Die Muskeltypen können nach verschiedenen Kriterien beurteilt werden, diese sind:
Bei einem zweifach gefiederten Muskel spaltet sich eine Sehne gabelförmig auf. Bei mehrfach gefiederten Muskeln strahlen Abzweigungen der beiden Sehnen in den Muskelbauch ein, so dass der Muskel sehnig durchsetzt ist. (Solche Muskeln liefern Fleischstücke minderer Qualität, da sie sehr zäh sind.)
Durch den schrägen Ansatz an der Sehne vergrößert sich der physiologische Gesamtquerschnitt, da mehr Muskelfasern gleichzeitig an der Sehne ansetzen können. Dadurch erhöht sich die wirksame Muskelkraft.
In den Abb. A,B und C ist mit blau der anatomischer Querschnitt und mit grün der physiologischer Querschnitt (Querschnitt aller Muskelfasern rechtwinklig zu ihrer Faserrichtung) gekennzeichnet.
Der M. sphincter ani internus/externus ist ein Beispiel für einen ringförmigen Schließmuskel (Abb. h). Ein keilförmiger Bezirk, aus der Pars analis recti ausgeschnitten, zeigt die kräftige Ausbildung des Schließmuskels mit vorwiegend zirkulären Faserbündeln, die sich spizwinklig überlagern.
Unterschiede nach Faserverlauf (Fiederung)
Parallelfasriger Muskel
Beim parallelfasrigen Muskel verlaufen die Muskelfasern parallel in Zugrichtung der Sehne (Abb. d). Die Fasern ermöglichen ausgiebige jedoch wenig kraftvolle Bewegungen (z.B. Mm. intercostales)Gefiederter Muskel
Charakteristisch ist, dass die Muskelfasern schräg, d.h. in einem bestimmten spitzen Fiederungswinkel zu der langen durchgehenden Sehne an ihr ansetzen. Bei einem einfach gefiederten Muskel (Musculus unipennatus, Abb. a und A) gehen die Fasern einseitig in die Sehne über, bei einem doppelt gefiederten Muskel (Musculus bipennatus, Abb. b und B) erreichen sie die Sehne von zwei Seiten. Als dritte Form können mehrfach gefiederte Muskeln vorkommen (Musculus multipennatus, Abb. C).Bei einem zweifach gefiederten Muskel spaltet sich eine Sehne gabelförmig auf. Bei mehrfach gefiederten Muskeln strahlen Abzweigungen der beiden Sehnen in den Muskelbauch ein, so dass der Muskel sehnig durchsetzt ist. (Solche Muskeln liefern Fleischstücke minderer Qualität, da sie sehr zäh sind.)
Durch den schrägen Ansatz an der Sehne vergrößert sich der physiologische Gesamtquerschnitt, da mehr Muskelfasern gleichzeitig an der Sehne ansetzen können. Dadurch erhöht sich die wirksame Muskelkraft.
In den Abb. A,B und C ist mit blau der anatomischer Querschnitt und mit grün der physiologischer Querschnitt (Querschnitt aller Muskelfasern rechtwinklig zu ihrer Faserrichtung) gekennzeichnet.
Unterschiede nach Muskelform
Platter Muskel (Musculus planus)
Flächenhaft platte Muskeln sind insbesondere an der Bildung der Rumpfwand beteiligt (Bauch- und Rückenmuskulatur). Die einzelnen Muskelzacken entspringen jeweils gesondert, z.B. von je einer Rippe, kurzsehnig oder rein fleischig und bilden eine geschlossene Muskelplatte, die in eine breite (platte) Sehne, Aponeurosis, übergeht (Abb. c). Bsp.: M. obliquus externus abdominisSpindelförmiger Muskel (Musculus fusiformis)
Für den einbäuchigen, spindelförmigen Muskel trifft die Bezeichnung Muskel = Musculus (Mäuschenform) zu, die zur allgemeinen Bezeichnung der Muskeln geworden ist (Abb. d). Der Muskelbauch geht unter Verjüngung in die Sehne über. Typisch ist die kurze Ursprungssehne und die lange Ansatzsehne. Bsp.: M. brachioradialisMehrköpfige Muskeln
An unterschiedlichen Ursprungssehnen entspringende Muskelbäuche vereinigen sich in einem Muskelbauch mit einer Ansatzsehne. Je nach Anzahl der Köpfe bezeichnet man ihn als M. biceps (zweiköpfiger Muskel, Abb. e, z.B. M. biceps brachii) M. triceps (dreiköpfiger Muskel, z.B. M. triceps brachii) oder M. quadriceps (vierköpfiger Muskel, M. quadriceps femoris).Mehrbäuchige Muskeln
Mehrer Muskelbäuche werder über Zwischensehnen verbunden (Abb.f). Eine Zwischensehne führt zu einem zweibäuchigen Muskel (M. biventer, z.B. M. digastricus, M. omohyoideus). Der M. rectus abdominis erreicht durch mehrere Zwischensehnen seine bei trainierten Menschen sichtbare "Waschbrett"-Optik.Ringförmiger Muskel (Musculus orbicularis)
Die Muskelfasern verlaufen ringförmig um eine Körperöffnung mit spaltförmiger Öffnung und einseitiger Sehne am medialen Rand (Abb. g). Bsp.: M. orbicularis oculiDer M. sphincter ani internus/externus ist ein Beispiel für einen ringförmigen Schließmuskel (Abb. h). Ein keilförmiger Bezirk, aus der Pars analis recti ausgeschnitten, zeigt die kräftige Ausbildung des Schließmuskels mit vorwiegend zirkulären Faserbündeln, die sich spizwinklig überlagern.
Unterschiede nach Gelenkbeteiligung
Ein Muskel kann an mehr oder weniger komplizierten Bewegungen beteiligt sein. Je nachdem, ob er seine Wirkung an einem Gelenk oder an mehreren Gelenken entfaltet, spricht man von einem ein- (M. deltoideus) oder mehrgelenkigen Muskel (M. biceps brachii). Es gibt auch Muskeln, die keine Beziehung zu einem Gelenk haben (z.B. mimische Muskulatur).References
- G. Aumüller, G. Aust, A. Doll, J. Engele, J. Kirsch, S. Mense, D. Reißig, J. Salvetter, W. Schmidt, F. Schmitz, E. Schulte, K. Spanel-Borowski, W. Wolff, L.J. Wurzinger, H.-G. Zilch. Anatomie, Georg Thieme Verlag Stuttgart, 2007. ISBN: 3-13-136041-0
- P. Posel. Sobotta Spielend durch die Anatomie 2, Urban & Fischer Verlag München, Jena, 2000. ISBN: 3-437-42530-7













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