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Bildercommunities und Photosharing

Microstock Bildagenturen und Bildercommunites im Fokus

Eine Marktbetrachtung mit einer Einführung in die Welt der Bildercommunities und Microstockportale. Verglichen werden z.b. Keyfeatures und Honorarmodelle.


Der Bildermarkt - aktuelle Situation

Der Bildermarkt 2007 bis 2008 ist geprägt durch eine enorme Bilderflut und den härteren Konkurrenzkampf um den Bilderverkauf. Gerade Web 2.0 und die vereinfachte Distribution via Internet führten zur Gründung zahlreicher neuer Bildanbieter, Portale und Communities. Hier steht vor allem das Thema Photosharing und der Verkauf von BIldern über sogenannte Microstock-Agenturen im Vordergrund. Über diese Microstock-Anbieter kann im Prinzip jeder seine Bilder ab 1 EURO vermarkten.
Der weitaus größte Anteil der digitalen Bilderflut landet in Photosharing Portalen, wie flickr und dessen Kopien (sevenload, zoomr, etc.). Mit der Bilderflut steigt die Quantität der verfügbaren Bilder drastisch, die professionelle Qualität hat sich jedoch nicht verbessert. Einzig der Zugang zur Öffentlichkeit ist stark vereinfacht worden.
Ein Bild gelangt ohne Medienbrüche von der digitalen Kamera oder dem Handy ins Internet. Diese Bilderflut und die Vereinfachung der Technik (Stichwort: Web 2.0, User generated Content) führen zu einem starken Konkurrenzkampf im Billigpreis-Sektor (Microstock-Agenturen). Die niedrige Investitionsschwelle führte zu zahlreichen Kopien erfolgreicher Konzepte im Markt.
Alle in erfolgreichen deutschen Unternehmungen in diesem Bereich sind Kopien amerikanischer Vorbilder.

Professioneller Bildermarkt

Der Professionelle Bildermarkt ist nach wie vor durch die klassischen Strukturen geprägt. Es gibt kaum unternehmerische Reaktionen auf die wachsende Zahl von Bildern Communities und Microstock-Agenturen. Einzig die Marktführer (Getty und Corbis) installierten Mikrostock-Angebote. Getty kaufte mit iStock Photo  den internationalen Marktführer und integrierte ihn als Billigmarke im Konzern.
Nach wie vor dominieren die klassischen Lizenzmodelle. So ergab eine Untersuchung der Deutschen Bank Research  für das Jahr 2006 einen Anteil von 92% für die Einzelbildlizensierung und von 2% für den Bilderkauf per Micropayment am Gesamtumsatz der Bildagenturen.
Die Umsatzsäulen im westeuropäischen Bildermarkt sind die professionellen Vertriebsplattformen, wie picturemaxx und fotofinder. Gleizeitig drängen weitere Anbieter, wie z.B. fotosearch aus den USA auf den Markt.

Der Markt der Bildercommunites 

Bekannt geworden ist dieses Segment durch den Erfolg von flickr. flickr  ist mittlerweile die größte Photosharing Community der Welt und gehört zu Yahoo. Die Zahl der Klone und Kopien geht mittlerweile in die Hunderte.
Die einzig echte Bildercommunity noch aus ‚vor flickr‘ Zeiten ist die die deutsche
fotocommunity . Hier zeigen engagierte Amateure ihre neuesten Bilder und bewerten Sie untereinander. Das ‚gute‘ Bild und die Kameratechnik stehen im Vordergrund. Zahlreiche Wettbewerbe motivieren zur Teilnahme.
Der Ursprung vieler Microstock Agenturen liegt im Community, bzw. Photosharing Bereich. Teilweise vereinen sie beide Richtungen, wie z.B. bei Panthermedia .
Microstock-Agenturen sind ohne die Communities und Photosharing Portale nicht denkbar. Microstock-Agenturen bündeln die Bilderschwemme in verschiedene Kanäle für den professionellen Bedarf und stellen E-Payment- und Lizensierungssysteme zru Verfügung.

Beispiele für Bildercommunities:

Geschäftsmodelle

Das Ziel von Photosharing Communities ist eine große und ständig wachsende Zahl von Usern. Nur eine starke Community bringt die erforderlichen Zielgruppen für Online Werbung und zielgruppen-orientiertes Marketing.
Ebenso gängig sind zusätzliche Mitgliedsbeiträge für Mehrwert-Features.
Merchandising, wie z.B. die Ausbelichtung von Fotos auf unterschiedlichen Trägermedien ist mittlerweile zum Standard geworden.
Microstock-Agenturen erzielen Ihre Erlöse mit dem Verkauf von Bildrechten an Firmen- oder Endkunden.

Erlösquellen von Bildercommunities:

Nutzungsrechte und Lizenzen 

Typisch für Communities ist der Versuch der Abwälzung aller Risiken auf den Einsender der Bilder. Die Absicherung gegenüber dem Verwender erfolgt zumeist durch die Creative Commons Regeln. Marken- oder Urheberrechtsverstöße werden nicht geprüft.
Microstock-Agenturen garantieren zumeist einen vernünftigen Model- und Property Release.

Nutzung von Bildern:

Der einfachste CC-Lizenzvertrag (untechnisch "CC-Lizenz") verlangt vom Nutzer (Lizenznehmer) lediglich die Namensnennung des Rechteinhabers (Lizenzgeber). Davon ausgehend können aber weitere Einschränkungen gemacht werden, je nach dem, ob der Rechteinhaber eine kommerzielle Nutzung zulassen will oder nicht, ob Bearbeitungen erlaubt sein sollen oder nicht und ob Bearbeitungen unter gleichen Bedingungen weitergegeben werden sollen oder nicht. Auf diese Weise ergeben sich insgesamt 6 verschiedene CC-Lizenzen, die dem Rechteinhaber für den deutschen Rechtsraum derzeit in der Version 2.0 zur Verfügung stehen.

Bildgrößen 

Die für den Verwender zur Verfügung gestellten Bildgrößen orientieren sich zumeist an dem flickr Standard.
Im kommerziellen Sektor hat man praktischerweise die Standards der Bekleidungsindustrie (von XS bis XXL) übernommen.
Das größte Spektrum an Bildgrößen bei den Microstock-Agenturen bietet hier iStockphoto.

Download Formate Photosharing:

Download Formate Microstock-Agenturen:

Preise und Honorare 

Überwiegend Mitgliedsbeiträge, Merchandising und Werbung finanzieren die Bildercommunities. Die Geschäftsmodelle der fotocommunity und von flckr, die hier aufgelistet wurden, sind nur bedingt vergleichbar (siehe Tabellen). Der Ansatz ist jedoch bei beiden identisch: mehr Features=höherer Preis.
Die Microstock-Agenturen wollen vom Bilderkauf an jedermann leben und lassen sich für die Menge der ausgelieferten Pixel bezahlen: mehr Pixel=höherer Preis.

Mitgliedsbeiträge Communities am Beispiel flickr :

Mitgliedsbeiträge Communities am Beispiel fotocommunity :

Die fotocommunity finanziert sich zum grossen Teil aus Mitgliedsbeiträgen, daher das differenzierte Pricing. Kunde ist der sog. engagierte Hobbyfotograf mit Geltungsdrang.
Einfach und für jeden nachvollziehbar ist das flickr Pricing. Die Internetaffinität und die Effekte der Anbindung an yahoo sind hier deutlich sichtbar.
Die fotocommunity ist ein Dinosaurier und wird es in der Konkurrenz zu flickr wahrscheinlich am Markt immer schwerer haben. Nicht umsonst geht die fotocommunity auf Expansionskurs (Mehrsprachigkeit, Videocommunity).

Pricing der Microstock-Agenturen 

Fast alle Microstock-Agenturen arbeiten mit einer ‚Kunstwährung‘ den sogenannten Credits für den Bilderkauf. Die Preise für Credits lassen sich besser steuern und für den User unbemerkt verändern. So korrigiert iStockphoto nach dem Kauf durch Getty seine Preise für Credits ständig nach oben. Man sieht nicht nur an dem Unterschied zu fotolia den professionellen Background.
Ein Bild wird mit einer bestimmten Anzahl von Credits in Abhängigkeit zur pixelbasierten Größe des Bildes ausgezeichnet. Credits haben unter Umständen eine begrenzte Laufzeit und verfallen z.B. nach einem Jahr.
Ausreißer beim Pricing ist shutterstock. Die amerikanische Agentur rechnet ausschliesslich auf Basis einer monatlichen Pauschale mit den Kunden ab.

Zahl der Credits im Verhältnis zur Bildgröße:

Preis per Credit:

Honorierung der Bildlieferanten 

Fotografen werden mit unterschiedlichen Modellen an den Umsätzen der Internet-Bildagenturen beteiligt. Die Honorierung erfolgt per Revenue Share (prozentuale Beteiligung an den Umsätzen) oder zu einem festen Satz, der in Form von Credits dem Fotografenkonto gutgeschrieben wird.

Unterschiedliche Honorarmodelle:

Beispiel: Die Abrechnungsmethode von fotolia 

Der Fotograf kann den Bildpreis innerhalb einer vorgegebenen Preisspanne in Abhängigkeit seines Rankings, etwaiger Exklusivität und der Bildgröße frei bestimmen. Große Bilder, Fotos für die Exklusivität eingeräumt wurde und Fotografen, die viel verkauft haben, verdienen dem entsprechend eine höhere Beteiligung.
Der Fotograf erhält für jedes verkaufte Bild eine definierte Provision. Diese Credits können vom Fotografen zum Erwerb von Bildern eingesetzt oder zu Bargeld konvertiert werden. Credits werden über ein kostenloses Konto bei PayPal in Bargeld umgewechselt.
Der Fotograf konvertiert die verdienten Credits in Geld, das dann umgehend seinem Paypal-Konto gutgeschrieben wird. Nun kann der gutgeschriebene Betrag auf ein normales Bankkonto überwiesen werden. Transfers von mehr als 50 Credits kosten bei Fotolia keine Gebühren. Überweisungen unter 50 Credits kosten einen Festpreis von 1 Credit, so dass bereits ab einem Guthaben von 2 Credits transferiert werden kann.

Technik - Key-Features

Durch Web 2.0 bekannte gewordene Techniken und Tools werden mit großer Geschwindigkeit bei flickr und Co. implementiert. Im Vordergrund steht die Usability verbunden mit einem Maximum an Kommunikationstechniken (Ajax, RSS, Permalink, Voting, etc.)

Keyfeatures Bildercommunities:

Bei den Microstock-Agenturen steht der Bildverkauf mittels Warenkorb im Mittelpunkt. fotolia bietet im Gegensatz zu iStockphoto Permalinks und Embedded Links zu jedem Bild an.

Keyfeatures Microstock:

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Dipl.soz.wiss, Business Manager, Unternehmensberater, Freier Publizist, Fotograf und Autor bei medicalpicture GmbH
Köln
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Zuletzt bearbeitet: 01.12.2008 14:32.

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