Anbieter von Mobile Mail (Marktübersicht)

Für Mobile Mail gibt es viele verschiedene Anbieter, obwohl meist nur Microsoft oder BlackBerry bekannt sind. Alle diese Anbieter haben den Markt für Mobile-Mail-Lösungen im Auge. Um diesen Markt zu bedienen verfolgen sie teilweise sehr unterschiedliche Ziele.


Für Mobile Mail gibt es viele verschiedene Anbieter, obwohl meist nur Microsoft oder BlackBerry bekannt sind. Alle diese Anbieter haben den Markt für Mobile-Mail-Lösungen im Auge. Um diesen Markt zu bedienen verfolgen sie teilweise sehr unterschiedliche Ziele.



Gehostete Lösungen (hosted solution):


Kleinere, eher unbedeutende Anbieter:


Hinzu kommen noch die Mobilfunkbetreiber, die in der Hauptsache Verträge verkaufen und manchmal auch als Lösungsanbieter für große Unternehmen auf dem Markt agieren. Bei Push-Mail setzen sie fast ausschließlich auf BlackBerry und Windows Mobile.
So unterschiedlich die Interessenlage ist, so unterschiedlich sind auch die Lösungsansätze. Für Unternehmen ist es deshalb schwierig aus den Anbieter den mit der richtigen Lösung herauszufinden.
Unternehmen mit vielen verschiedenen Endgeräten sollten eher die Endgeräte-unabhängige Middleware bevorzugen, bevor sie an einen Anbieter geraten, der vor allem neue Endgeräte verkaufen will. Das hat vor allem dann Vorteile, wenn neben PIM und E-Mail noch weitere Anwendungen auf die mobile Plattform portiert werden sollen.
Unternehmen, die schnell eine Mobile-Mail-Lösung umgesetzt haben wollen und dafür neue Endgeräte kaufen wollen oder sogar müssen, für die könnten BlackBerry- oder Windows-Mobile-Endgeräte in Frage kommen.

BlackBerry

Logo RIMBlackBerry ist eine auf Mobile Mail spezialisierte Lösung. Es ist ein kostenpflichtiger Service zur Lieferung der E-Mails per Push-Mail an ein mobiles Endgerät. BlackBerry ist wie iPod ein Synonym für eine Produktklasse. Also nicht einfach nur ein Betriebssystem, sondern gleich ein ganzes Gerät, das regelrecht Kultstatus hat. Es ist besonders deshalb beliebt, weil es ein problemloses System mit hohem Nutzwert ist. BlackBerrys werden auch als Manager-Tamagotchis bezeichnet.
RIM, der Entwickler und Hersteller der BlackBerry-Endgeräte, ist vor allem daran interessiert, möglichst viele seiner Endgeräte zu verkaufen. Damit verdient RIM am meisten Geld. Erst danach folgen die Umsätze aus dem Push-Dienst und dem Verkauf der BlackBerry-Enterprise-Server.
Sobald eine Mobility-Lösung her muss, die über Mobile Mail hinausgeht, ist ein BlackBerry weniger geeignet.

Microsoft Windows Mobile

Logo Windows Mobile 5.0Mit dem Service Pack 2 für den Exchange Server 2003 hat Microsoft alle nötigen Funktionen integriert, mit der Mobile Mail mit dem Exchange Server 2003 möglich wurde. Mit dem kostenlosen Upgrade "Messaging and Security Feature Pack" kann jedes Endgerät mit Windows Mobile 5.0 mit Push-Mail-Funktion aufgerüstet werden. Unternehmen, die Exchange schon im Einsatz haben, bietet sich damit die Möglichkeit Mobile Mail günstig einzuführen. Es braucht im Gegensatz zu vielen anderen Lösungen keine Middleware. Alles bleibt in der gewohnten Umgebung.
In Fachkreisen ist man der Meinung, dass Microsoft den Markt für Mobile-Mail-Lösungen bereinigen wird. Ob sich andere Lösungen durchsetzen werden, kommt darauf an, wie andere Anbieter die Anforderungslücken schließen können. Den einzigen Mobile-Mail-Anbieter, den Microsoft nicht ausstechen kann ist RIM mit dem BlackBerry. Dessen Verbreitung und Kultstatus lässt sich praktisch nicht umkehren. Auch ist es mit der BlackBerry-Lösung möglich Mail-Systeme ohne Mobile Mail mit Push-Mail auszustatten.
Im Gegensatz zu den meisten Mobile-Mail-Anbietern verkauft Microsoft keine eigenen Endgeräte. Microsoft lizenziert nur sein mobiles Betriebssystem, das auf den Endgeräten vorinstalliert ist. Die Mail-Funktionen von Windows Mobile sind mit dem Exchange-Server gekoppelt. Neben der Verbreitung von Windows Mobile ist Microsoft vor allem am Verkauf von Software-Lizenzen interessiert.

Sybase / iAnywhere / Extended Systems

Logo SybaseSybase bietet eine Plattform für mobile Anwendungen. Darin können viele Anwendungen integriert werden. Nicht nur Mobile Mail. Das ist der große Vorteil gegenüber BlackBerry und Microsoft.
Sybase hat sich die Lösungen von iAnywhere und Extended Systems einverleibt, die mit der Sybase-Plattform irgendwann verschmelzen werden.
Sybase setzt selber keine Lösungen um, sondern arbeitet eng mit Partnern zusammen, die besser auf die Wünsche und Anforderungen der Kunden eingehen können. Deshalb ist Sybase vor allem am Verkauf seiner Middleware interessiert.

Nokia Intellisync

Logo NokiaNokia ist mit großem Abstand der Marktführer für Handys und Smartphones. Daher ist Nokia vor allem daran interessiert seine Endgeräte zu verkaufen. Die "Intellisync Mobile Suite" ist eine Middleware für Mobile Mail. Sie ist Endgeräte-unabhängig und unterstützt deshalb eine Vielzahl an Endgeräten, auch anderer Hersteller. Somit ist Nokia durchaus daran interessiert sich als Lösungsanbieter im Bereich Mobile Mail für große Unternehmen zu etablieren.

Motorola (Good Technology)

Logo MotorolaEnde 2006 hat der Handyhersteller Motorola den Mobile-Mail-Anbieter Good Technology übernommen. Damit ist eine starke Konkurrenz zu BlackBerry entstanden. In Europa hat Good Technology kaum Relevanz. Dafür in den USA. Dort hat Good einen Marktanteil von 8 Prozent und steht damit auf gleicher Stufe wie die Middleware-Anbieter Nokia (Intellisync) und Sybase (iAnywhere).
Die Architektur von Good ist der von RIM sehr ähnlich. Es gibt eine Middleware, die im Unternehmensnetzwerk installiert ist und ein "Network Operation Center" über das die E-Mails geroutet werden. Während RIM seine Infrastruktur an die Endgeräte bindet, hat Motorola eine offene Endgerätestrategie.

Mobile Mail von Google und Yahoo

Die großen Freemail-Anbeiter Google und Yahoo haben es sich zur Aufgabe gemacht ihre E-Mail-Accounts nicht nur gratis, sondern auch mobil verfügbar zu machen. Beide Lösungen sind keine Push-Mail-Lösungen. Sie beschränken sich auf den Abruf von E-Mails.
Beide Lösungen sind auf den privaten Nutzer zugeschnitten. Sie sind einfach gehalten und erlauben wenig Spielraum für besondere Wünsche. Diese Lösungen sind nicht für den Einsatz in Unternehmen geeignet. Aber sie könnten Auswirkungen auch auf den Markt für mobile Unternehmenslösungen haben. Setzt sich Mobile Mail auf dem Massenmarkt durch, dann werden sich sehr viele Unternehmen dieser Entwicklung nicht verschließen können.
Mitarbeiter, die in ihrem privaten Umfeld innovative Kommunikationsformen einsetzen, wollen das auch an ihrem Arbeitsplatz tun. Die Gefahr ist groß, wenn ein Unternehmen diesen Wünschen nicht nachkommt, dass die Mitarbeiter die Technologien selber auswählen und die dafür notwendige Software selber installieren. Die Unternehmen verlieren so die Kontrolle über die am Arbeitsplatz eingesetzte Software und setzen sich vielleicht sogar Sicherheitsrisiken aus. Diese Problematik gilt es nicht zu ignorieren. Sonst stehen die IT-Verantwortlichen irgendwann vor vollendeten Tatsachen.

Google Gmail

Googles "Gmail" setzt auf ein Web-Interface, das erkennt, ob es sich um einen Handy- oder Desktop-Browser handelt. Beim Zugriff eines Handy-Browsers wird ein einfacheres, übersichtlicheres und abgespecktes Web-Interface angezeigt. Es gibt auch einen Software-Client auf Basis von Java, der auf jedem modernen Handy oder Smartphone läuft.

Yahoo Go

Yahoo verfolgt die Strategie eines plattformübergreifenden Kommunikations- und Informationsanbieters. Dabei ist auch Mobile Mail berücksichtigt. Die dafür vorgesehene Software hat den Namen "Yahoo Go" und kann heruntergeladen und auf einem Handy installiert werden. Die Auswahl an Handys ist noch beschränkt. Alternativ bietet Yahoo auch einen Zugang über WAP an.
Die Funktionalität von "Yahoo Go" beschränkt sich nicht auf Mobil Mail, sondern bietet dem Nutzer auch den Zugriff auf Musik und Bilder. Sogar persönliche Termine und Kontakte können verwaltet und synchronisiert werden. E-Mails können lokal auf dem Handy gespeichert werden. So können E-Mails auch offline gelesen werden.

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Patrick Schnabel
Patrick Schnabel
Webworker, Fachbuchautor
Ludwigsburg, Deutschland
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