Mindestlohn

Mindestlohn

Der Mindestlohn ist die untere Grenze des in einem Wirtschaftszweig zu zahlenden Entgelts und ist entweder durch Tarifvertrag oder gesetzlich festgelegt.


Mindestlohn

Der Mindestlohn ist die untere Grenze des in einem Wirtschaftszweig zu zahlenden Entgelts und ist entweder durch Tarifvertrag oder gesetzlich festgelegt.

Das Thema Mindestlohn wird in Deutschland heiß und kontrovers diskutiert. Die eine fürchten Jobverluste im großen Umfang, die anderen meinen, gerade durch einen Mindestlohn von z. B 7,50 Euro würden bedingt durch mehr Kaufkraft mehr Jobs geschaffen.

Mindestlöhne in Europa

In 20 der 27 EU-Staaten gibt es bereits Mindestlöhne. In dem Buch: Mindestlöhne in Europa (Schulten, Thorsten/Bispinck, Reinhard/Schäfer, Klaus (Hrsg.)), berichten die Autoren über positive Erfahrungen in diesen 20 Ländern.

In Deutschland gibt es verschiedene Gutachten, die Mindestlöhne negativ bewerten. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (iw) in Köln errechnete, 1,6 Millionen Arbeitsplätze würden angeblich vernichtet. Eine im Mai 2007 von den Ökonomen Ragnitz (Institut für Wirtschaftsforschung Halle) und Thum (ifo-Institut München) veröffentlichte Studie kam auf exakt 621.000 wegfallende Arbeitsplätze als Folge der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Höhe von 7,50 Euro Im Mai 2008 kam das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschafts-forschung (RWI) zu dem Ergebnis, dass durch einen gesetzlichen Mindestlohn massiv Arbeitsplätze vernichtet würden. Hier kamen die Gutachter auf 1,2 Millionen. Zwei Monate später sind es in einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschafts-forschung (DIW) plötzlich nur noch „zwischen 70 000 und 260 000 Arbeitsplätze“, die verloren gehen würden (Müller, Kai-Uwe/Steiner, Viktor: Mindestlöhne kosten Arbeitsplätze: Jobverluste vor allem bei Geringverdienern, in: DIW-Wochenbericht, Nr. 30, 2008, Seite 418-423.).

Wie kann man man zu bei „wissenschaftlichen Studien“ zu so unterschiedlichen Werten kommen?

Denkfehler

Ein Denkfehler den die Gegner des Mindestlohns machen ist, sie gehen davon aus, dass Lohnkosten ein fixer Wert sind. Das ist keineswegs so. Es gibt Unternehmen (früher z. B. Postdienstzusteller), welche die bestehenden Anbieter, die selber Tariflöhne zahlen, unterbieten.

Dann kalkulieren sie die Löhne zu denen sie Mitarbeiter einstellen so, dass noch ein Gewinn gemacht wird.  Die Anbieter, die Tariflöhne zahlen, verlieren Aufträge und müssen Mitarbeiter entlassen. Die entlassenen Mitarbeiter bekommene nur noch Arbeitslosengeld oder müssen Jobs annehmen, die schlechter bezahlt werden. Dadurch können sie weniger konsumieren und woanders fallen weitere Jobs weg. Also führen diese Niedriglohnjobs zu Arbeitsplatzverlusten.

Für die oben erwähnten Postdienstzusteller gilt seit 2008 ein Mindestlohn der zwischen 8 und 9,80 Euro liegt. Damals meinte z. B. der private Briefdienstleister Pin Group dies würde erhebliche Konsequenzen für die Arbeitsplätze ihrer Mitarbeiter haben. Inzwischen hört man davon aber nichts mehr. Wenn man auf die Homepage der Pin Group schaut, hat man den Eindruck, dass es sich um ein florierendes Unternehmen handelt.

Im übrigen: In einigen Branchen z. B. Bau- oder Reinigungsgewerbe haben die Arbeitgeber selber Mindestlöhne gefordert, um gegen die Billigkonkurrenz aus Osteuropa bestehen zu können.

 

Siehe auch:  Wirtschaftswissenschaft Volkswirtschaftslehre.


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Kommentare

Knols

Lieber Knol Autor!


Ich arbeite gerade an dem Projekt "Knol-Info" und möchte damit eine gemeinsame deutsche Plattform zu Google Knol erschaffen. Darum habe ich deinen Knol von http://www.knol-info.de/component/mtree/Alltag--2F-Sonstiges verlinkt, ich hoffe du hast nichts dagegen.



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Solltest du mit der Verlinkung nicht einverstanden sein, melde dich einfach kurz bei mir.



Viele Grüße!

Erik

Zuletzt bearbeitet 26.11.2008 07:16
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Uwe Buchholtz
Uwe Buchholtz
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