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Version: Baidi441

Wikipedia oder Knol? Meinungsfreiheit und Zensoren

Wo liegen die Grenzen der Informationsfreiheit? Wie seriös ist Wikipedia? Wie sieht die Zukunft von Google-Knol aus?

Rosa Luxemburg: "Freiheit ist immer Freiheit des Andersdenkenden". Wie weit geht das? Am Beispiel einer Kontroverse über die Wikipedia-Sperrung eines rechtsextremen Genetikers/Historikers und Erfahrungen mit Wikipedia und Knol werden die Nachteile und Vorzüge von Wikipedia und Knol besprochen. Ich lade zur Diskussion ein.


Motto (aus einem Artikel im Spiegel)

"Alle vereint gemeinsame Bewunderung für ein wahrhaft universales Wort Rosa Luxemburgs, das sie dem totalitären Oberrevolutionär Lenin entgegenhielt: "Freiheit ist immer Freiheit des Andersdenkenden."

Hintergrund

Ich benutze eine Kontroverse darüber, ob ein rechtsextremer Wissenschaftler in der Wikipedia und bei Google-Knol gesperrt werden solle, und ob er sogar wegen seiner Ansichten seine beiden Doktorentitel verlieren solle, zu einer grundlegenden Diskussion über die Meinungsfreiheit, und insbesondere über das Zensoren-Prinzip der Wikipedia.

Andreas Kemper gegen Volkmar Weiss

Durch reinen Zufall fand ich einige Knols von Volkmar Weiss sowie Kritiken seiner Ansichten, insbesondere eine von Andreas Kemper.

Volkmar Weiss ist ein an der Humboldt-Universität Berlin habilitierter Genetiker und habilitierter Historiker, der einige Bücher und eine beträchtliche Anzahl wissenschaftlicher Arbeiten publiziert hat, die sich unter anderem (und vielleicht vor allem) mit der  sozialen Mobilität, der Psychogenetik und insbesondere der statistischen Auswertung von Intelligenzquotienten und der Vererbung von Intelligenz befassen. Er meint, dass etwa 50% der Intelligenz genetisch bedingt sei (andere Autoren geben zum Teil viel höhere Werte an), und dass es Intelligenzunterschiede zwischen Völkern und sozialen Strata gebe. Er war (und ist?) auch politisch aktiv, und zwar auf der rechtsextremen Seite, und warnt vor der Verschlechterung der Intelligenz durch Einwanderung. Er hat auch einen Roman geschrieben, eine alternative Geschichte des Reiches, in dem seine wissenschaftlichen Ansichten Ausdruck finden. Dies Buch endet anscheinend damit, dass der zehnte Führer zum Islam übertritt und neben Führer auch Kalif wird (Ich habe allerdings nur einige als Knols veröffentlichte Abschnitte flüchtig überflogen). - Andreas Kemper ist aktiv als Wikipedia-User und Knol-Schreiber (er hat über 250 Knols veröffentlicht, alle oder die meisten aus der Wikipedia überstellt). Er hat einen Magister in Soziologie von der Universität Münster und promoviert über "Klassismus" (ein schreckliches Wort, unter dem nach Kemper die auf Klassen- oder Schichtunterschiede bezogene Diskriminierung oder Unterdrückung verstanden wird). Also, Weiss ist stark rechts, Kemper mehr links orientiert (Kemper betont, dass er Arbeiterkind sei, fühlt sich also durch die Behauptung, dass Arbeiter geringere Intelligenz besitzen sollen, direkt angesprochen). - Die folgende cum grano salis zu verstehende Illustration soll so etwa die Unterschiede der Auffassungen charakterisieren.



Abbildung 1. Universalschema der menschlichen Abhängigkeiten. Ursprünglich von mir als lineare Nahrungsketten illustrierendes Schema gedacht, kann es auch als Illustration für die Ansichten (cum grano salis) von Volkmar Weiss und Andreas Kemper benutzt werden. Weiss: Intelligenzquotienten (symbolisiert durch die Grösse des Maules) am grössten oben, bei den zu Recht "oberen" Klassen. Kemper: Die Ausbeuter unterdrücken zu Unrecht die unteren Klassen, vor allem die durch den Moorrüben fressenden Affen symbolisierten Arbeiterkinder, die - wie man sieht - im Grunde viel cleverer sind als die Blödlinge oben. © Klaus Rohde.



Hat Weiss das Recht, seine Ansichten in der Wikipedia und bei Google-Knol zu veröffentlichen?

Es folgen einige Auszüge aus dem Blog Andreas Kempers (Fettdruck von mir, mein Kommentar kursiv).

"Als Dr. Dr. Volkmar Weiss 2005 seine "Studien" zu PISA mit dem Ergebnis abschloss, dass Türkinnen in Deutschland im Durchschnitt einen IQ von 86 besäßen, sorgte dies für einen internationalen Eklat. Vor allem die türkische Zeitung Hürriyet wollte diese rassistische Diskreditierung nicht stillschweigend dulden. Zwar lenkte Weiss nach diesen Verlautbarungen den Verfassungsschutz auf sich, aber irgendwelche Konsequenzen blieben aus. Vor allem aber konnte er weiterhin seine beiden Doktortitel mit sich herumtragen. Und diese stehen noch immer für eine Reputabilität und Seriösität.

Mit dem Internet scheint das Feld der akademischen Bildung jedoch einen Konkurrenten bekommen zu haben in den Verteilungskämpfen um soziales, kulturelles und symbolisches Kapital und vor allem auch in der Definitionsmacht dessen, was als Kapital anzuerkennen sei. Deutlich wird dies an einer Person wie Dr. Dr. Weiss. Während das akademische Feld viel zu schwerfällig ist, an seiner Reputabilität zu kratzen, die in den beiden Doktortiteln besteht, wurde (würde?) ihm mit der infiniten Sperre in der Wissensplattform Wikipedia sein symbolisches Kapital erheblich vermindert. Sperrantrag Volkmar Weiss

Während also dieser Dr. Dr. Volkmar Weiss in unerträglicher Weise von einem Rassenkrieg phantasieren kann, wo deutsche Freikorps-Verbände den kahlköpfigen hakenkreuzschwingenden Jugendlichen zur Hilfe kommen müssen, die sich verzweifelt dem türkischen Terror in Berlin erwehren, ohne dass dies Konsequenzen auf seine Seriösität suggerierenden Doktortitel hat, reicht ein Verweis darauf, dass er in Wikipedia aufgrund seines manipulativen Verhaltens für immer gesperrt wurde, um seine Seriösität so weit in Frage zu stellen, dass ihm auch seine Doktortitel nichts mehr nützen.

Hat also Wikipedia den akademischen Apparat abgelöst als Instanz, die wissenschaftliche Seriösität gibt und nimmt? Jein. Noch nicht.
Wikipedia gewinnt aber kontinuierlich an Anerkennung und die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Institutionen wird enger. Gleiches erleben wir bei Google. Für mich als ehemaliges Arbeiterkind ist diese Entwicklung spannend, da die Kombination von  Habitusformen und bürgerlichem Bildungssystem immer suboptimal bleiben muss, da sie Akademikerkinder genauso zielsicher zu einem akademischen Abschluss führt, wie sie dies bei Arbeiterkindern verhindert. Wikipedia und Google fragen nicht nach dem Habitus, jedenfalls nicht in der eingeschliffenen klassistischen Weise des traditionellen Bildungssystems. Mag sein, dass  sich soetwas auch in Internet-Wissensplattformen einspielen wird. In der jetzigen Übergangsweise werden die Karten jedoch neu gemischt und da ist vieles offen in der Besetzung der Definitionsmachtfragen.

Dem Herrn Weiss jedenfalls haben seine Doktortitel in Wikipedia nur insofern genützt, als er nicht sofort für seine Manipulationsversuche infinit gesperrt wurde, sondern erst nach einer verwarnenden viermonatigen Sperre. Nun versucht er sein Glück bei Google-Knol, einer Wissensplattform, die nicht annäherungsweise Reputabilität zu versprechen scheint - im Moment. Immerhin arbeitet Google bereits mit fünf Universitäten in Saudi Arabien und Ägypten zusammen und verspricht sich durch einen Artikel-Wettbewerb der Studierenden eine akademische Anerkennung. Wenn Sie jedoch gleichzeitig Herrn Weiss publizieren lassen, der auch für Ägypten und Saudi Arabien Durchschnitt-IQs zu präsentieren weiß (je 83), dann könnte sich Google bestensfalls einen contentschachernden Ekklektizismus vorwerfen lassen, schlimmstenfalls entdecken wie zuvor die Hürriyet agyptische oder arabische Zeitungen die deutschsprachigen Artikel von Weiss. Google täte gut daran, den Content auf seinen Seiten besser zu kontrollieren. Im Gegensatz zu Wikipedia mit seinen tausenden von Mitarbeiterinnen, setzt Google auf Algorithmen. Diese können bislang jedoch noch keine rassistischen Texte aufspüren. Und solange deshalb Texte wie "Berlin nach dem Türken-Aufstand" in Google möglich sind, bildet die Wissensplattform Google-Knol nicht die gleiche Konkurrenz zur akademischen Definitionsmacht, wie dies Wikipedia bereits erreicht hat."

Andreas Kemper würde also, wenn er die Macht hätte, Herrn Weiss die Doktorentitel entziehen und ihn sozusagen aus der Wikipedia und Google-Knol schmeissen. Bisher ist ihm dies aber noch nicht völlig gelungen, denn ich fand den Artikel über Weiss in der deutschen Wikipedia, wie auch einige Knols von ihm. Allerdings scheint einiges von Weiss aus der Wikipedia entfernt worden zu sein. - Weiss's rechtsextreme Ansichten scheinen mir zwar abstossend, aber es ist fast a priori klar, dass die Intelligenz (wie wohl alle Eigenschaften der Menschen und Tiere) eine starke genetische Komponente haben. Andreas Kemper nennt es aber "rassizistische Diskriminierung", Befunde über Unterschiede des IQ zu publizieren, vor allem auch deswegen, weil nicht jeder mit der Methodik von Weiss v
oll einverstanden ist. (Es ist natürlich etwas ganz anderes, wenn derartige Befunde in wissenschaftlichen Arbeiten diskriminatorisch gedeutet werden). Es dürfte ihn beruhigen, dass Carl Friedrich Gauss und viele andere grosse Männer aus den niedrigsten Schichten stammten, und dass Thomas Mann brasilianische Kreolen, und Alexander Puschkin einen äthiopischen Sklaven unter seinen Vorfahren hatten. Ich wäre sehr überrascht, wenn Volkmar Weiss das nicht wüsste, denn er  bezog seine Ausbildung immerhin in der DDR. - Was Volkmar Weiss's Buch über die alternative Geschichte des Reiches mit den fiktiven Führern anbetrifft, if fand es eher belustigend. Was will man denn damit erreichen, so etwas zu verbieten? Leben die Deutschen denn alle immer noch in Kindergärten, dass man sie vor gefährlichen Fremdeinwirkungen schützen muss? Die ewig Unverbesserlichen lassen sich sowieso nicht belehren. Verbote schaffen Neugierde und Märtyrer, und vor allem den Verdacht, dass die Zensierten vielleicht doch Recht haben könnten!


Die wissenschaftliche Seriösität der Wikipedia

Andreas Kemper schreibt: "Hat also Wikipedia den akademischen Apparat abgelöst als Instanz, die wissenschaftliche Seriösität gibt und nimmt? Jein. Noch nicht. Wikipedia gewinnt aber kontinuierlich an Anerkennung und die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Institutionen wird enger. Gleiches erleben wir bei Google."

Andreas Kemper hält es also für möglich und anscheinend für wünschenswert, dass Wikipedia einen "peer review" Prozess (der durchaus seine Mängel hat !), durch den Abstimmungsprozess unqualifizierter Wikipedia-Mitarbeiter ersetzt. Hierzu einiges im folgenden.

Professor Carl Hewit, MIT, über die Wikipedia

Dies sind einige Ausschnitte (meine Uebersetzungen) eines ausführlichen und eingehend dokumentierten Knols von Professor Emeritus Carl Hewitt (Electrical Engineering and Computer Science Department am Massachusetts Institute of Technology, MIT). Er war der IBM Chair Visiting Professor am Department of Computer Science an der Keio Universität in Japan. Er ist wohl bekannt als Erfinder von Planner (einer pionierenden künstlichen Intelligenz Programmiersprache) und arbeitet zur Zeit über parakonsistente Logik (direkte Logik). Der vollständige Knol hier: Wikipedia corruption:

Below the God-King there is a chain of command from Board of Directors to a hierarchy of (mostly[ii] anonymous) Stewards, Bureaucrats, Arbitrators, and Administrators.[iii] This hierarchy has absolute power of censorship over Wikipedia. Some of this power structure is based on personal relationships [Bauwens 2008, Orlowski 2007, Finkelstein 2008a]. On 1 October 2008, there were 1,597 Administrators on Wikipedia [Wikimedia Foundation 2008].[iv]
Unter dem Gottkönig ist eine Befehlskette vom Board of Directors zu einer Hierarchie von (hauptsächlich anonymen) Stewards, Bürokraten, Arbitratroren und Administratoren. Diese Hierarchie hat absolute Macht über den Zensorprozess der Wikipedia. Einige diese Machtverhältnisse beruhen auf persönlichen Bekanntschaften.

Making the above distinction requires scientific expertise.[v] And Wikipedia has severe problems with expertise [Bauwens 2008, Vaknin 2006, Farrell 2007]. To further its system of control, Wikipedia has decreed that editors of highly technical scientific articles do not need to have scientific qualifications![vi] Dr. William Connolley (a former climate modeler at the British Antarctic Survey and a noted expert on global warming and an Administrator on the Wikipedia) believes that Wikipedia “gives no privilege to those who know what they’re talking about.” [Schiff 2006]
Es erfordert wissenschaftliche Expertise......... Doch hat Wikipedia erhebliche Probleme mit Expertise. Um ihr System der Kontrolle zu erhöhen, hat Wikipedia erlassen, dass Herausgeber von Artikeln von schwierigem technisch- wissenchaftlichem Inhalt keine wissenschaftlichen Qualifikationen besitzen müssen.

Wikipedia conducts censorship on a grand scale. Much of the power of Wikipedia derives from the effectiveness of its censorship. Wikipedia articles rank very highly in search engine results because of their broad coverage and the fact that spam and nontraditional viewpoints are effectively censored.[vii] However, the power of censorship tends to corrupt administrators. This corruption is tolerated and in some cases even encouraged because Wikipedia is highly dependent on administrators donating large amount of time to their censorship duties. Thus censorship power over article content is a necessary reward by Wikipedia to the unpaid administrators even if it often impairs the quality of articles.
Wikipedia übt Zensur im grössten Masstab aus. Die Macht der Wikipedia beruht in vielem auf der Wirksamkeit ihrer Zensur. Wikipedia Artikel ranken hoch bei den Suchmaschinen-Ergebnissen wegen ihrer breiten Reichweite und der Tatsache, dass spam- und nicht-traditionelle Gesichtspunkte wirksam ausgefiltert werden. Diese Korruption  wird toleriert und führt dazu, Administratoren zu korrumpieren. Diese Korruption wird toleriert und in einigen Fällen sogar ermutigt, weil Wikipedia in einem grossen Masse von Administratoren abhängt, die einen Grossteil ihrer Zeit  ihren Zensorenpflichten widmen. Daher ist Zensorenmacht über den Inhalt von Artikeln eine notwendige Belohnung durch Wikipedia an die unbezahlten Administratoren, selbst wenn die Qualität der Artikel beeinträchtigt wird.

In fact, it is quite possible in Wikipedia to have a situation where the actual experts on the subject are declared “vandals”, and their contributions repeatedly reverted or mangled by the “ranking” users who have access to policial tools such as locking of entries, blocking of edits, pre-emptive screen deletions and suspension of other users.[viii] (emphasis added):
Tatsächlich ist es möglich, dass bei Wikipedia wirkliche Experten auf einem Gebiet zu "Vandalen" erklärt werden.

Unfortunately, the above circumstance happens quite often in Wikipedia seemingly motivated by malwebolence [Schwartz 2008].
Unglücklicherweise passiert das oben Angeführte ziemlich oft bei der Wikipedia, anscheinend durch Böswilligkeit motiviert.

Wikipedia, on the contrary, is the enshrinement of contempt for learning, knowledge and expertise. It is, for many, a diversionary hobby to which they are prepared to devote a great portion of their time, as others do to computer based video games. Unfortunately, it has led also to an inner cult, shrouded in anonymity, with structures and processes of self-regulation that are woefully inadequate. Many of these tools and procedures are reminiscent, in parody, of those of the Inquisition: secret courts, an inner “elite” arbitrarily empowered to censor and exclude all those perceived as a threat to the adopted conventions of the cult; denunciations, character assassination, excommunication. An arbitrarily concocted “rulebook” and language rife with self-referential sanctimoniousness give a superficial illusion of order and good sense, but no such thing exists in practice.
Wikipedia, im Gegenteil, verehrt die Verachtung von Lernen, Wissen und Expertise. Sie ist, für viele, ein der Ablenkung dienendes Hobby ....wie für viele andere es Komputer/Video Spiele sind. Unglücklicherweise hat dies zu einem inneren Kult geführt, verschleiert durch Anonymität, dessen Strukturen und Prozesse der Selbst-Regulierung völlig inadäquat sind. ......... ...

According to a Wikipedia editor:[xi]  The consensus is that because of the sustained incredible hostility that Wikipedia has expressed towards academics, they should steer clear of contributing to it.[xii]
Nach dem Wikipedia-Herausgeber .... ist der Konsensus unter Akademikern, dass sie wegen der andauernden unglaublichen Verachtung der Wikipedia für Akademiker keine Wikipedia-Artikel schreiben sollten.

According Dr. Barry Kort (Moulton) [Wikipedia Review 2008c]: Given the level of dysfunction that has come to prevail on Wikipedia, the most appropriate course for a principled scientist is to withdraw from the project.
Gemäss Dr. Barry Kort (Moulton): aufgrund des Ausmasses an Funktionslosigkeit, die bei der Wikipedia vorherrscht, ist der am besten geeignete Weg für einen Prinzipien-treuen Wissenschaftler, sich aus dem Projekt zurückzuziehen.

Another problem is that Wikipedia has developed a pattern of harassment [Bauwens 2008, Cramer 2007, Vaknin 2006; Gann 2007; Metz 2007a, 2007c, and 2007d]. The God-King and his minions have absolute power [Bauwens 2008; Metz 2007a, 2007b, 2007d, and 2008a] within Wikipedia. And, of course, absolute power corrupts [Martin 2007c].
Ein weiteres Problem ist dass Wikipedia ein Muster der Drangsalierung entwickelt hat..... Und natürlich korrumpiert absolute Macht absolut.

Gann [2007] concluded that (emphasis added)

“Wikipedia is a playground for belligerent adolescents.”
Wikipedia ist der Spielplatz für streitlustige Jugendliche.

Wikipedia is not an encyclopedia[xvi] because of censorship by its Administrators, instant publishing of anonymously submitted content, lack of accountability, and disrespect for expertise [Ahrens 2006; Bauwens 2008; Britannica Encyclopedia 2006; Carr 2006; McHenry 2005; Online Educational Database 2007; Orlowski 2006; Weinstein 2007]. Wikipedia editing processes are controlled by a commune of mostly anonymous Administrators with consequent lack of accountability. Whatever the Administrator commune allows remains semi-permanently in Wikipedia enforced by censorship and banning.
Wikipedia ist keine Enzyklopädie, wegen der Zensur durch Administratoren, sofortiger Publizierung anonym eingereichter Beiträge, Fehlen von Verantwortlichkeit, und Disrespekt für Expertise.

Wikipedia regularly libels people in its published articles. Perhaps the most famous example concerned John Seigenthaler, Sr. In May 2005, Wikipedia published an article libeling Seigenthaler with the following accusation:  “For a brief time, he was thought to have been directly involved in the Kennedy assassinations of both John, and his brother, Bobby. Nothing was ever proven.”  The libel was not corrected for more than four months [Seigenthaler 2005]. Subsequently Wikipedia published that Seigenthaler's wife had tried to kill Jimmy Wales. On Dec. 21, the Kennedy allegation was inserted again. On Dec. 29, Wikipedia published, “Some journalists have commentend [sic] on how odd it is that a proponent of 'free speech' is so intent on shutting down Wikipedia.” On Jan. 11: “He died last Tuesday while on vacation.” On Jan. 5, Wikipedia replaced all the photographs of Seigenthaler in the article with pictures of Lee Harvey Oswald, and repeated the trick Jan. 14. [Mehegan 2006]
Wikipedia verleumdet Leute regelmässig

Can Wikipedia be reformed?
Kann man Wikipedia reformieren?
Unfortunately, Wikipedia has severe governance problems that have led to continual scandals [Agrell 2008, Bergstein 2007b, 2008; Cohen 2007; Devouard 2008; Economist 2008; Finkelstein 2007b, 2008a, 2008b, 2008d; Goldman 2007; Hattersley 2009; King 2007, Kort 2008a, 2008b, 2009; Martin 2007a, 2007b; Merkey 2008; Metz 2007a, 2007b, 2007c, 2007e, 2008a, 2008b, 2008c, 2008d, 2008e, 2008f, 2008g and 2008h; Moses 2008; Orlowski 2007, Sanger 2007,  Thomas 2008a, 2008b, 2008c, 2008d, 2008e, and 2009a; Wikileaks 2008; Winer 2008, and Wool 2008]. Some of these governance problems seem endemic to the culture that has developed there [Bauwens 2008; Finkelstein 2007c; Metz 2007c]. There are conflicts of interest between the nonprofit Wikimedia Foundation that operates Wikipedia and the for-profit Wikia corporation co-founded by Wikipedians including Jimmy Wales[xvii].
Anscheinend schwierig aus verschiedenen Gründen.

Meine Erfahrungen mit der Wikipedia

Leider bestätigen meine Erfahrungen mit der deutschen Wikipedia das soeben Ausgeführte, obwohl ich vorwiegend gute Erfahrungen mit der englischen hatte (für Einzelheiten siehe meinen Blog). Vor etwa zwei Jahren publizierte ich einen ziemlich umfangreichen Beitrag über "Meeresparasiten des Menschen" und drei Artikel über "Leere Nischen", "Nischenbegrenzung" und "Effektive evolutionäre Zeit" in der deutschen Wikipedia (und englische Versionen der letzten drei auch in der englischen Wikipedia). Hierzu (es sieht nach Selbst-Beweihräucherung aus, ist aber leider notwendig): ich bin einer der führenden international anerkannten Meeresparasitologen und habe die Standardwerke über das Gebiet entweder geschrieben oder herausgegeben; und ich bin einer der meist zitierten Autoren auf dem Gebiet der Kausalanalyse der globalen Biodiversität (die drei erwähnten Wikipedia-Artikel befassen sich hiermit). Dies hinderte die Wikipedia, unter der Federführung eines Achim Raschka, aber nicht daran, den Artikel über Meeresparasiten mehr oder weniger sofort zu entfernen, angeblich wegen Copyright-Verletzung (ich hatte als Quelle das von mir herausgegebene Buch "Marine Parasitology" angegeben, und die sei ja "copyright-geschützt, welcher Unsinn), und ebenso die anderen drei Artikel (wegen "wissenschaftlichen Schwachsinns"). Aus heiterem Himmel tauchten alle vier Artikel nach mehreren Monaten wieder auf, die drei letzten sind vor kurzem aber wieder verschwunden, und zwar in dieser Art:

Hypothese der effektiven evolutionären Zeit
    * 10:50, 12. Apr. 2009 Achim Raschka (Diskussion | Beiträge) hat „Hypothese der effektiven evolutionären Zeit“ gelöscht ‎ (Fehlende Relevanz bzw. Darstellung selbiger: Reine Theoriefindung bzw. Einzelmeinung)

Hypothese der Nischenbegrenzung
Dieser Artikel wurde in der Qualitätssicherung Biologie als Artikel mit extremen Mängeln eingetragen. Das bedeutet, dass der Artikel ohne eine deutliche Verbesserung des Artikels als nicht erhaltenswürdig eingestuft wird und ihm mittelfristig möglicherweise die Löschung bevorsteht. Dies geschieht, um die Qualität der Biologieartikel auf ein akzeptables Niveau zu bringen.
    * 02:55, 12. Apr. 2009 Denis Barthel (Diskussion | Beiträge) hat „Hypothese der Nischenbegrenzung“ gelöscht ‎ (Kein Artikel oder kein enzyklopädischer Inhalt: Privattheorie)



Also "Einzelmeinung" und "Privattheorie". Tatsächlich handelt es sich hier um weit diskutierte und von vielen akzeptierte Hypothesen. Falls Zweifel bestehen, siehe Klaus Rohde bei Google Scholar und meine relevanten Arbeiten. Die Artikel sind alle als Knols (zwei praktisch unverändert, zwei mit Zusätzen) veröffentlicht: Meeresparasiten, Effektive evolutionäre Zeit, Nischenbegrenzung, Leere ökologische Nischen. Oder ist der wahre Grund vielleicht ein ganz anderer? Immerhin hat es ja lange gedauert, bis dieser neue Ausschluss erfolgte. Liegt der wahre Grund vielleicht in meinem Blog?


Wikipedia oder Knol?

Aufgrund meiner Erfahrungen und der anderer dürfte wohl kein Zweifel bestehen, wo meine Präferenzen liegen. Wikipedia, zumindest die deutsche Version, ist kein seriöses Instrument der Informationsverbreitung und nur mit äusserster Vorsicht zu geniessen. Knol ist jung und muss sich noch bewähren, die Gefahr hier scheint mir darin zu bestehen, dass zu viele ihren Unsinn darin veröffentlichen können. Doch lehne ich jede Art der Meinungskontrolle ab.


Diskussionsvorschlag

Ich stelle die folgenden Fragen:

1) Ist es wünschenswert, dass Wikipedia "den akademischen Apparat ablöst als Instanz, die wissenschaftliche Seriösität gibt und nimmt?"

2) Die menschliche Gesellschaft (sprich jeder Staat) muss der Freiheit gewisse Grenzen setzen, um funktionieren zu können, aber wo sollen sie liegen?

3) Mehr spezifisch: soll man gestatten, Informationen über IQ-Unterschiede zwischen sozialen Strata und Völkern zu publizieren,  weil sie als Diskriminierung verstanden werden können (hierzu: selbst Weiss gibt zu, dass ein Grossteil der Unterschiede auf sozialen Unterschieden und damit Unterschieden der Erziehungschancen beruhen, was eine irgendwie implizierte rassische Interpretation kaum glaubwürdig macht). (Interessant in diesem Zusammenhang, dass einer der Entdecker der "Double helix" und Nobelpreisträger kürzlich von seiner Stellung als Direktor eines amerikanischen wissenschaftlichen Institutes entlassen wurde, weil er gesagt haben sollte, dass Neger weniger intelligent als andere sind, aber dass derselbe Wissenschaftler Barack Obama, dessen Wahlkampf er mit einem grossen finanziellen Beitrag unterstützte, für den "intelligentesten amerikanischen Präsidenen seit Abraham Lincoln" hält).

4) Ebenfalls spezifisch: der Vorschlag, Völker vorwiegend durch genetische Unterschiede zu definieren, scheint mir schon vom Ansatz her falsch. Siehe diesen meinen Knol: Mneme sind in der modernen Welt sehr wichtig, obwohl selbstverständlich auch Gene eine Rolle spiele. Was die Gene anbetrifft, der Heterose-Effekt ist wohl bekannt und dokumentiert. Er besagt, dass Mischungen von Populationen oft zu fitteren Nachkommen führen als "reine" Populationen. Die USA sind sicherlich auch aus dem Grunde wissenschaftlich und wirtschaftlich sehr erfolgreich, weil sie ein Sammelsurium vieler "Rassen" sind. Womit ich nicht sagen will, dass eine Mischung unbegrenzt sein soll. Aber sind die USA auch deshalb erfolgreich, weil die Meinungsfreiheit viel weiter geht als zum Beispiel in Deutschland?

5) Angenommen, dass gelegentlich extreme, von der Mehrheit nicht akzeptierte Meinungen verbreitet werden, wie gefährlich ist das? Ist es möglich, dass die wirklichen Gefahren ganz woanders liegen, nämlich in der Kontrolle der Media (im weitesten Sinne, inklusive Wikipedia und Knol) durch gewisse Interessen- oder Meinungsgruppen? Vor dem Iraqkrieg ist praktisch die gesamte (nicht nur) amerikanische Presse auf die Linie von Bush und Konsorten eingeschwenkt, obwohl die Tatsachen offensichtlich im grossen Stile manipuliert waren. Aus diesem Grunde und vielen anderen: Meinungskontrolle und exzessive Konzentration der meinungsbildenden Instrumente muss auf jeden Fall verhindert werden. Daher: ist Wikipedia wirklich ein hoffnungsloser Fall, und sollte sich Knol hüten, in die gleiche Falle zu geraten?

6) Schliesslich, soll man Wissenschaftlern ihre akademischen Grade aberkennen, weil sie politisch nicht akzeptable Meinungen äussern?

______

Weiss ist nicht wegen seiner Inhalte in Wikipedia gesperrt worden, sondern weil er in unerträglicher Weise mehrfach manipulativ tätig wurde. Mit einer Check-User-Anfrage konnte ihm nachgewiesen werden, dass er Mehrfachkonten missbräuchlich eingesetzt hatte.
Eine seiner bewussten Irreführungen: In einer sensiblen Diskussion unter dem Nickname Charles Spearmann wurde er ausfallend, mehrere Diskussionsteilnehmer verwahrten sich gegen Beleidigungen. Kurz darauf meldete sich ein Dr. Volkmar Weiss zu Wort: "Benutzer Charles Spearman soll froh und dankbar sein...", "So habe ich ein ganz klein wenig Verständnis für Benutzer Charles Spearman..." Mit dieser Manipulation hatte er vorübergehend Erfolg.
Aber Lügen haben bekanntlich kurze Beine. In einem regulären Sperrverfahren wurde Weiss für vier Monate gesperrt. Nachdem er nach dieser Verwarnung nicht mehr seine "Sockenpuppen" vorschicken konnte, um zu rüpeln, sondern diese Rüpeleien unter einem Namen bündeln musste, wurde es irgendwann zuviel und er wurde infinit gesperrt. Wikipedia-Autoren ohne Doktortitel sind sehr viel schneller gesperrt worden. Quasi "auf Bewährung" kann Herr Weiss inzwischen in Wikipedia weiterschreiben. Vielleicht hat er auch dies seinem Doktortitel zu verdanken. So ein Titel verschafft nunmal Reputabilität trotz solcher Gestalten wie Dr. Goebbels, der als Privatsekretär Gregor Strassers seine Nazi-Karriere begann.
Manipulationen, rassistische Diskriminierungen und nationalsozialistische Propaganda sollten auch in Knol keinen Platz haben.
- Andreas Kemper

Kommentare

Schlüsse aus der Diskussion

Vielleicht ist es Zeit, einen Schlusstrich unter die Diskussion zu ziehen, da sie mir - zu meiner Enttäuschung - zu sehr auf persönliche Antagonismen hingetrieben ist. In meinem Diskussionsvorsvhlag nannte ich sechs Punkte, die meiner Ansicht nach berücksichtigt werden sollten. Zwei dieser Punkte haben sich wohl erledigt:

6.) Aberkennung akademischer Grade. Andreas sagt, dass dies ein Missverständnis sei und dass er nie die Absicht gehabt hätte, so etwas vorzuschlagen. Ich akzeptiere dies, obwohl ich sagen muss, dass die Formulierung in seinem Blog das zumindest nahelegte.

5.) Volkmar Weiss sagt, dass er nur dann als rechtsextrem eingestuft werden könnte, wenn man die Definition von Andreas annimmt, und dass in seinem Roman keineswegs seine wissenschaftlichen Ansichten "Ausdruck finden", sondern dass er eine Parodie, science fiction usw. sei. Vielleicht sollten wir auch das akzeptieren. Er bezieht sich auf den Professor für Geschichte an der Harvard University Niall Ferguson, der ihm anerkennend zu dem Roman geschrieben habe. Ferguson ist ein kontroverser doch respektierter Historiker (dessen Ansichten über Englands Rolle im ersten Weltkrieg zum Beispiel auch von Bertrand Russell (Nobelpreis, Mathematiker, Logiker, Philosoph usw.) geteilt wurden, der monatelang während des ersten Weltkrieges dafür in einem britischen Gefängnis sass und diese seine Ansicht bis an sein Lebensende nie geändert hat).

http://en.wikipedia.org/wiki/Niall_Ferguson

Mir kam es vor allem darauf an, Meinungen über die Rolle der Wikipedia zu hören. Wie mir scheint, gibt es sich stark unterscheidende Ansichten. Ich wiederhole meine: es ist Unfug vorzuschlagen, dass die Wikipedia den akademischen Apparat als Instanz ablösen soll, die wissenschaftliche Seriösität gibt. Kalles Charakterisierung der Wikipedia als "nützlichen Idiot" scheint mir den Nagel auf den Kopf zu treffen.

Was die Veröffentlichung von IQ-Angaben anbetrifft: Es ist fast a priori klar, dass Intelligenz eine starke genetische Komponente enthält (wie alle menschlichen Eigenschaften), es ist aber ebenso klar, dass sie weitgehend durch Erziehung und andere Umwelteinflüsse geprägt ist. Daher ist es ein Fehlschluss, aufgrund relativ geringer Unterschiede im IQ auf gravierende genetisch bedingte Unterschiede der Intelligenz zu schliessen. Wenn so etwas in der Tagespresse usw. getan wird (zum Beispiel in Bezug auf Türkinnen in Deutschland), ist das ganz klar rassistische Diskriminierung, die strikt abgelehnt werden sollte. Jedoch, warum sollten Befunde über IQ nicht in wissenschaftlichen Arbeiten publiziert werden? Weiterhin, ich bin zwar kein Intelligenzforscher, doch erinnere ich mich, dass es eine ganze Zahl von Arten unterschiedlicher Intelligenzquotienten gibt. - Was die Unterschiede zwischen Völkern anbetrifft, Volkmar Weiss ist nicht eingegangen auf den Punkt 4 in meinem Knol:

"4) Ebenfalls spezifisch: der Vorschlag, Völker vorwiegend durch genetische Unterschiede zu definieren, scheint mir schon vom Ansatz her falsch. Siehe diesen meinen Knol:
http://knol.google.com/k/klaus-rohde/warum-deutsche-knols-deutsch-als/xk923bc3gp4/23#
Mneme sind in der modernen Welt sehr wichtig, obwohl selbstverständlich auch Gene eine Rolle spiele. Was die Gene anbetrifft, der Heterose-Effekt ist wohl bekannt und dokumentiert. Er besagt, dass Mischungen von Populationen oft zu fitteren Nachkommen führen als "reine" Populationen. Die USA sind sicherlich auch aus dem Grunde wissenschaftlich und wirtschaftlich sehr erfolgreich, weil sie ein Sammelsurium vieler "Rassen" sind. Womit ich nicht sagen will, dass eine Mischung unbegrenzt sein soll. Aber sind die USA auch deshalb erfolgreich, weil die Meinungsfreiheit viel weiter geht als zum Beispiel in Deutschland?" - In verschiedenen Tests in den USA und woanders haben Japaner, Chinesen usw. oft besser abgeschnitten als "Kaukasier". Also, wenn es so wichtig ist, die Intelligenz eines Volkes oben zu halten, importiert Chinesen, sowohl wegen des Heterose-Effektes wie auch ihrer höheren Intelligenz (obwohl die z.T. wahrscheinlich auch anerzogen ist)!

Die in meinem Kommentar unten zitierte Arbeit von Volkmar Weiss "Social and Demographic Origins of the European Proletariat" macht es völlig klar, das es starke genetische Unterschiede zwischen sozialen Strata in Deutschland und andern "arbeitsteiligen" Industriegesellschaften nicht gibt. Andreas kann diese Arbeit sogar als Quelle für seine eigenen Knols, in denen er gegen "˚Klassismus" argumentiert, benutzen.

Schliesslich: wo soll die Grenze der Akzeptabilität für Knols liegen? Wer trifft die Entscheidung? Es gibt ja Richtlinien, eine sagt dass "Hassinhalte" nicht akzeptabel sind. Aber was ist Hass? Gehören die Veröffentlichung von Intelligenzquotienten und die Publizierung eines absonderlichen parodisch/satirischen Romanes dazu? Die Gefahr hier besteht - meiner Meinung nach - darin, dass persönliche Vorurteile und Animositäten die Entscheidung beeinflussen.


Zuletzt bearbeitet 30.08.2009 16:31
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Proletarischer Gen-Pool?

Ich habe mich jetzt über einige wissenschaftliche Arbeiten von Volkmar Weiss informiert. Es scheint mir ein Missverständnis zu sein, ihm “Klassismus” in dem Sinne vorzuwerfen, das das Proletariat intellektuell minderwertig sei (oder irre ich mich hier, Herr Weiss?). Ganz im Gegenteil, den einzigen Schlusss, den ich aus der unten zitierten Arbeit von ihm ziehen kann, ist dass die soziale Mobilität schon immer gross war. Also ausreichende Zeit, um einen “proletarischen” Gen-pool zu etablieren, gab es garnicht.


Aus der Arbeit von Volkmar Weiss: Social and Demographic Origins of the European Proletariat.

“Saxony is the only large European territory that provides reliable data on the absolute
increase of the different social strata in modern time. Five representative samples were
drawn from genealogical files, each covering at least a 50-year-period and covering some
11,000 married couples. On this 10-generation database the social and spatial mobility of
the main social strata could be studied.
The special target of this contribution are two neo-Marxist legends on the social and
demographic origins of the proletariat until 1870 which claimed a disproportionate
natural increase of proletarians, and the constitution of an hereditary proletariat. The
data, however, tell another story and show that rural and urban proletarians are formed
from the socially downwardly mobile sons and daughters and grandchildren of peasants.”


Wie sieht es bei den Chinesen aus?

Ich habe 6 1/2 Jahre an der University of Malaya, Kuala Lumpur unterrichtet, und etwa 80 Prozent meiner Studenten waren Chinesen, deren Familien von den Briten vorwiegend als Arbeiter nach Malaya importiert worden waren. Unter allen Klassen Chinas ist der Drang nach Erziehung viel grösser als im Westen. Selbst arme Familien versuchen, alle ihre Kinder (wenn möglich, denn es waren oft sehr viele), auf die Universität zu schicken. Aus diesem Grunde werden Akademiker oft Bauern unter ihren nächsten Vorfahren finden. Also hier von einem proletarischem oder bäuerlichen Gene-Pool zu faseln, ist Unsinn.

Das gleiche wird wieder und wieder in der chinesischen Geschichte klar: eine grosse Mobilität aus der Bauernschaft nach “oben”.

Ich zitiere aus Wolfram Eberhard: Chinas Geschichte, A. Francke Verlag, Bern 1948

Seite 87:
Derr Kaiser Kao-tsu stammte aus Ost-China, und seine Familie scheint eine Bauernfamilie gewesen zu sein; jedenfalls war es keine alte Adelsfamilie”. (Kaiser Kao-Tsu, ursprünglich Liu Ki, war der Begründer der Han-Dynastie (206 v.Chr.- 220 n.Chr.), nach der sich die Chinesen noch heute Han-Chinesen nennen).


Was die Vermischung unter Völkern anbetrifft, auch hier geben die Chinesen gute Beispiele. Ich kann zwar nicht mit statistisch verwertbaren Daten dienen, doch ein Beispiel hier:

Aus dem gleichen Buch. Seite 202:
Li-Shi-min, der Begründer der T’ang Dynastie (618-906), also der “klassischen” Periode Chinas, “war 615/616 in Verbindung mit den Türken getreten, wozu er sich besonders eignete, weil es in seiner Familie schon immer üblich gewesen war, Frauen aus Toba-Familien zu heiraten, so dass er bei der Toba-Partei innerhalb der Türken besonderes Vertrauen genossen haben muss”.

Zuletzt bearbeitet 26.06.2009 01:47
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Richtigstellungen durch Volkmar Weiss

1. Für Kommunisten bzw. Linksextreme sind alle Messungen des IQ und die Mitteilung von Meßergebnissen über kognitive Leistungsunterschiede zwischen verschiedenen Völkern, siehe http://knol.google.com/k/volkmar-weiss/der-iq-der-vlker-laut-pisa-studien/19iebpu8jegcn/17# oder sozialen Schichten stets Ausdruck von Rassismus, Rechtsextremismus, „Klassismus“ usw., siehe http://knol.google.com/k/volkmar-weiss/der-fall-andreas-kemper-alias-schwarze/19iebpu8jegcn/25# . – Für denjenigen, der diese linksextreme Definition annimmt und teilt, bin ich das, was Kemper von mir behauptet, aber nur unter dieser Voraussetzung.

In kommunistischen Ländern waren IQ-Tests verboten. - Unter den Wissenschaftlern, die um 1900 IQ-Tests entwickelt haben, waren zahlreiche Sozialisten, die auf die Weise beitragen wollten, die bürgerliche Leistungsgesellschaft voranzubringen und die Bildungsprivilegien des Erbadels zu brechen. Erst nach 1960 geriet die spätbürgerliche Gesellschaft in weiten Bereichen unter den Einfluß der egalitären Gleichheitsideologie, d. h. unter den Einfluß von Leuten von der Mentalität Kempers.

2. Ich war bis 1989 in der DDR stets parteilos. Dann habe ich die DSU http://knol.google.com/k/volkmar-weiss/die-rolle-der-dsu-bei-der-einigung/19iebpu8jegcn/23# mit gegründet, nicht als Rechtspartei. Es war damals unsere Absicht, die Blockpartei-CDU aus dem Feld zu schlagen und durch eine neue Volkspartei der Mitte zu ersetzen. Als sich das im Einigungsprozeß erledigt hat, bin ich schon im Mai 1990 zur CDU übergetreten. Seit 1994 bin ich wieder parteilos. Ich habe seitdem an keiner Veranstaltung irgendeiner politischen Partei teilgenommen.

3. Gegen das, was in der Wikipidia unter http://de.wikipedia.org/wiki/Volkmar_Weiss Volkmar Weiss über mich steht, müßte ich eigentlich juristisch vorgehen und wegen Verleumdung klagen. Dafür sind mir Zeit und Geld zu schade. Ich vertraue da mehr auf den gesunden Menschenverstand, daß er sich selbst ein eigenes Urteil bildet.

Ich bin in der Wikipedia als Benutzer http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Dr._Volkmar_Weiss nicht gesperrt, habe aber als Fachwissenschaftler dort die Erfahrungen gemacht wie andere auch.

4. Mein Roman http://www.v-weiss.de/artam.html "Das Reich Artam “ ist nicht der Ort, wo „meine wissenschaftlichen Ansichten Ausdruck“ finden, Herr Rohde. Einen solchen Zweck sollte kein guter Roman haben. „Artam“ ist Parodie, Dystopie, Utopie, Gesellschaftsprognose und Science fiction in einem – „the most unusual book“, wie mir Niall Ferguson anerkennend geschrieben hat.

In fiktiver Literatur spielen die handelnden Personen Rollen, und Goethe war weder Faust noch Mephisto. Goethe hat also weder Gretchen verführt, noch empfiehlt er eine solche Tat seinen Lesern und Zuschauern.

5. Zu Andreas Kemper alias Schwarze Feder äußert sich auch die "Junge Freiheit", siehe http://www.jf-archiv.de/archiv09/200925061264.htm

Was ich sonst noch zu erwidern und hinzuzufügen hätte, steht in meinen Knols http://knol.google.com/k/knol/system/knol/pages/SearchToolkit?show=off&loc0=on&language=0&back=19iebpu8jegcn.23&loc1=on&loc2=on&loc3=on&loc4=on&loc5=on&loc6=on&url=/k/volkmar-weiss/-/19iebpu8jegcn/0&restrict=3& und auf meiner Homepage http://www.v-weiss.de/index.html bzw. in meinen 190 gedruckten Veröffentlichungen.


Zuletzt bearbeitet 08.07.2009 11:40
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spannende diskussion !

das ist das erste dieser art, was ich im deutschen knol finde (vielen dank für die einladung dazu)
und es gibt mir gelegenheit, gleich mal vorweg ein wenig wäsche zu waschen um den (typisch deutschen?) mief der heuchelei aus dieser diskussion zu entfernen . ich meine hier das gesalbadere von Zeitler Gerhard . dieser herr hat sich nicht entblödet, mich auf seiner seite zu sperren, nachdem ich es gewagt habe, zu sagen, dass ich einen seiner artikel enttäuschend fände . und gibt nun solche heiße luft von sich, wie:
"Das schließt jedwede Zensur aus, und uns bleibt keine andere Wahl, als dem Extremistischen immer wieder mit hoffentlich gut begründeten Argumenten zu begegnen."
das war wohl nix und wenn du jetzt beleidigt schweigen würdest, fände ich das nur konsequent .
strafe muss sein .

in seiner kritik des akademischen systems muss ich andreas zustimmen, halte andererseits die wortschöpfung "klassismus" auch nicht für besonders glücklich (auf die durchaus witzige analogie zu "rassismus" werden wohl die wenigsten verfallen) .

ich schlage übrigens vor, dass wir auch VW einladen . er ist schließlich genauso ein wahrheitssucher, wie wir alle (sollte man ihm jedenfalls unterstellen) und wenn er nicht darauf eingeht,dann wissen wir ja bescheid .

die lösung des ganzen problems ist einfach eine gemeinschaft aller wirklich kommunikativen menschen . die anderen bleiben dann von allein draußen (vor allem die typisch deutschen (oder war's öserreichischen ? (na, egal))) .

hi, andi .
du hast "dr." goebbels gesagt . sollten wir ihm diesen titel nicht aberkennen ?
(ich kanns wohl auch nicht lassen ;-) )

Zuletzt bearbeitet 03.07.2009 16:50
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Die Dr. Goebbels - Respekt und Reputation?

Ich kanns doch nicht lassen zu diskutieren ;-)

Herr Rohde, ich spreche sie bewusst nicht mit Professor an, weil akademische Grade sich meiner Meinung nach unzulässig mit adelnden Titeln vermischen.

Es geht mir NICHT um die Aberkennung von Doktorgraden, sondern darum, dass Doktor-Grade nicht als Ehren-Titel aufzufassen sind. Menschen sollten sich durch Doktor-Grade nicht blenden lassen. Es gibt eben die Dr. Goebbels.

Man sollte Menschen unvoreingenommen und ersteinmal respektvoll begegnen. Und nicht die Putzkraft herablassend und dem Professoren gegenüber buckelnd. Das Wiki-Prinzip und Google finde ich in diesem Sinn sehr gut.

Wikipedia ist kritisch zu betrachten. Das Akademische System ist aber ebenfalls kritisch zu sehen. Auch im Akademischen System geht es nicht nur um methodisch saubere Forschung. Es geht auch um so etwas, was sie oben im Beitrag gemacht haben: Sie haben "Klassismus" als "schreckliches Wort" bezeichnet. Dieses unwissenschaftliche Ab- und Aufwertung von Begriffen prägt das Akademische System. Sie können wahrscheinlich noch nicht einmal sagen, was Sie an dem Begriff "schrecklich" finden. Es geht um Geschmack. Der Begriff schmeckt nicht. Und Geschmack ist nunmal weitgehend eine Klassenfrage.

Daher begrüße ich, dass das staubige Akademische System Konkurrenz bekommt durch moderne internetgestützte Wissensportalen, die frecher und zum Teil auch sauberer arbeiten als es im akademischen Mief mit dem Posten-Geschachere und seinen Latinismen möglich ist.

Zuletzt bearbeitet 07.08.2009 23:13
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Unbenannt

Hallo Klaus Rohde

Ich möchte mich an der Diskussion nicht beteiligen. Ich habe allerdings eine Richtigstellung geschrieben.

Sie wissen, dass ich jeden Artikel weiterverlinke, egal ob er von der CDU oder von der LINKEN kommt. Ich werde allerdings keine Artikel mit rassistischen Inhalten weiterverlinken.

Sie wissen, dass ich gar nicht die Macht habe, Doktortitel abzuerkennen. Darum ging es in meinem Blogbeitrag auch nicht. Es ging um die Frage der Reputabilität. Umgekehrt jedoch scheint Weiss meine Promotion verhindern zu wollen und so etwas ist viel einfacher als eine Aberkennung.

Sie kritisieren die Adminwillkür in Wikipedia. Hierzu möchte ich anmerken, dass ich mich bei den meisten Admins in Wikipedia sehr unbeliebt machte, weil ich forderte, dass Admins nicht auf Lebenszeit gewählt werden dürfen. Das erinnert mich an die Doktor-Diskussion.

Übrigens wurde ich auch schon von Achim Raschka gesperrt. Dennoch respektieren wir uns. So einen Respekt muss man sich verdienen. Und das ist eben das Problem an Doktor-Titeln. Eigentlich sagt ein Doktor-Grad nur aus, dass der Inhaber sich in einem kleinen abgegrenzten Gebiet gut auskennt. Tatsächlich steht er aber auch für Reputabilität. So kann oftmals ein Doktorgrad aberkannt werden, wenn der Doktor straffällig geworden ist. Umgekehrt kann eine Strafe für Doktoren höher ausfallen, weil Doktoren eine Vorbild-Funktion haben. In meinen Augen ist das alles unsinnig. Würde sich ein Doktor-Grad nur auf die wissenschaftlich erbrachte Leistung beziehen, hätte ich damit weniger Probleme.

Beleidigungen, rassistische Diskriminierungen, nationalsozialistische Propaganda und Betrug haben auch in Knol nichts verloren.

Liebe Grüße
Andreas Kemper

Zuletzt bearbeitet 20.06.2009 14:23
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Meinungsfreiheit und Freiheit der wissenschaftlichen Publikation

Seht geehrter Herr Prof Rohde,
ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie dieses heiße Eisen angefasst haben. Ihre implizit geäußerte Überzeugung kann ich nur unterstreichen: Wissenschaftliche Seriosität zu geben und zu nehmen ist schon im wissenschaftlichen Apparat ein dauerndes Ärgernis, das die latente Gefahr in sich birgt, den Fortschritt zu bremsen. Wikipedias enzyklopädischer Anspruch, das "gesicherte" Wissen der Welt wiederzugeben, birgt systembedingt - was für alle anderen Enzyklopädien ebenso gilt - dieselbe Gefahr in sich. Was als gesichert gilt, wird ja üblicherweise anhand der Anzahl Zitierungen, also des Konsenses innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft, bestimmt. Da Konsens keine Voraussetzung, oft aber ein Hindernis für wissenschaftliche Durchbrüche ist, werden neue Ansätze und Ideen immer wieder unterdrückt.
Die Bedeutung von Knol sehe ich genau darin, auch und besonders Raum für die Publikation von Arbeiten zu schaffen, die nicht dem wissenschaftlichen Mainstream folgen. Das ist für die "unpräzisen" sozialwissenschaflichen Arbeiten naturgemäß noch wichtiger als für die "präzisen" naturwissenschaftlichen. Ich spreche hier als Autor ökonomischer und wirtschaftspolitischer Sachverhalte natürlich aus eigener Erfahrung.
Kurz gesagt: Knol sollte sich von Wikipedia genau darin unterscheiden, neben dem "Gesicherten", auch dem Neuen, dem Visionären und dem Ungewöhnlichen eine Plattform zu bieten. Das schließt jedwede Zensur aus, und uns bleibt keine andere Wahl, als dem Extremistischen immer wieder mit hoffentlich gut begründeten Argumenten zu begegnen. So könnte sich Knol neben der "Konserve" Wikipedia zu einem Hort der wissenschaftlichen Freiheit und des Fortschritts entwickeln.
Mit den besten Grüßen
Gerd Zeitler

Zuletzt bearbeitet 03.07.2009 16:53
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Klaus Rohde
Klaus Rohde
Professor emeritus
UNE Armidale, Australia

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