparat ein Ding der Eltern. Bei gesellschaftlichen oder religiösen Problemen mit der Schule entscheidet diese zum Wohl des Kindes, auch wenn so eine Schulpflicht gerichtlich durchgebracht werden muss. Ausnahmen, wie eine Freistellung von muslimischen Kindern vom Schwimmunterricht, werden in der Regel geduldet.
Die Schulfunktionen können, nach Helmut Fend, in vier Aspekte gegliedert sein:
Qualifikation, Sozialisation, Selektion und Legitimation.
Die Qualifikation soll vorbereitend wirken, für privates, soziales und geschäftliches Umfeld. Die Sozialisation bezieht sich hauptsächlich auf den gesellschaftlichen Bereich und soll erwünschtes gesellschaftliches Verhalten vermitteln. Die Selektion ist eine Auslese einer sozialen Position oder Berechtigung und die Legitimation bezieht sich auf die Soziologie, indem sie auf gesellschaftliche Grundwerte hinweist, um Integration und Loyalität zu beweisen.
Viele Schulexperten sehen hinter diesen Zweigen einen „versteckten Lehrplan“, der die Schüler auf Sektoren des Lebens vorbereitet, die nicht mit einfachem Lernen begangen werden können, indem Schüler soziale Kontakte knüpfen, Netzwerke aufbauen, Schummeln und das kulturelle Kapital der Welt erkennen und aufnehmen.
Einer der zentralen Punkte der deutschen Bildung ist eine Chancengleichheit für alle. Damit soll gewährleistet werden, dass jedem Schüler in Deutschland die gleichen Möglichkeiten zukommen (bezieht sich nur auf öffentliche Schulen) und so jeder lernen kann, der lernen will. Jedoch greift die Schule hier auch operierend ein, da es eine Selektion im Schulsystem gibt, dass Schüler in verschiedene Klassen einteilt, um sie so gezielter und besser vorbereiten zu können. Die Vergabe von Schulabschlüssen ist eine der traditionellsten Systeme im Schulsystem. In vielen anderen Staaten ist dieses Verfahren ganz anders, in den USA zählen zum Beispiel andere Kriterien als hier in Deutschland. Ausgehend von diesem Bildungsgrad und dem Schulabschluss entscheidet sich oft auch das Gehalt, dass im Öffentlichen Dienst sehr schön in verschiedenen Abstufungen beobachtet werden kann. Außerdem führte die Chancengleichheit in der Bildungswahl oft zu Streits auf politischer Ebene, da die Selbstbestimmung und freie Wahl für die Schüler nicht zum richtigen Zeitpunkt käme und Abschlüssen, wie der Hauptschulabschluss, zu wenig Berechtigungen mitbrachte und daher schlichtweg nicht mehr ausreiche.
In Deutschland gibt es nach Art. 7 des GG öffentliche und Privatschule, deren Aufsicht immer beim Bund liegt.
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| Die Schüler einer Schule treffen sich zum Gruppenbild |
Schulpflicht
Die Schulpflicht ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben, jedes Kind muss heutzutage also in die Schule gehen. Diese Pflicht geht beim sechsten bis siebten Lebensjahr los und hört frühestens beim neunten bzw. zehnten Schuljahr auf, wenn die Schüler also bereits das 15. oder 16. Lebensjahr angegangen sind. Es ist möglich sich hier zurückstellen zu lassen und neue Tendenzen gehen sogar dahin, dass das Schulsystem ab dem fünften Lebensjahr greifen sollte.
Die Schulpflicht schriebt in Deutschland, neben der Bildungspflicht, detailliert vor, wo und wie die Bildung aussehen soll, sodass Hausunterricht in der Regel nicht gestattet wird. Weiterhin übernimmt die Schule eine Aufsichtspflicht, damit also auch die rechtliche Haftung bei Unfällen auf dem Schulgelände bzw. auf Ausflügen.
Eingeschult werden Kinder ein mal pro Jahr, obwohl dies auch in der Diskussion ist.
Kritik an der Schule
Die traditionelle Schule hat es nicht leicht im 20. Jahrhundert: Oft wurde sie kritisiert und fand sich in den 1970ern in eine Reform verwickelt. Es entstanden darüber hinaus weitere Schulen, die sich nicht nach dem autoritären Prinzip lenken lassen wollten. So entstanden Alternativschulen, die einen nicht zu geringen Einfluss hatten und noch bis heute bewahren.
Weiterhin wurde befürchtet, dass Schulen durch den „Drang“ des Unterrichts das Lernvermögen und vor allem den Lernwillen deutlich hemmt und so einschränkt. Dies zu verhindern suchen Alternativschulen zu tun, ohne dabei anderweitige Abstriche in Kauf nehmen zu müssen.
Kritiker bemängeln weltweit die Leistungen der Schule, vor allem in sozial schwachen Regionen. Ausführlich sollte dies im Kapitel Schulkritik behandelt werden.
Schulrecht
Das Schulrecht regelt Angelegenheiten zwischen Angehörigen und der Schule. Der Schulleiter ist die höchste Instanz der Schule, er regelt die eingehenden Beschwerden gegenüber Lehrern oder dem Schulapparat bzw. dem Schuleigentum von Dritten. Die reine Schulleitung ist allerdings den Kultusministerien vorbehalten. Weiterhin gibt es Schulräte und Vorsitzende, die auf regionaler, Landes- und Bundesebene das Schulsystem und Streitigkeiten regeln.
Schulaufbau
Der Aufbau einer Schule ist weitaus umfangreicher als lediglich die Kombination aus Lehrern und Schülern. Zu einer Schulgemeinschaft gehören, je nach Art und Ausstattung, die Schulleitung mit dessen Vertretung und umfassendem Apparat und der Lehrkörper mit allen Lehrern und dem Referendariat.
Diese „Führungsebene“ wird, je nach Schultyp, noch durch weitere Posten unterstützt. Bei Waldorfschulen ist dies beispielsweise ein Schularzt. Weiterhin haben sich in den letzten Jahren vor allem Schulpsychologen größerer Beliebtheit erfreut, ebenso Sozialpädagogen, die vor allem an Gesamt- und Hauptschulen großes Sozialbildungsbedürfnis sehen. Weiterhin erfüllen Schulassistenten umfangreiche Aufgabenfelder, die zwischen Lehrkörper, Schuldirektion und Sekretariat stehen.
Die Schule als demokratische Einrichtung unterliegt natürlich auch gewissen Beteiligungspflichten, so sind Lehrer, Eltern und Schüler in Räten und Vertretungen organisiert um gemeinsam schulinterne Belange zu klären. Aus diesen Hierarchien entwickeln sich auch vielzählige Konferenzen, die detaillierter Aspekte behandeln, die mit der Schule zu tun haben.
Schultypen
Da die Bildung immer noch unter das Hoheitsgebiet der Länder fällt, vereint der Bund nur unter Eckpunkten und sucht einen Abgleich zwischen den bekannten Formen. Die Schulformen und -bezeichnungen können variieren.
Schultypen in Deutschland:
Grundschule (mit Vorschule)
Hauptschule / Hauptschulabschluss
Realschule / Mittlere Reife
Gesamtschule / Hauptschulabschluss / Mittlere Reife / Abitur
(Fach-)Gymnasium / (Fach-)Abitur
Fachoberschule
Berufsschule
Kolleg
Wissenswertes zu Schulen auf der ganzen Welt
Laut der PISA-Studien hat Finnland das erfolgreichste Schulsystem. Unter anderem galt auch die DDR als Vorbild. Sitzenbleiben ist unbekannt in Finnland, die Klassen haben eine Stärke von 20 Schülern und 90% aller Finnen besuchen eine qualifizierte Vorschule.
Das Gegenteil dazu finden wir in den Entwicklungsländern der dritten Welt. Während sich ehemalige englische Kolonien, wie Tansania oder Kenia, noch an dem ehemaligen Kolonialherren orientieren, finden die meisten Kinder in Afrika keine schulische Ausbildung. Wer kann, der schickt seine Kinder auf Privatschulen oder ins Ausland.






Andreas Kemper
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