Mobile Marketing

Mobile Marketing ist der Sammelbegriff für alle Marketingmaßnahmen, die unter Verwendung drahtloser Telekommunikation, zum Beispiel Mobilfunk, WLAN, Bluetooth und DVB-H, auf mobilen Geräten umgesetzt wird.


Mobile Marketing ist der Sammelbegriff für alle Marketingmaßnahmen, die unter Verwendung drahtloser Telekommunikation, zum Beispiel Mobilfunk, WLAN, Bluetooth und DVB-H, auf mobilen Geräten umgesetzt wird. Die Marketingmaßnahmen sind so ausgelegt, dass sie den Konsumenten direkt erreichen und zu einer Reaktion führen. Damit bekommen Unternehmen alle Kontaktkanäle zum Kunden auf ein einziges Gerät. Das Mobiltelefon ist das einzige wirkliche one-to-one, just-in-time und just-in-place Medium.

Den Begriff Mobile Marketing setzen viele Menschen immer noch mit Werbebotschaften in Form einer SMS gleich. Da das Handy ein noch relativ neues Medium ist, steckt Mobile Marketing noch in den Kinderschuhen.
Die Handys entwickeln sich zu universellen Kommunikations- und Informationszentralen. Da das Handy ein persönliches Gerät ist, bietet es sich an, sehr viel mit One-to-One-Marketing zu arbeiten. Diese persönliche Ansprache an den Kunden ist eine große Gefahr für klassische Massenmedien, wie Rundfunk und Print. Kein Marketing-Kanal kommt näher an den Kunden ran, als auf seinem persönlichen mobilen Gerät.
Der Kunde wünscht sich Werbung und ist auch bereit Werbung zu empfangen. Aber nur, wenn der Werber sich mit seinen Kunden auseinandersetzt. Wer nur einfache Werbebotschaften liefert wird keine höheren Verkaufszahlen erreichen, sondern nur den Unmut der Kunden, die sich davon gestört fühlen. Kunden sind eher bereit Werbung zu akzeptieren, wenn sie die Frequenz der Werbung selber definieren können. Push-Dienste mit regelmäßigen Information mit Mehrwert, Interaktivität durch Umfragen, Erreichbarkeit und Sonderangebote mit Direkt-Kauf-Option. Das ist die Richtung, in die sich Mobile Marketing entwickeln wird. Die Display-füllende Unterbrecherwerbung, die aus dem Internet bekannt ist, wird es nicht so häufig geben.
Werbebotschaften auf dem Handy zu empfangen setzt einen hohen Vertrauensvorschuss seitens des Kunden voraus. Denn das Handy ist ein sehr persönlicher Gegenstand, der hauptsächlich zur Kommunikation genutzt wird. Werbung auf Kommunikationskanälen wird nicht gerne angenommen. Deshalb ist dieser persönliche Bereich des Kunden sehr sensibel anzugehen.
Online-Marketing und Mobile Marketing hängen stark zusammen. Die Inhalte beider Marketingformen sind digital. In den meisten Fällen eignen sich viele Inhalte für beide Marketingformen. Jedoch hinkt Mobile Marketing im Vergleich zu anderen Marketingformen noch hinterher. Mit ein Grund ist die geringe Verbreitung von Mobilfunk-Datentarifen bei den Mobilfunk-Kunden.

Mobile Werbung

Werbung auf dem Handy ist eine sehr umstrittene Angelegenheit. Zum einen gibt es Studien, die besagen, dass die meisten Handy-Nutzer nur ein geringes oder gar keine Interesse haben, Werbung auf ihrem Handy zu empfangen. Das soll auch dann der Fall sein, wenn es Teil von kostenfreien Inhalten oder einer Applikation ist. Andere Studien wollen belegen, dass Handy-Werbung dann akzeptiert wird, wenn sie mit konkreten Rabatten, Gutscheinen, Gratis-Produktproben oder freien SMS verbunden ist.
Tatsache ist, dass es immer solche und solche Menschen mit unterschiedlichen Interessen und Akzeptanzverhalten geben wird. Die Handys von Konsumenten einfach so nach dem Gießkannenprinzip mit Werbung zu beliefern, wird nicht funktionieren. Wenn, dann muss die Werbung für den Konsumenten einen echten Mehrwert bieten. Es gilt, die Besonderheiten des mobilen Kanals zum Kunden zu berücksichtigen. Mit klassischen Werbemaßnahmen kommt man da nicht weit.
Die Mobilfunkkunden haben bei SMS/MMS kein Verständnis für Werbebotschaften. Sie fühlen sich in ihrem Kommunikationsverhalten gestört. Alle kommunikationszentrischen Kanäle sind für Werbung kaum geeignet, weil sich die Nutzer davon gestört fühlen. Für diejenigen, die es trotzdem nicht lassen können, wäre vorstellbar, den Kunden auf Basis seines bisherigen Kaufverhaltens mit Werbung zu passenden Produkten zu beliefern. Doch gerade weil in der direkten Kommunikation Werbebotschaften ein Ärgernis sind, kann genau das Gegenteil von dem erreicht werden, was beabsichtigt war. Einen positiven Effekt auf die Markenbildung hat das nicht. Und auch die Annahme eines Angebots mit Kaufabschluss ist eher unwahrscheinlich. Allerdings würden Kunden, die sich vorher anmelden müssen, ähnlich wie bei einem E-Mail-Newsletter, diese Werbung eher nicht als störend empfinden.
Die Akzeptanz für mobile Werbung scheint durchaus gegeben zu sein. Die Konsumenten wollen kostenlose Inhalte und Dienste auf dem Handy und akzeptieren dafür auch die Werbung. Deshalb hat sich in der Online-Werbeindustrie eine regelrechte Goldgräberstimmung entwickelt, die explodierende Werbeumsätze erwarten. Preiswerte und hochwertige Handys, mobile Breitbandnetze und günstige Datentarife sind dafür die Voraussetzung. Mit vielen Nutzern verstärkt sich auch das Interesse der Werbetreibenden an dem Medium. Reichweite ist für potente Werbekunden immer noch das schlagende Argument gegenüber jede andere Werbeform.
Angesichts der schönen Aussichten können sich vielen immer noch keine Werbeanzeigen auf dem Handy vorstellen. Werbeanzeigen in Form von Grafikbannern, wie aus dem Internet bekannt, wird es eher selten geben. Vollflächige Werbung auf dem Handy-Display ist nicht besonders attraktiv. Wer die Werbung im Videotext der Fernsehsender Sat.1, RTL und RTL2 schon gesehen hat, der kann sich vorstellen, wie Werbung auf dem Handy-Display aussehen könnte. Aber das ist noch nicht alles. Der Weg geht eindeutig in Richtung Interaktivität und soll es den Konsumenten ermöglichen, direkt einen Anruf zu dem werbenden Unternehmen zu tätigen oder eine E-Mail zu schicken. Denkbare sind natürlich auch Links zu speziellen Handy-Webseiten.

Mobilfunk werbefinanziert

Eine sehr einfache Form von Mobile Marketing ist es dem Kunden die Gebühren seiner mobilen Kommunikation zu bezahlen. Zum Beispiel in Form von Rabatt- oder Sammelpunkten, die es als Geschenk beim Einkauf gibt.
Es gibt kaum noch eine große Handelskette, wie Baumärkte, Supermärkte und Tankstellen, die nicht in irgendeiner Form ein Rabatt-System einsetzen, um Kunden an ihre Marke zu binden. Bei jedem Einkauf wird dem Kunden Rabatt oder Rabattpunkte gutgeschrieben, für die es dann irgendwann eine Prämie oder Geschenke gibt. Sieht man von dieser zweifelhaften Form ab, wie versucht wird Käuferprofile zu erstellen, ist der Erlös für den Aufwand des Kunden eher ein Witz. Die aktuellen Rabatt- und Coupon-Systeme kommen der Bauernfängerei gleich. Durch den Kauf bei bevorzugten Anbietern verzichtet der Kunde unwissentlich auf Produkte, die es preisgünstiger oder zu einem vergleichbaren Preis mit besserer Qualität woanders gibt. Es muss auch berücksichtigt werden, dass der Betrieb des Rabatt-Systems Geld kostet und der Dienstleister dafür bezahlt werden muss.
Bei Rabatt- und Coupon-Systemen handelt es sich praktisch um eine clevere Kundenbindungs- und Marketing-Strategie, bei der gleichzeitig Käuferprofile erzeugt werden. Man kann es sogar so sehen: Der Kunde geht bei seinem Kauf, bei dem er Rabatt-Punkte bekommt, unmerklich in Vorleistung. Erst irgendwann später bekommt er den Rabatt-Erlös ausbezahlt. Meist noch nicht mal in Geld. Die bedingt tauglichen Erlös machen das System nicht für jeden Kunden interessant. Deshalb sind Rabatt-Formen gefragt, die auf den einzelnen Kunden perfekt zugeschnitten sind und einen echten Mehrwert bieten.
Mobile Kommunikationsdienstleistungen sind heute und auch in Zukunft für immer mehr Menschen sehr wichtig. Doch nicht alle werden zu bezahlbaren Preisen angeboten. Vor allem ein schneller mobiler Internet-Zugang per UMTS und WLAN ist trotz der vorhandenen Infrastruktur für normale Anwender kaum bezahlbar. Anstatt also Rabattpunkte oder Coupons mit zweifelhaftem Nutzen zu verteilen, könnten Rabatt-Systeme Kommunikationsdienstleistungen verschenken oder gleich selber anbieten. Neben Klingeltönen, Bildchen und Filmchen wären auch Gesprächsminuten, kontingente für SMS/MMS oder kostengünstige Datendienste angeboten werden.

Mobile Couponing

Rabatt-Karten und Coupons sind ein gut funktionierendes Kundenbindungsmittel. Bonuspunkte sammeln ist in einigen Kundenkreisen sehr beliebt. Anstatt nun mit Karten und bestempelten Zetteln kann man den Kunden auch digitale Coupons auf sein virtuelles Bonuspunkte-Konto automatisiert sammeln lassen. Dazu fotografiert der Kunde mit seinem Kamera-Handy ein Objekt und verschickt dieses Foto an eine zentrale Adresse. Dafür kassiert er vom Anbieter Bonuspunkte. Der technische Hintergrund ist eine Objekterkennungssoftware, die vordefinierte Objekte auf einem Foto erkennen kann.

Lokales Marketing mit Bluetooth-Beamer

Eine Bluetooth-Station scannt in regelmäßigen Abständen seine Umgebung auf empfangsbereite Bluetooth-Handys ab. Befindet sich ein Gerät in Reichweite schickt die Station kostenlose Inhalte an das Handy. Wird die Bestätigungsanfrage vom Empfänger positiv bestätigt, werden die Informationen oder Daten übertragen.
Es handelt sich dabei um eine neue Form, um Kunden auf sich aufmerksam zu machen. Über diesen Weg können Textnachrichten, Dateien, Grafiken, Videos, Spiele oder Klingeltöne, die besonders bei Jugendlichen beliebt sind, an die Kunden geschickt werden. Es lassen sich auch Coupons verteilen, die im Laden oder Online-Shop einlösbar sind. Vorteil dieser Coupons, sie sind immer dabei, wenn auch das Handy dabei ist. So können Unternehmen und Ladenbetreiber mögliche Kunden, die sich in der Nähe aufhalten, über Sonderangebote und Rabatte informieren. In Restaurants können Speisekarten zum Download angeboten oder an Haltestellen die Ankunft des nächsten Zugs oder Busses angekündigt werden. So lassen sich weitere unzählige Anwendungen entwickeln. Zum Beispiel kann an einem gut besuchten öffentlichen Ort eine Bluetooth-Basistation von mehreren Werbekunden betrieben werden.
Doch diese neue Werbe-Methode hat auch eine gefährliche Seite. Auf diese Weise können auch Schädlinge, wie Viren, Würmer und Trojaner, auf die Handys kommen. Teilweise ohne das es der unbedarfte Nutzer bemerkt. Zwar bekommt der Nutzer noch eine Meldung auf dem Display und er muss dem Empfang zustimmen. Doch ist schneller auf OK gedrückt, als es einem lieb ist. Und schon ist das Schadprogramm installiert und werkelt ungewollt vor sich hin. Hauptproblem ist sicherlich, dass man nicht erkennen kann, von wem oder was man geschickt bekommt. Der Hinweis im Handy-Display vermittelt nicht, ob es sich um ein Bild, ein Video oder eine ausführbare Datei oder sogar um einen Virus handelt.
Außer einem Antivirenprogramm fürs Handy gibt es kaum geeignete Gegenmaßnahmen. Generell empfiehlt es sich die Bluetooth-Schnittstelle immer dann ausgeschaltet zu haben, wenn man sie nicht braucht.

2D-Matrix-Codes

2D-Matrix-Codes funktionieren und sind etwas ähnliches wie die Strich-Barcodes, die jedes Produkt zieren. Im Vergleich zum klassischen Barcode kann ein 2D-Matrix-Code wesentlich mehr Informationen auf einer viel kleineren Fläche aufnehmen. In einem 2D-Matrix-Code können mehrere tausend Zeichen verschlüsselt sein. Matrix-Codes bieten eine sehr hohe Informationsdichte und auch Lesesicherheit. Durch Fehlerkorrektur-Algorithmen können die Informationen auch dann noch vollständig erfasst werden, wenn die Codefläche bis zu einem Viertel verschmutzt oder beschädigt ist. Im Unterschied zum normalen Barcode wird beim 2D-Matrix-Code immer eine digitale Kamera zur Code-Erfassung verwendet.
So ein Code kann deshalb auch mit einer Handy-Kamera fotografiert werden. Wenn hinter dem Code zum Beispiel eine Internet-Adresse steckt, dann wird sie dem Handy-Browser übergeben und direkt aufgerufen. An dieser Stelle ergeben sich Möglichkeiten für Marketing und Werbung.
Das Eingeben von Buchstaben auf dem Mobiltelefon ist für viele Menschen eine mühselige Angelegenheit. Bevor man auf den kleinen Tasten fehlerfreie Eingaben macht, lässt man es meist einfach sein. Diese Hürde ist für die Werbung und Marketing ein Problem. Um die mühselige Eingabeprozedur zu überwinden eignet sich ein 2D-Matrix-Code, der unkompliziert auf Waren, Plakaten, Visitenkarten oder woanders angebracht werden kann. Der Code kann dann mit einer Handy-Kamera fotografiert werden. Hierfür ist neben der Kamera auch eine Software auf dem Handy notwendig. Diese Software nimmt den aufgenommenen Code entgegen und wandelt ihn in eine lesbare oder verwertbare Information um.
In der Dokumentenverwaltung, der industriellen Fertigung und der Elektroindustrie hat sich der Matrixcode bereits durchgesetzt. So befinden sich auf den Portoaufklebern der Deutschen Post und den Bahnfahrkarten der Deutschen Bahn bereits 2D-Matrix-Codes.

Anwendungsbeispiele

  • Coupons mit beliebigem Inhalt
  • Eintrittskarten / Tickets
  • Kundenkarten / Bonussysteme
  • Persönliche Daten des Nutzers
  • Zugangsdaten zu gesicherten Gebäuden
  • Fahrpläne

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Patrick Schnabel
Patrick Schnabel
Webworker, Fachbuchautor
Ludwigsburg, Deutschland
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Zuletzt bearbeitet: 01.08.2008 05:30.

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