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Freie Marktwirtschaft und Ökologie

Die theoretischen Grundlagen der Freien Marktwirtschaft und Ökologie

Darwins Theorie der Evolution durch natürliche Auslese war entscheidend beeinflusst durch die Ideen eines Geologen, Demographen und Ökonomen, dass geologische Veränderungen in der Vergangenheit durch die gleichen Faktoren erklärt werden können, die zur Zeit wirksam sind, dass die Veränderungen allmählich stattfanden, dass die Nachfrage schneller als das Angebot wächst, was zum Wettbewerb um Ressourcen führt, und dass Marktkräfte zu einem Gleichgewicht führen. Darwins Theorie ist die Grundlage eines Grossteiles der modernen Ökologie, d.h. der Gleichgewichts-Ökologie, deren drei Säulen der Wettbewerb um Ressourcen, Überleben der Geeignetsten, und Gleichgewicht in der Natur sind. – Parallel dazu sind die Säulen der Freien Marktwirtschaft Wettbewerb um Ressourcen, das Prinzip des komparativen Vorteils, und Gleichgewicht. – Neuere Befunde haben unsere Ansichten über Gleichgewicht in der Natur verändert. Hier untersuchen wir, ob sich diese Befunde auf die Ökonomie anwenden lassen.



Hintergrund


Darwins Theorie der Evolution durch natürliche Auslese war entscheidend beeinflusst durch einen führenden Geologen seiner Zeit, Charles Lyell, einen führenden Demographen, Thomas Robert Malthus, und einen führenden Ökonomen, Adam Smith. Lyell [1] schlug die Theorie des Uniformitarianismus vor, nach welcher geologische Strukturen in der Vergangenheit durch die gleichen Faktoren zustande kamen, die in der Gegenwart wirksam sind, und dass die Veränderungen allmählich vor sich gingen. Malthus [2] erkannte, dass die Nachfrage schneller als das Angebot wächst, was zum Wettbewerb um Ressourcen führt, und Smith [3] schlug vor, dass Marktkräfte die Preise regulieren und so zu einem Gleichgewicht führen, das die von Malthus vorrausgesagten Katastrophen verhindert. Ferner schlug er einen Mechanismus vor, der den freien Handel zwischen Ländern rechtfertigt, nämlich das Prinzip des absoluten Vorteils, das bald durch Ricardos [4] Prinzip des komparativen (vergleichsweisen) Vorteils ersetzt wurde. - Darwins [5] Theorie stellt die Grundlage eines Grossteils der modernen Ökologie dar, die am besten als Gleichgewichts-Ökologie bezeichnet wird [6]. Ihre drei Säulen sind der Wettbewerb um Ressourcen, Überleben der Geeignetsten, und Gleichgewicht in der Natur. - Parallel dazu basiert die freie Marktwirtschft  weitgehend auf den Ideen von Smith und Ricardo. Ihre Säulen sind der Wettbewerb um Ressourcen, das Prinzip des komparativen Vorteils, und Gleichgewicht in der Wirtschaft, obwohl viel in den letzten 200 Jahren passiert ist und zumindest einige Ökonomen Ungleichgewichts-, ökologische und psychologische Vorstellungen berücksichtigten. - Hier untersuchen wir, wie neuere Untersuchungen unsere Vorstellungen über Gleichgewicht in ökologischen Systemen verändert haben, und ob diese Befunde auf die Ökonomie angewandt werden können.


Definitionen


Absoluter Vorteil: ein Land hat einen absoluten Vorteil in der Herstellung eines Produktes über ein anderes Land, wenn seine Herstellungskosten für dieses Produkt niedriger sind.

Alternativkosten: die Menge eines Produktes, die aufgegeben werden muss, damit eine zusätzliche Einheit eines anderen Produktes hergestellt werden kann.

Autökologie: die Untersuchung der Ökologie bestimmter Arten und Populationen.

Begrenzende Ressource: eine Ressource (Nahrung, Raum, usw.), die in potentiell begrenzendem Ausmass verfügbar ist, d.h. die die Populationsgrösse begrenzt, selbst wenn andere Ressourcen ausreichend vorhanden sind.

Charakterverdrängung: die Veränderung der Eigenschaften einer Art infolge des Wettbewerbes mit anderen Arten oder der Verstärkung von Fortpflanzungsbarrieren (Wallace-Effekt).

Dichte-Abhängigkeit: Abhängigkeit von der Populationsdichte (Individuen per Gebietseinheit).

Evolution: Veränderungen in Arten und ihrer Eigenschaften im Laufe der Zeit.

Gleichgewicht: Balance in der Wirtschaft und Natur.

Komparativer (vergleichsweiser) Vorteil: ein Land hat einen komparativen Vorteil in der Herstellung eines Produktes über ein anderes Land, wenn seine "relativen Produktionskosten" niedriger sind (oder: für welches die Alternativkosten der Produktion niedriger sind: siehe Alternativkosten).

Leere Nische: das Potential, dass mehr Arten in einem Habitat existieren können, als zu einem gegebenem Zeitpunkt vorhanden sind.

Malthusische Katastrophe
: Katastrophe (Populationszusammenbruch) als Folge der Diskrepanz in der Zunahme der Nachfrage und des Angebotes.

Natürliche Auslese
: Mechanismus, gemäss dem die Evolution eine Folge des Überlebens der Geeignetsten ist.

Nische: der Platz einer Art in der Natur, oder: der Platz einer Art im hyperdimensionellen Nischenraum (Nischenraum mit vielen Nischendimensionen; siehe: Nischendimension).

Nischendimension
: eine von vielen Nischendimensionen (z.B. Habitat, Nahrung, Salinität, Umweltstemperatur, Wirt eines Parasiten, usw. usw.), die den Platz einer Art in der Natur bestimmen.

Optimierung
: optimale (best-mögliche) Anpassung an Umweltsbedingungen.

Ungleichgewich
t: Nicht-Balance in der Natur.

Uniformitarianismus
: Theorie die behauptet, dass geologische Strukturen in der Vergangenheit durch die gleichen Prozesse zustande kamen, die in der Gegenwart wirksam sind, und dass Veränderungen allmählich stattfanden.

Vagilität
: der Grad, zu welchem Individuen oder Arten sich innerhalb eines Habitats oder zwischen Habitaten bewegen können.

Verstärkung von Fortpflanzungsbarrieren
(= Wallace-Effekt): Veränderungen der Eigenschaften einer Art, die die Hybridisierung mit nahe verwandten (kongenerischen = zur gleichen Gattung gehörenden) Arten verhindert, wenn solche Arten sympatrisch (nahe beieinander) leben.

Wallace-Effekt: siehe Verstärkung von Fortpflanzungsbarrieren.

Wettbewerb: Prozess, der zum Überleben der Geeignetsten innerhalb einer Art (intraspezifischer Wettbewerb) oder zwischen Arten (interspezifischer Wettbewerb) führt.


Die Vorteile des Freien Handels


Es soll nicht bezweifelt werden, dass freie Märkte/freier Handel grosse Vorteile für viele Länder brachten und Millionen aus der Armut befreit haben. Die Absicht dieses Artikels ist nicht, dies in Abrede zu stellen, sondern davor zu warnen, die freie Marktwirtschaft zum Dogma zu erheben, das unter allen Bedingungen befolgt werden muss, ohne Rücksicht auf die lokalen Bedingungen und potentielle Gefahren für Entwicklungs- (und entwickelte) Länder.


Geschichte der Konzepte


Wie oben schon erwähnt, hat sich vieles in der Wirtschaftstheorie in den zwei Jahrhunderten seit Smith und Ricardo getan. Dieser Artikel beabsichtigt nicht, alle diese Entwicklungen zu diskutieren, sondern beschränkt sich darauf, einige "klassische" Annahmen, die in der  Wirtschaftstheorie  immer noch dominieren, kritisch zu analysieren.


Freie Märkte in der Wirtschaft


Ricardos Prinzip des komparativen (vergleichsweisen) Vorteils ersetzte das frühere Prinzip des absoluten Vorteils von Adam Smith als Rechtfertigung des freien Handels. Es besagt, dass es für ein Land von Vorteil ist, sich auf ein Produkt zu konzentrieren, für dessen Herstellung es nicht nur einen absoluten, sondern auch einen komparativen Vorteil besitzt , d.h. für welches die "relativen Herstellungskosten"  niedriger sind (oder: für welches die Alternativkosten niedriger sind, wo die Alternativkosten definiert sind als die Menge eines Produktes, die aufgegeben werden muss, um eine zusätzliche Einheit eines anderen Produktes herzustellen). Selbst aus dem Gesichtspunkt eines Landes, das einen absoluten Nachteil in der Herstellung einiger Produkte besitzt, wird  Konzentration auf Produkte mit den niedrigsten Alternativkosten von Vorteil sein. In anderen Worten: beide Länder werden dadurch gewinnen, dass sie sich auf Produkte konzentrieren, die sie vergleichsweise billiger produzieren können: das generelle Ergebnis wird eine Vermehrung des Gesamtproduktes beider Länder sein.

Suranovic (2007) [7] führt eine Anzahl von Bedingungen an, auf die sich das Prinzip gründet. Sie sind für die einfachste Form des Modelles: 1) Arbeit ist homogen innerhalb von aber heterogen zwischen Ländern; 2) Produkte können kostenlos zwischen Ländern transportiert werden; 3) Arbeit kann kostenlos zwischen Industrien innerhalb eines Landes aber nicht zwischen Ländern transferiert werden; 4) es gibt keine Arbeitslosigkeit; 5) es gibt Unterschiede in der Produktionstechnologie zwischen Industrien und Ländern; 6) Arbeit- und Produkt-Märkte sind vollkommen wettbewerbsfähig in allen Ländern; 7) Firmen maximisieren Profit und Verbraucher maximisieren den Nutzen.

Die meisten dieser Bedingungen sind unrealistisch in der modernen Welt (und sie waren wahrscheinlich immer unrealistisch). Komplexere Modelle, die entwickelt wurden, um das Prinzip zu "retten", berücksichtigen dies jedoch.

Ein weiteres Argument gegen die Gültigkeit des Prinzips, das für den einfachen Fall von zwei Ländern plausibel erscheint, ist die Möglichkeit, dass es sich nicht auf den weitaus komplizierteren Fall von vielen Ländern anwenden lässt: hat grössere Komplexität vielleicht eine ganz andere Dynamik zur Folge? In der Ökologie kann der Grad der Komplexität die Stabilität eines Systemes beeinflussen: ein wichtiges Problem ist, ob komplexe Systeme stabiler oder unstabiler als einfache Systeme sind.

Die Frage stellt sich daher: wie verbreitet sind Bedingungen, die die Anwendbarkeit von Ricardos Prinzip rechtfertigen?

In diesem Zusammenhang ist der Nachweis von Chang [8] wichtig, dass der freie Handel in der Geschichte von entwickelten Ländern immer dazu benutzt wurde, weniger entwickelte Länder "unten" zu halten und ihre Industrialisierung zu verhindern. - Ein besonders eindeutiges Beispiel ist der Missbrauch des freien Handels in den Opiumkriegen zwischen Grossbritannien und China 1839 bis 1842 und 1856 bis 1860, nicht lange nach Ricardo. Sie führten zur Korruption Indiens, wo das Opium produziert wurde, und Chinas, das gezwungen wurde, Opium zu importieren, und dies alles im Namen des freien Handels: Grossbritannien brauchte den Opiumhandel, um für wertvolle Importe aus China zu bezahlen. Dies deutet an, dass das Prinzip möglicherweise auf den Handel zwischen Ländern angewendet werden kann, die sich ähneln (in Grösse, Technologie, Bildung, Tradition, usw.), doch dass es nicht angewendet werden kann auf Länder, die sich stark in ihren Wettbewerbsfähigkeiten unterscheiden, was den Weg öffnet für den Stärkeren, seine Macht zu missbrauchen (siehe zum Beispiel den Kollaps der letzten Doha-Verhandlungsrunde über den internationalen Handel). - Mehr generell, das Prinzip macht falsche Annahmen, indem es die psychologischen "Defekte" der Partner ignoriert und daher falsche Voraussagen macht.


Gleichgewicht oder Ungleichgewicht in der Ökologie?


Was kann die Ökologie uns in dieser Hinsicht lehren?

Darwins Theorie der natürlichen Auslese stellt die Grundlage der modernen Evolutionslehre und Ökologie dar. Darwin war beeinflusst durch die Ideen von Thomas Malthus und Adam Smith. Nach Malthus wächst die Nachfrage stärker als das Angebot, weil Populationen exponentiell und Nahrungsangebot nur arithmetisch wachsen, was zum Kampf ums Überleben, d.h. zum Überleben der Geeignetsten führt. Nach Adam Smith sind freie Märkte Regulationsmechanismen, die auf der Grundlage der Nachfrage und des Angebotes wirken und zur Selbstregulierung (durch die sogenannte "unsichtbare Hand") führen und damit zu einem Gleichgewicht. Die von Malthus vorausgesagten Katastrophen ("Malthusische Katastrophen") bleiben wegen des Wettbewerbes (d.h. der Auslese) aus. In  anderen Worten: Gleichgewichtsannahmen sind wesentlich für die Theorie der natürlichen Auslese. Darwin schrieb in seinem "Origin of Species", dass in der Natur "Schlacht innerhalb Schlacht"  fortwährend stattfinden müssen mit unterschiedlichen Graden des Erfolges, aber auf die Dauer sind die Kräfte fein balanciert. Der grosse Ökologe Hutchinson (1948) [9] hielt es für selbstverständlich, dass Stabilität (als Folge von  selbst-korrigierenden Mechanismen) charakteristisch für die meisten ökologischen Systeme ist und ihr Fortdauern sichert. Der grosse Evolutionsbiologe Dobzhansky (1967) [10] schrieb, dass die natürliche Auslese und mit ihr der evolutionäre Prozess das Ergebnis des Wettbewerbes sind und daher durch dichte-abhängige Prozesse bestimmt werden. Bis auf den heutigen Tag ist die Annahme weit verbreitet, dass der Wettbewerb zwischen Individuen und Arten in ökologischen Systemen von überragender Bedeutung ist und zum Gleichgewicht führt.

Ist diese Annahme jedoch wirklich zu rechtfertigen? Führende Ökologen haben wiederholt darauf hingewiesen, dass Gleichgewichtsbedingungen in der Natur nicht so häufig sind, wie oft angenommen. Andrewartha and Birch (1954) [11], zum Beispiel, bezweifelten die überragende Rolle des Wettbewerbes und das generelle Bestehen von Gleichgewichtszuständen. Sie widersprachen der Tendenz, Unterschiede zwischen Arten durch einen Wettbewerb um begrenzende Ressourcen mit resultierender Charakterverdrängung zu erklären und wiesen darauf hin, dass die Existenz ähnlicher Arten in ähnlichen Habitaten zu erwarten sei. Man sollte daher eher fragen: warum können Arten mit verschiedenen ökologischen Bedürfnissen zusammenleben? - Hengeveld and Walter (1999) [12] unterschieden zwei sich gegenseitig ausschliesenden Paradigmen in der Ökologie, das demographische und das autökologische Paradigma. Im ersteren wird angenommen, dass ökologische Systeme durch Optimierungs-Prozesse getrieben werden (d.h. durch Prozesse, die durch Wettbewerb zu einer ziemlich schnellen Anpassung  an angeblich mehr oder weniger konstante Umweltsverhältnisse führen) und damit zu einem Gleichgewicht. Im letzteren gilt das Hauptinteresse idiosynkratischen Anpassungen und der Reproduktion von Populationen und Arten. Nach Hengeveld and Walter ist das erstere Paradigma unrealistisch, weil Umweltsverhältnisse sich laufend ändern und kurzfristige Optimierungen daher nicht möglich sind.  Rohde (2005http://www.cambridge.org/9780521674553) [5] schloss aufgrund einer Prüfung vieler Untersuchungen an Pflanzen und Tieren, dass in der Natur Ungleichgewicht häufiger als Gleichgewicht ist. Seine Unterscheidung von Gleichgewichts- und Ungleichgewichtsökologie stimmt weitgehend mit den beiden Paradigmen Hengevelds und Walthers überein, obwohl er sie nicht für gegenseitig exklusiv hält. Vielmehr zeigte er, dass Gleichgewicht häufiger in Gemeinschaften ist, die aus vagilen und/oder grossen Individuen und/oder grossen Populationen bestehen. Die Literatur zeigt, dass Gleichgewichtssysteme mit vorherrschendem interspezifischem Wettbewerb die Ausnahme und nicht die Regel darstellen. - Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass der Nischenraum weitgehend leer ist, d.h. viele potentielle Nischen sind niemals gefüllt worden. In anderen Worten, es gibt ein Überangebot leerer Nischen. Zum Beispiel ist die Diversität mariner benthischer Wirbelloser über hunderte von Millionen Jahren laufend angestiegen, ohne ein Plateau erreicht zu haben, und ähnliche Habitate unterscheiden sich oft enorm in der Artenzahl, die sie beherbergen.


Was kann uns die Ökologie über Ökonomie lehren?


Wie bereits ausgeführt, sind die Grundannahmen der klassischen Ökonomie und Ökologie überraschend ähnlich. Die Säulen der ersteren sind Wettbewerb um Ressourcen, das Prinzip des komparativen Vorteils, und Gleichgewicht; die Säulen der letzteren sind Wettbewerb um Ressourcen (Kamp ums Dasein), Überleben der Geeignetsten, und Gleichgewicht. In Bezug auf die Ökologie haben wir gesehen, dass Ressourcen selten erschöpft werden, dass Wettbewerb zwar vorkommt aber nicht von der allgemein angenommen Berdeutung ist, und dass Ungleichgewicht häufiger als Gleichgewicht ist. Dies sollte uns veranlassen, zumindest einen kritischen Blick auf die Annahmen der klassischen Ökonomie zu werfen. Es gibt keinen Zweifel, dass Wettbewerb um Ressourcen oft stattfindet, doch es scheint dass Engpässe nur kurzfristig sind. Auf der Seite des Angebotes: neuere Schätzungen zeigten, dass Wellenenergie allein ausreichen würde, um den gesamten Energiebedarf Australiens zu decken; über die Nutzung der Sonnenenergie in der Sahara wird bisher nur geredet. Auf der Seite der Nachfrage: die Nachfrage wird künstlich und fast(?) hysterisch durch Reklame hochgeschraubt, die sich die eingeborene Gier des Menschen und den Drang, dem Nachbarn nicht nachzustehen, zunutze macht; und ist die zu immer grösseren Militär-Ausgaben führende politische Hysterie vielleicht das Ergebnis der aggressiven Instinkte des Menschen, ausgebeutet durch die PR-industriellen Komplexe verschiedener Länder? - Gleichgewicht in der Ökonomie scheint ein ziemlich vorrübergehender Zustand zu sein, wie die gegenwärtige finanzielle Krise zeigt.


Schlussfolgerung


Wie wir gesehen haben, sind einige der Grundannahmen sowohl der Gleichgewichts-Ökologie wie auch der Freien Markt-Ökonomie zweifelhaft. Es muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass in der Natur Wettbewerb und Gleichgewicht unter bestimmten Bedingungen sehr wohl angetroffen werden, und dass in der Wirtschaft unter bestimmten Bedingungen freier Handel sehr wohl von Vorteil für Entwicklungs- und entwickelte Länder sein kann. In der Ökologie können autökologische, d.h. sorgfältige und oft lang andauernde Untersuchungen bestimmter Populationen und Arten, oft von grösserem Nutzen sein als demographische. In der Ökonomie kann eine sorgfältige Analyse lokaler Bedingungen, die eine Entscheidung über den Vorteil freien Handels ermöglicht, oft nützlich sein, insbesondere, wenn man die Beziehungen eines mächtigen Landes mit einem kleinen Entwicklungsland analysiert.


Addendum

Seit die englische Version dieses Artikels erschien, hat Paul Krugman den Nobelpreis für Ökonomie für Arbeit erhalten, die klar impliziert, dass Ricardos Prinzip die tatsächlichen Verhältnisse nicht realistisch erfasst.


Danksagung


Dieser Beitrag beruht auf meinem als englischer Knol publiziertem Beitrag. Ich danke Peter Rohde für nützliche Hinweise.


Verweise

  1. Lyell, Charles (1830). Principles of Geology. John Murray, London.
  2. Malthus, Thomas R. (1798). An Essay on the Principle of Population. J.Johnson, London.
  3. Smith, Adam (1776). An Inquiry into the Wealth of Nations. Thomas Nelson, Edinburgh.
  4. Ricardo, David (1817). On the Principles of Political Economy and Taxation. John Murray, London.
  5. Darwin, Charles (1859). On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or the Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life. John Murray, London.
  6. Rohde, K. (2005). Nonequilibrium Ecology. Cambridge University Press, Cambridge.
  7. Suranovic, S.M. (2007). International Trade Theory and Policy. The Theory of Comparative Advantage – Overview. http://internationalecon.com/Trade/Tch40/T40-0.php
  8. Chang, Ha-Joon (2002). Kicking away the Ladder: Policies and Institutions for Economic Development in Historical Perspective. Anthem Press, London.
  9. Hutchinson, G.E. (1948). Circular causal systems in ecology. Annals of the New York Academy of Sciences 50, 221-246.
  10. Dobshansky, T. (1957). Discussion, from Andrewartha, H.G.: the use of conceptual models in population ecology. Cold Spring Harbour Symposia on Quantitative Biology, p.235.
  11. Andrewartha, H.G. and Birch, L.C. (1954). The distribution and abundance of animals. University of Chicago Press, Chicago.
  12. Hengeveld, R. and Walter, G.H. (1999). The two coexisting ecological paradigms. Acta Biotheoretica 47, 141-170.

Kommentare

Dogma

"Die Absicht dieses Artikels ist nicht, dies in Abrede zu stellen, sondern davor zu warnen, die freie Marktwirtschaft zum Dogma zu erheben, das unter allen Bedingungen befolgt werden muss, ohne Rücksicht auf die lokalen Bedingungen und potentielle Gefahren für Entwicklungs- (und entwickelte) Länder."

Die Formulierung ist sinnleer. Denn wenn freie Marktwirtschaft kein "Dogma" ist, dann muss ja etwas anderes dafür "Dogma" sein. (Sozialismus oder Interventionismus)

Es sollte stattdessen herausgearbeitet werden, was man wirklich kritisieren will.

Zuletzt bearbeitet 27.08.2009 21:45
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Krugman

Was der Hinweis auf Krugman soll, verstehe ich nicht. Nach Krugman lässt sich ableiten, dass Protektionismus zu falschen Pfaden in der Industrieentwicklung führt. Das widerlegt aber nicht die Theorie des komparativen Vorteils.

Zuletzt bearbeitet 29.08.2009 05:47
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Knol-Verzeichnis

Lieber Knol Autor!
Ich arbeite gerade an dem Projekt "Knol-Info" und möchte damit eine gemeinsame deutsche Plattform zu Google Knol erschaffen. Darum habe ich deinen Knol von http://www.knol-info.de/component/mtree/Wirtschaft--2F-Finanzen (http://knol-info.de/) verlinkt, ich hoffe du hast nichts dagegen.

Du kannst weitere Knols von dir oder Freunden selbst eintragen, außerdem findest du viele nützliche Informationen und Tipps!
Solltest du mit der Verlinkung nicht einverstanden sein, melde dich einfach kurz bei mir.

Viele Grüße!
Erik

Zuletzt bearbeitet 09.07.2009 00:33
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Unbenannt

Danke für den Hinweis auf Ihre Ausführungen. Übrigens habe ich Ricardos Theorem des komparativen Vorteils an die heutigen Bedingungen des internationalen Handels angepasst, um es auch im multi-bilateralen Handel problemlos anwenden und Handelsgewinne optimieren zu können sowie im Sinne des Erhalts der weltweiten Vielfalt vollständige Spezialisierungen zu vermeiden. Nachzulesen in meinem Knol "Workshop Zukunftsfähiger Außenhandel":

http://knol.google.com/k/gerd-zeitler/workshop-zukunftsfhiger-auenhandel/2otpq9c0cx6bo/21#

Es freut mich, dass Sie von Australien aus deutsch- und englischsprachige Knols veröffentlichen. Ich selbst habe in den 60er Jahren fünf Jahre lang in Brisbane und Sydney gelebt.

Mit den besten Grüßen
Gerd Zeitler

Zuletzt bearbeitet 15.11.2008 00:40
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Klaus Rohde
Klaus Rohde
Professor emeritus
UNE Armidale, Australia
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Zuletzt bearbeitet: 29.08.2009 18:53.

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