Sitz
Der Hund hat einen natürlichen Trieb sich zu setzen. Beobachten sie ihren Hund und geben Sie immer dann den Befehl SITZ, wenn er sich sowieso gerade hinsetzt. Der richtige Zeitpunkt den Befehl zu sagen ist in dem Moment, wenn der Hund mit dem Po den Boden berührt. Wichtig ist dafür, dass sie ihren Hund genau beobachten. Dies ist auch eine gute Übung für sie selbst, da es noch sehr oft Situationen gibt, in denen sie ihren Hund genau beobachten müssen. Wenn der Hund gelernt hat den Befehl SITZ mit der Ausführung des Hinsetzens zu verknüpfen können sie beginnen, diesen Befehl zielgerichtet zu geben. Sie geben den Befehl und der Hund muss! gehorchen. Gerade Welpenbesitzer denken jetzt vielleicht - muss !!?? - Ja er muss. Beginnen sie von Anfang an ihre Befehle durchzusetzen, sonst nimmt der Hund sie innerhalb kürzester Zeit nichtmehr ernst und macht was er will.
Eine kleiner Tipp für den Befehl SITZ: Bleiben sie freundlich, auch wenn der Hund sie ignoriert. Bleiben sie aber auch hartnäckig bis er den Befehl ausgeführt hat. Geben sie den Befehl EINMAL, zählen sie auf zehn. Dann können sie den Befehl nocheinmal geben. Wenn der Hund dann immer noch nicht hört, können sie am hinteren Rücken nahe der Schwanzwurzel mit dem Finger einen leichten Druck geben, dann setzt sich der Hund, wenn auch widerwillig. Wichtig: egal wie sie zu ihrem Ziel gekommen sind - wenn der Hund den Befehl ausgeführt hat: LOBEN. Ein FEIN oder PRIMA mit hochgezogener Stimme ist ganz wichtig. Der Tonfall für das Lob sollte sich deutlich von normal gesprochenem abheben.
Wichtig ist auch die sogenannte 1-Sekunden-Regel: Das Lob muss innerhalb einer Sekunde erfolgen, damit der Hund das Lob mit der Tat verknüpfen kann. Hier ein negativ-Beispiel: Der Hund befolgt SITZ, steht aber gleich wieder auf. Wenn jetzt das Lob zu spät kommt, haben sie ihn für das wieder aufstehen gelobt, also für genau das, was er eigentlich falsch gemacht hat.
Bis der Hund den Befehl SITZ richtig verinnerlicht haben können sie ihm auch folgende Hilfestellung geben: Nehmen sie ein Leckerlie. Halten sie dies dem Hund vor die Nase, so dass er mitbekommt, das gibt es was zu holen. Wenn er danach mit der Schnauze greifen will, ziehen sie das Leckerlie langsam so nach oben, dass der Hund mit der Schnauze folgt. Wenn er quasi mit der Schnauze zum Himmel blickt, geht der Po automatisch nach unten und der Hund sitzt. Dann das Leckerlie mit einem juchzenden FEIN zum Hund führen, so dass er nicht gezwungen ist, für die Leckerlieaufnahme die Sitzposition zu verlassen.
Verbinden sie den Befehl SITZ mit dem dazugehörigen Sichtzeichen: erhobener Zeigefinger.
Mit der nächsten Übung, dem PLATZ sollten sie erst beginnen, wenn der Hund SITZ gelernt hat und dies auf Kommando befolgt.
Platz
Für den Befehl PLATZ sollte ihr Hund zum Erlernen erstmal in die Position SITZ gebracht werden. Dann halten sie ihm ein Leckerlie vor die Nase, führen es langsam, so dass er ihnen bzw. dem Leckerlie folgen kann Richtung Boden. Wenn der Hund in PLATZ liegt, legen sie das Leckerlie auf den Boden zwischen seine Vorderbeine. So kann er es aufnehmen ohne die Position verlassen zu müssen. In dem Moment, wenn der Hund PLATZ macht, den Befehl wiederholen bis er versteht, was er tun soll, wenn sie das Kommando PLATZ geben. Anfangs kann er dann mit einem Spielzeug oder einem Lauf aus der Position gebracht werden, später sollte sich die Position PLATZ immer über die Position SITZ auflösen. Das heist also: PLATZ - SITZ - Lauf...
Und auch hier wieder: Wenn die Position PLATZ ausgeführt ist LOBEN !!!
Das Sichtzeichen für das Kommando Platz ist die flache Hand, die zum Boden zeigt. Stellen sie sich vor, ein Kind, das ihnen von der Größe her bis zu Taille reicht steht vor ihnen und sie wollen ihm die flache Hand auf den Kopf legen. Denken sie sich das Kind weg - das ist das Sichtzeichen für PLATZ.
Wie für den Befehl SITZ und auch alle anderen weiteren Kommandos gilt: Bleiben sie freundlich (aber bestimmt) werden sie nicht laut (sonst nimmt der Hund sie irgendwann nur noch ernst wenn sie schreien) aber setzen sie den Befehl durch (vorher gibt es nichts anderes).
Steh
Das Kommando steh spricht man dann aus, wenn der Hund neben einem steht. Das Sichtzeichen ist die flache Hand mit den Fingerspitzen nach unten zeigend. Dabei kann man gut zwischen Daumen und Zeigefinger ein Leckerli festhalten, das man dem Hund vor die Nase hält.
Bleib
Das Kommando Bleib soll dem Hund sagen, dass er in der gegenwärtigen Position, egal ob er sitzt, liegt oder steht verharren soll. Das dazugehörige Sichtzeichen ist die flache Hand, die Fingerspitzen zeigen nach oben. Sinnvoll ist es allerdings, das Sichtzeichen für BLEIB zu geben aber als Kommando nicht bleib sondern sitz, platz oder steh - je nachdem was der Hunde gerade ausführt - zu wiederholen. Dies verstärkt das gegebene Kommando und der Hund muss nicht ein neues zusätzliches Kommandowort lernen. Das Kommandowort Bleib wird auch auf den meisten Hundeplätzen abgelehnt.
An der Leine zerren
Meistens ist der Mensch, der zuhause das Tollste ist, was Hund sich vorstellenkann, vergessen, sobald Hund Gassi gehen darf. Es gibt sovieles zu entdecken und zu schnüffeln, das vergisst man schon mal, dass am anderen Ende der Leine noch ein Mensch geht. Aber für eben diesen Menschen ist es sehr unangenehm wenn der Hund ständig an der Leine zieht. Von schmerzenden Händen abgesehen fehlt auch die Kommunikation. Sie können als erstes sobald sich die Leine strafft stehen bleiben, bis der Hund zu ihnen zurück kommt (Zeit mitnehmen). Dann ihn loben und erst wieder gehen lassen, wenn sie es ihm sagen, z. B. mit LAUF. Eine andere Möglichkeit ist grundsätzlich die Richtung zu ändern, sobald der Hund zieht. Er merkt dann schnell, dass er durch losrennen und an der Leine ziehen nicht an sein Ziel kommt - im Gegenteil. Wichtig: loben wenn der Hund schön bei Fuss geht, damit er lernt, was gewünscht ist. Dann am Besten das Kommando FUSS geben, damit er sich verinnerlicht, was damit gemeint ist. Viele Hunde reagieren ausgesprochen positiv auf Leckerlie, Lob und Spiele. Machen sie sich interessannt für ihren Hund, damit er ihnen die Aufmerksamkeit schenkt, die sonst die duftende Wiese bekommt.
Fuss gehen
Wie bereits oben beschrieben, muss der Hund das Kommando FUSS ersteinmal kennenlernen. Am Besten lernt er dies, wenn er von sich bei Fuss geht, dieses Kommando hört und dabei noch ein Leckerlie erhält. Wenn der Hund auch nach längerem Üben keine Lust hat, Fuss zu gehen, kann man auch die Leine kurz nehmen und durch sich wiederholenden, leichten! Ruck einwirken, dass der Hund sich zurücknimmt und Fuss bleibt. Solche Übungen sollten aber besser unter Anleitung eines Trainers z. B. in einer Hundeschule angeignet werden. Hilfen wie Halties oder Fussleinen sollten grundsätzlich nicht ohne fachkundige Anleitung, wenn überhaupt verwendet werden.
Hochspringen
Lassen sie ihren Hund nicht an Menschen hochspringen! Mir passiert es immer wieder, dass die Leute den Hund regelrecht dazu annimieren, in dem sie ihn ansprechen und aufrecht stehen leicht hinunterbeugend streicheln. Auf mein Veto heisst es dann "das macht mir nichts". Bedenken sie aber, dass es viele Passanten gibt, denen es doch etwas macht. Ältere, schwächliche Menschen und besonders Kinder können stürzen - sie müssen die Verantwortung tragen. Der Hund kann nicht unterscheiden, beim Einen darf ich, beim Anderen nicht. Er darf grundsätzlich nicht hochspringen. Dies ist nicht nur ein Ausdruck von Freude oder stürmischem Streicheleinheiten fordern, es ist schlichtweg ein Pöbeln.
Machen sie den Leuten klar, dass sie zuerst mit ihnen sprechen und den Hund streicheln dürfen, wenn dieser ruhig neben ihnen SITZ bleibt. Der Versuch des Streichelns muss sofort unterbrochen werden, wenn der Hund sein Kommando SITZ auflöst. Am Besten trainieren sie mit Freunden und Bekannten, da die Einsicht fremder Menschen oft zu wünschen übrig lässt. Wenn der Hund an ihnen selbst hochspringt, beachten sie ihn nicht weiters und drehen sie ihm den Rücken zu. In aller Regel reicht dies, um den Hund davon abzubringen. In besonders hartnäckigen Fällen kann es helfen, dem Rüpel auf die Füsse zu treten. Natürlich mit der gebührenden Vorsicht, er soll sich nicht verletzen sondern nur lernen, dass sein Verhalten eine unangenehme Reaktion mit sich bringt.
Tabuzonen
Jeder Hund, besonders aber sehr selbstbewusste Hunde brauchen Tabuzonen. Das sind Bereich im Haus, in denen sie nichts zu suchen haben und sich nicht aufhalten dürfen.Sie müssen erkennen, dass Frauchen oder Herrchen mehr dürfen, also im Rang über ihnen stehen. Als Tabuzonen bieten sich das Bad und/oder die Küche an. Die Küche insbesondere auch aus Hygienegründen und wegen der Gefahren (Scherben durch zerschmettertes Porzellan oder Gläser, herunterfallende Messer etc.). Das Futter darf er dann natürlich in der Küche auch nicht bekommen.






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