Regeln sind da, um gebrochen zu werden und der Zweck heiligt die Mittel: Dies ist die Devise, nach der die Vertreter des Staates im amerikanischen Polizeithriller allzu gern agieren. Clint Eastwoods Dirty Harry war in den 70er Jahren der Archetyp des schonungslosen, aber effektiven Ermittlers, der aufgrund der Wahl seiner Mittel regelmäßig in Konflikt mit den Regularien des Gemeinwesens gerät, die er eigentlich durchzusetzen hat. Mit L. A. Confidential (1997) wurde dann auch die Institution des Polizeiwesens selbst als Sumpf der korrupten Gewalt denunziert. Ein Staat im Staat entsteht - Cop Land (1997) - in dem ganz eigene Gesetze existieren. In dieser Welt sozialisiert und ausgebildet, setzt in Street Kings (2008) Keanu Reeves als Nachwuchspolizist mit größter Selbstverständlichkeit manipulative und gewalttätige Ermittlungsmethoden ein, deren Vertuschung von der polizeilichen Institution gebilligt wird. In diesem Haifischbecken scheint nur der Skurpelloseste überleben zu können - in diesem Fall der Chef der Polizeibehörde selbst, der seine Beamten in ein undurchschaubares Netz aus Lüge und Verschwörung verwickelt.
Diese thematische Entwicklung des Polizeifilms ist die Vorgeschichte, auf deren Basis Robert De Niro und Al Pacino in Kurzer Prozess (Originaltitel: Righteous Kill) als alte Haudegen des New York Police Departments agieren. Desilussioniert mit den Institutionen der Gesellschaft, glauben sie nicht mehr daran, dass der Polizeiapparat aus sich selbst heraus Recht oder gar Gerechtigkeit schaffen kann. Zu oft schlüpfen überführte Straftäter mit Hilfe gewitzter Anwälte durch die grobmaschigen Lücken der Gesetze . Nur durch die Manipulation von Indizien am Tatort scheint das durchsetzbar, was die beiden Partner als gerechten Lauf der Dinge betrachten: Einem vom Gericht ungestraft auf freien Fuß gesetzten Gewalttäter schieben sie eine Straftat unter, für die er im Gefängnis landet, obwohl er sie nicht begangen hat. Dies ist der Sündenfall, der zum Ausgangspunkt eines Plots wird, in dessen Verlauf die beiden Ermittler den Glauben an ihre eigene Integrität verlieren und zu einer brachialen Selbstjustiz übergehen.
Die damit einhergehenden Serienmorde sind - so der Gestus des Films - nurmehr Teil eines psychoanalytischen Selbstfindungsprozesses. Immer wieder werden Dialoge zwischengeschnitten, in denen die beiden Protagonisten einem Polizeipsychologen mehr oder weniger unwillig von ihren inneren Beweggründen berichten. Pacino zeichnet seine Gedanken, wie vom Analytiker empfohlen, in einem Notizbuch auf, das er ständig mit sich führt. Erst dadurch wird ihm bewusst, wie weit er sich von den Idealen entfernt hat, mit denen er einst angetreten war, erst dadurch erhält er schließlich Absolution.
Der Film reflektiert also höchst selbstbezüglich die psychologischen Auswirkungen der Genremechanismen des modernen Polizeifilms auf seine Protagonisten und bringt genüsslich die gesamte Rollengeschichte von Pacino und De Niro darin ein. Immer wieder wird auf das Alter und die Vorbildfunktion der beiden Figuren verwiesen. In der Tat haben die beiden Darsteller über mehr als eine Generation hinweg die Typologien von Gangster und Ermittler im amerikanischen Kino geprägt. Die Hauptdarsteller sind dann auch das größte Pfund, mit dem der Film wuchern kann. Leichte schauspielerische Federstriche reichen aus, um mit den Erinnerungsfragmenten an diese Rollentypologie zu spielen und diese leicht zu variieren. Leider gibt der Film den Darstellern jedoch nicht ausreichend Raum, um diesen Aspekt voll zur Geltung zu bringen. Die eher fadenscheinige Rahmenhandlung wird durch eine Hochglanz-Action-Dramaturgie vorangetrieben, die so gar nicht zu dem düsteren Korruptions-Szenario passen mag. Die fehlende Spannung versucht der Film durch eine dramatische Schlusswende wettzumachen, deren Überraschungseffekt jedoch zu spät kommt und somit verpufft.
Diese thematische Entwicklung des Polizeifilms ist die Vorgeschichte, auf deren Basis Robert De Niro und Al Pacino in Kurzer Prozess (Originaltitel: Righteous Kill) als alte Haudegen des New York Police Departments agieren. Desilussioniert mit den Institutionen der Gesellschaft, glauben sie nicht mehr daran, dass der Polizeiapparat aus sich selbst heraus Recht oder gar Gerechtigkeit schaffen kann. Zu oft schlüpfen überführte Straftäter mit Hilfe gewitzter Anwälte durch die grobmaschigen Lücken der Gesetze . Nur durch die Manipulation von Indizien am Tatort scheint das durchsetzbar, was die beiden Partner als gerechten Lauf der Dinge betrachten: Einem vom Gericht ungestraft auf freien Fuß gesetzten Gewalttäter schieben sie eine Straftat unter, für die er im Gefängnis landet, obwohl er sie nicht begangen hat. Dies ist der Sündenfall, der zum Ausgangspunkt eines Plots wird, in dessen Verlauf die beiden Ermittler den Glauben an ihre eigene Integrität verlieren und zu einer brachialen Selbstjustiz übergehen.
Die damit einhergehenden Serienmorde sind - so der Gestus des Films - nurmehr Teil eines psychoanalytischen Selbstfindungsprozesses. Immer wieder werden Dialoge zwischengeschnitten, in denen die beiden Protagonisten einem Polizeipsychologen mehr oder weniger unwillig von ihren inneren Beweggründen berichten. Pacino zeichnet seine Gedanken, wie vom Analytiker empfohlen, in einem Notizbuch auf, das er ständig mit sich führt. Erst dadurch wird ihm bewusst, wie weit er sich von den Idealen entfernt hat, mit denen er einst angetreten war, erst dadurch erhält er schließlich Absolution.
Der Film reflektiert also höchst selbstbezüglich die psychologischen Auswirkungen der Genremechanismen des modernen Polizeifilms auf seine Protagonisten und bringt genüsslich die gesamte Rollengeschichte von Pacino und De Niro darin ein. Immer wieder wird auf das Alter und die Vorbildfunktion der beiden Figuren verwiesen. In der Tat haben die beiden Darsteller über mehr als eine Generation hinweg die Typologien von Gangster und Ermittler im amerikanischen Kino geprägt. Die Hauptdarsteller sind dann auch das größte Pfund, mit dem der Film wuchern kann. Leichte schauspielerische Federstriche reichen aus, um mit den Erinnerungsfragmenten an diese Rollentypologie zu spielen und diese leicht zu variieren. Leider gibt der Film den Darstellern jedoch nicht ausreichend Raum, um diesen Aspekt voll zur Geltung zu bringen. Die eher fadenscheinige Rahmenhandlung wird durch eine Hochglanz-Action-Dramaturgie vorangetrieben, die so gar nicht zu dem düsteren Korruptions-Szenario passen mag. Die fehlende Spannung versucht der Film durch eine dramatische Schlusswende wettzumachen, deren Überraschungseffekt jedoch zu spät kommt und somit verpufft.




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