Tierversicherung

Versicherungsschutz für Hund und Katze

Bisher hat nur ein verschwindend geringer Teil der Katzen und Hunde in Deutschland eine Tierversicherung. Doch jetzt drängt mit dem Allianz-Konzern ein neuer Anbieter auf den lukrativen Markt der Versicherungspolicen für Haustiere.


Trotz aller Liebe und Pflege und auch mit den hochwertigsten Medikamenten und wirksamsten Vorbeugemaßnahmen lässt es sich nun mal nicht verhindern, das unsere tierischen Lieblinge krank werden. Dabei ist es nicht unbedingt wichtig, ob Moritz mal wieder erkältet ist oder Bello von einem Auto angefahren wurde: Wir leiden mit unseren Tieren und versuchen alles Mögliche zu tun, um sie wieder "gesund zu machen". Doch jeder Tierbesitzer weiß, dass dies oft auch richtig teuer werden kann.

Liegt die Rechnung der Tierarztpraxis erstmal auf dem Tisch ist es zu spät. An die Krankenversicherung für das geliebte Haustier muss rechtzeitig gedacht werden, denn akut und chronisch kranke Tiere können nicht versichert werden. Auch das Alter des Hundes oder der Katze spielt eine Rolle. Bislang sind von den etwa 13,3 Millionen Hunden und Katzen in Deutschland nicht einmal zwei Prozent versichert. Im Vergleich dazu verfügt beispielsweise in Schweden jeder zweite Hundebesitzer über eine Tierkrankenversicherung, in Großbritannien ist bereits jedes vierte Haustier versichert. Eine Online-Umfrage der Tierpsychologen von den "Vierpfotenprofis" - zusammen mit den LYCOS Tierwelten und der Tierheilpraktikerin Kristina Kuhn - hat bestätigt, dass im Sommer 2008 in Deutschland erst 9,4 Prozent der Halter eine Tierkrankenversicherung abgeschlossen hatten.

Bisher bieten in Deutschland nur die Spezialanbieter Uelzener Versicherung und Vereinigte Tierversicherung, sowie die Axa, Helvetia und Agila entsprechende Tierkrankenpolicen an. Auch die Operationskosten-Tierversicherung der "Tierkrankenkasse", die zur Agila gehört, steht allen gesunden Hunden oder Katzen offen, die maximal 4 Jahre alt sind. Der Vollkostenvariante (Gesundheitspass) der Tierkrankenkasse, können Hunde bis zum siebten, Katzen sogar bis zum neunten Lebensjahr beitreten. Das Tier bleibt ein (Tier-)Leben lang versichert, egal welcher Höhe Tierarztkosten entstehen. Nun drängt mit dem Branchenriesen Allianz ein weiterer Anbieter in den lukrativen Markt der Tierkrankenversicherungen.

Das Versicherungsunternehmen wirbt mit drastischen Fallbeispielen: Muss etwa bei einem Golden Retriever eine Magendrehung operiert werden, sind 2000 Euro fällig. Das Verdrahten und Nageln gebrochener Katzenknochen schlägt mit 840 Euro zu Buche. Dagegen wirken die monatlichen Kassenbeiträge für die Haustiere auf den ersten Blick moderat: Im Monat 27 bis 42 Euro beim Hund, je nach Rasse, Alter und Umfang des Schutzes. Bei Katzen reicht die Spanne von 18 bis 28 Euro. Dafür zahlt die Allianz für die Operation an Fiffis gebrochenem Bein oder einem Darmverschluss von Minka ebenso wie für Medikamente und sogar Homöopathie – solange ein ausgebildeter Tierarzt behandelt. Das Assekurranzunternehmen übernimmt dann 80 Prozent der Operation bis maximal 3000 Euro, bei allen anderen Behandlungen von Unfällen und Krankheiten 80 Prozent bis maximal 1000 Euro. Mitinbegriffen ist eine Rund-um-die-Uhr-Rechtsberatung am Telefon für alle tierischen Eventualitäten. Wer will, kann für den Hund auch ein abgespecktes Programm bekommen: Für 13 Euro im Monat zahlt die Allianz dann nur bei Operationen.

Der Bundesverband praktizierender Tierärzte e.V. (bpt) begrüßt den Vorstoß des Versicherungsgiganten. "Bisher führen Tierkrankenversicherungen in Deutschland ein Schattendasein. Dabei sind sie für Tierarzt und Besitzer in der Regel eine große Erleichterung", meint bpt-Geschäftsführer Heiko Färber. Die Verbraucherschützer sind dagegen eher skeptisch. „Eine Tierkrankenpolice ist kein existenziell wichtiger Schutz wie etwa eine private Haftpflichtversicherung oder eine gegen Berufsunfähigkeit. Mit hochgerechnet einigen Hundert Euro Beitrag pro Jahr frisst sie aber Summen auf, die mancher Haushalt nicht zur Verfügung hat", meint Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale NRW. Lilo Blunck vom "Bund der Versicherten" verweist auf das Kleingedruckte, das bei Tierpolicen oft besonders schwer durchschaubar ist: Der eine Anbieter staffelt seine Prämien nach Tieralter. Mal erhalten Hunde und Katzen ab fünf, sieben oder acht Jahren überhaupt keine neue Versicherung. Andere sortieren nach Rasse und damit nach Risikoklasse. Denn große Hunde gelten als anfällig für teuere Gelenkskrankheiten. Der dritte Versicherer mischt die Kriterien. Oft gibt es Selbstbehalte, die zwischen zehn und 30 Prozent schwanken. Wohnungskatzen sind billiger als Freigänger.

Man muss fast Tierarzt sein, um beurteilen zu können, was eine Police wert ist“, warnt auch Elke Weidenbach. Oft sei z.B. die Impfung des Tieres nicht mitversichert. Manche Tierversicherer bieten auch reine OP-Policen, die teils schon unter zehn Euro monatlich zu haben sind. Bei diesen vermeintlich günstigen Angeboten ist die Erstattungssumme aber dann bisweilen auf 500 Euro begrenzt, womit Tierhalter mitunter - wenn es wirklich ernst wird - auf dem größeren Teil der Kosten sitzen bleiben.

Kommentare

Noch eine nutzlose Versicherung?

Bei Versicherungen sollte man immer sehr vorsichtig sein. Es werden immer wieder neue Versicherungen erfunden, die kein Mensch braucht. Insbesondere sollte man nur die Risiken versichern, die im Schadensfall existenzbedrohend sind (Gebäudeversicherung, Haftpflichtversicherung). Das ist bei einem Haustier sicher nicht der Fall. Insbesondere bei den von der Autorin genannten Kosten sollte einleuchten, dass eine Tierkrankenversicherung nur von finanziell besser gestellten Haushalten finanziert werden kann. Diese Zielgruppe sollte aber auch keine Probleme haben, die Kosten im Notfall selbst zu stemmen.

Letztendlich muss jeder selbst mit spitzem Bleistift rechnen, ob er im Notfall bereit wäre, viel Geld für die Gesundheit seines Haustieres auf den Tisch zu legen, oder ob er lieber monatlich einen kleinen Betrag zahlt und dafür Sicherheit hat. Aber auch in letzterem Fall muss das Kleingedruckte sehr genau studiert werden. Oft verbergen sich dort Klauseln, die eine Übernahme der Kosten in bestimmten Fällen ausschließen.

Zuletzt bearbeitet 12.05.2009 15:53
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Verzeichnis Eintragung

Lieber Knol Autor!


Ich arbeite gerade an dem Projekt "Knol-Info" und möchte damit eine gemeinsame deutsche Plattform zu Google Knol erschaffen. Darum habe ich deinen Knol von http://www.knol-info.de/component/mtree/Alltag--2F-Sonstiges verlinkt, ich hoffe du hast nichts dagegen.



Du kannst weitere Knols von dir oder Freunden selbst eintragen, außerdem findest du viele nützliche Informationen und Tipps! 
Solltest du mit der Verlinkung nicht einverstanden sein, melde dich einfach kurz bei mir.



Viele Grüße!

Erik

Zuletzt bearbeitet 26.11.2008 07:13
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Tierkrankenversicherung - Verbraucherschützer

Sind Verbraucherschützer eigentlich haftbar? Meistens kommen aus dem "Verbraucherschutz" nur unqualifizierte Aussagen. Wenn jetzt jemand aufgrund der Empfehlung des Verbraucherschutzes keine Tierkrankenversicherung abschließt und das geliebte Haustier wird krank, kann man seine Tierarztrechnungen dann an die Verbraucherschützerzentrale schicken? Ich hätte alle Lust dazu.

Der Link zur http://www.Tierkrankenkasse.net ist finde ich gut. Die Tierkrankenversicherungen von denen ist nicht schlecht.

Zuletzt bearbeitet 12.05.2009 15:49
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Gabriele Müller
Gabriele Müller
Tierpsychologin
Wuppertal, Germany
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