Zusatz-Funktionen sind sehr wichtig. Zum Beispiel Kamera- und Musik-Handys. Klingeltöne mit Lichteffekten und Personalisierungsfunktionen dienen als Ausdruck der Persönlichkeit. Sie sind der Ersatz für die vor Jahren sehr beliebten Wechsel-Cover (Oberschalen). Sehr gerne werden Spiele, Fotos und Filme verschickt. Immer öfter wird E-Mail und Surfen als Anwendung gewünscht.
Die "Always-online"-Generation kommuniziert gerne über mobile Kommunikationsformen, wie zum Beispiel SMS, und das dort wo sie sich gerade befindet. Der Versand von Bildern, egal ob MMS oder E-Mail, ermöglicht das Einbeziehen von Personen in die eigenen Erlebnisse. Es ist dann fast so, wie wenn der Empfänger beim Sender ist und die gleichen Dinge sieht.
Und hier liegt der größte Unterschied zu den normalen Internet- und Mobilfunk-Nutzern. Ältere Erwachsene gehen online, um sich zu informieren, vielleicht auch mal etwas einzukaufen. Jugendliche und junge Erwachsene gehen online, um zu leben. Sie bilden ihr komplettes Leben online ab. Die mobile Kommunikation hilft ihnen dabei unabhängig von Ort und Zeit online zu sein.
Auswirkung neuer Technologien
Die Auswirkungen neuer Technologien wird häufig falsch eingeschätzt. Kurzfristige Veränderungen werden überschätzt. Sie treten später oder mit geringerer Wirkung ein. Trotzdem werden die langfristigen Veränderungen unterschätzt. Sie werden nicht erkannt oder als Trend abgetan.
Viele Veränderungen geschehen nicht in so kurzer Zeit, wie es die Technologie-Experten sehen. Die Menschen, die sie nutzen sollen sind träge. Je älter sie sind, desto träger sind sie und brauchen länger um die Veränderungen in ihren Tagesablauf zu integrieren. Häufig ist ein enormer Marketing- und Beratungsaufwand erforderlich um technologische Veränderungen in den Markt zu drücken.
Junge Menschen dagegen nehmen alles Neue dankbar auf, wenn es ihren Freiheitsdrang und ihre Unabhängigkeit verbessert und unterstützt. Werden sie eingeschränkt, abgezockt oder in ihrem Tun behindert, setzt sich eine Technologie längerfristig nicht durch. Sie wird schnell durch etwas anderes ersetzt.
Es dauert lange Zeit, bis Menschen ihre Arbeitsweise aufgrund einer neuen Technologie verändern. Erst wenn ihnen der Nutzen klar erscheint und Vorteile bringt, dann nehmen sie die Verbesserungen an.
Vor allem junge Menschen stehen den neuen Techniken unkritisch gegenüber und entdecken als Trendsetter die neuen Möglichkeiten für sich. Sie entscheiden, was sie wollen und was nicht. Sie lassen sich nichts aufdrücken, was sie in ihrer freien Entfaltung behindert. Manches davon scheint verspielt oder unnütz. Doch Spielen ist die Vorbereitung auf das zukünftige Leben. Spielend lernen, das ist der Weg, der durch die komplexe technisierte Welt von heute führt. Wer keine Zeit für Spielen hat, der hat auch keine Zeit zum Lernen. Spielen bedeutet nicht nur Spaß haben. Die Kunden der Zukunft lernen heute mit einer ausgeprägten Selbstverständlichkeit Online-Anwendungen und Mobilfunk zu nutzen.
Wenn Sie heute die jungen Leute beobachten, wie sie mobile Kommunikation nutzen, dann wissen Sie, wie Sie in Zukunft zukünftig neue Kunden ansprechen müssen.
Zwar gelten Jugendliche als besonders konsumfreudig, aber mit einer schlechten Zahlungsmoral. Doch das bleibt nicht so. Jugendliche werden älter und verdienen irgendwann ihr eigenes Geld, das sie dann auch ausgeben wollen.
Konflikte mit der Generation M
In keinem anderen Gerät verschmelzen Medien, Spiele, Fotografie und Kommunikation zu einer Welt. Das Handy ist die Medienzentrale für Jugendliche. Die Vielfältigkeit, mit der Jugendliche ihr digitales Leben ausfüllen, erhöht massiv die Anforderungen an Lehrer und Eltern. Die sind meist nicht auf dem neusten technischen Stand und können deshalb kaum auf die Interessen der Jugendlichen eingehen.
So steht das Handy in den Schulen zur Diskussion. Dabei wird der Umgang mit dem mobilen Kommunikationsmittel von Lehrern und Pädagogen oftmals negativ bewertet. In immer mehr Schulen tauchen Gewalt- und Pornovideos auf den Handys auf. Die Videos kann man sehr leicht aus dem Internet herunterladen und an Freunde weiter versenden. Deshalb wurden auch schon Stimmen laut, die ein Verbot von Handys an Schulen gefordert haben. Ob das sinnvoll ist? Dann nutzen die Jugendlichen das Handy in ihrer Freizeit und entziehen sich so der Kontrolle ihrer Lehrer. Besser wäre es, die neuen Medien in den Unterricht zu integrieren und die Jugendlichen zu einem sinnvollen Umgang zu bewegen. So steckt durchaus kreatives Potential in der Handynutzung. Unter Jugendlichen hat sich eine eigene Handy-Sprache zur Kommunikation entwickelt. Auch wenn das von vielen Menschen als negativ empfunden wird. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass Gruppen von Menschen ihre eigene Sprache und Ausdrucksweise pflegen. Sie grenzen sich damit voneinander ab.





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