Die Technikbegeisterung der in diesen Ländern lebenden Konsumenten beschleunigt die technische Entwicklung und die Anzahl der Produktinnovationen. Mit Verspätung erreichen sie auch den Rest der Welt. In Japan und Südkorea sind mobile Content-Angebote, egal ob Musik, Video oder virtuelle Güter, bereits weit verbreitet. In Europa dagegen ist auch die Akzeptanz mobiler Musikdienste noch gering. Zwar steigt die Nachfrage, doch sind die Angebote deswegen noch dünn gesät.
Japan
Auch die Nutzung von Handys in der Öffentlichkeit hat sich anders entwickelt. In Japan gilt das Telefonieren in Restaurants oder U-Bahn als wenig schicklich und wird deshalb meist unterlassen. Deshalb werden an diesen Orten eher Datendienste oder Messaging genutzt. Hinzu kommt, dass die SMS zwischen den dortigen drei Mobilfunknetzen nicht verschickt werden können. Deshalb haben sich Datendienste frühzeitig durchgesetzt und Mobile-Mail als Kommunikationsform etabliert. Weil Datendienste in Japan weit verbreitet sind, wurde hier schon HSDPA mit 3,6 MBit/s eingeführt (Ende 2006). In Japan ist auch der Datendienst i-Mode beliebt, welcher in Deutschland durch E-Plus eingeführt, aber wieder eingestellt wurde.Der nächste Step ist die Einführung einer Nahbereichsfunktechnik. Über einen zusätzlichen Chip im Handy werden ePayment-Funktionen umgesetzt und drahtlose Identifikation möglich. Musik- und Spiele-Downloads werden mit einer Flatrate abgegolten. Für knapp 10 Euro kann man bei Napster unbegrenzt Songs auf das Handy laden. Alle diese Dienste hängen sehr stark mit i-Mode zusammen. Handy-Navigation und Bezahlen mit dem Handy ist keine Seltenheit.
Die Erfolgsfaktoren dieser Dienste sind einfache Bedienoberflächen für die Anwender, die Verknüpfung mit beliebten Inhalten aus dem Internet und die Partnerschaft mit Inhalte-Produzenten, die in hohem Maße an den Einnahmen beteiligt sind.
Südkorea
In Südkorea haben 80 Prozent der Menschen ein Handy und zuhause zu 78 Prozent eine breitbandige Verbindung ins Internet. Weltweit ist das die höchste Durchdringung des Breitband- und Mobilfunkmarktes. Die Dienste in Südkorea erinnern sehr stark an die in Japan.Was in Südkorea noch viel stärker verbreitet ist, ist Handy-TV. In Ballungszentren ist T-DMB wie in Deutschland verfügbar. Außerhalb steht mit S-DMB eine Satelliten-Versorgung bereit. Dafür gibt es externe Antennen, die an die Handys geschraubt werden können.
Das Betreiberkonsortium für das Handy-TV in Südkorea verrät leider keine Nutzerzahlen. Deshalb sind Vergleiche mit Deutschland oder anderen Europäischen Ländern nicht möglich.



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